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Pandorium / The Eye Of The Beholder – CD-Review

Pandorium - The Eye Of The Beholder

Die deutschen Pandorium frönen einem Metal-Musikstil, der manchmal in Vergessenheit zu geraten scheint bzw. ein recht stiefmütterliches Dasein fristet, nämlich den des Tech Prog Thrashs.

Zu oft wird sich an der Bay Area orientiert und diese Art des Thrash gerät ins Hintertreffen. Schade, denn Fans neuerer Nevermore sollten hier mal beide Lauscher Richtung Nordrhein-Westfalen richten. Auch Fans von Mekong Delta könnten hier fündig werden. Denn die neue, zweite CD (nach "The Human Art Of Depression" von 2013) des Vierers bietet vorzügliche Kost, wenn man auf intelligente Songstrukturen und flott gezockte Gitarrenläufe steht. Hier werden die Skalen regelrecht gejagt, verkommen aber nicht zum puren Selbstdargestelle, sondern fügen sich prächtig in die Songs ein und lassen bestimmt so manchen Möchtegern-Satriani sein Instrument beschämt in die Ecke stellen.

Die Scheibe an sich beginnt mit dem kurzen Intro noch recht verhalten, prescht aber schon im ersten richtigen Stück so brachial voraus, dass einem schwindelig wird. Allerdings beherzigen Pandorium, dass der Song im Vordergrund steht und es nicht um das pure Notengewichse geht. Dass die Jungs spielen können, müssen sie nicht jede Sekunde beweisen, so wie es dann doch ab und zu in dieser Spielart gemacht wird. Wirklich einen Track herausheben zu wollen ist dann auch recht schwierig, aber wenn es eine Hörprobe sein soll, dann den Abschluss dieser toll aufgemachten Digi-CD (wunderbares Cover) mit der Trilogie "The Tower", die für sich allein schon Kaufgrund genug ist.

Auch die Produktion passt fast perfekt. Schön klar und differenziert tönt es aus den Boxen. Hier ist alles state of the art.  Einzig das Schlagzeug ist für meinen Geschmack vielleicht etwas zu sehr im Vordergrund. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt für mich ist der doch sehr gleichförmige kehlige Gesang. Zu achtzig Prozent passt das auch, nur über die gesamte Albumdistanz fehlt doch die Abwechslung. Hier täten vielleicht Clean Vocals oder richtig tiefes Geshoute der Sache etwas mehr Reiz bieten. Aber das ist auch hier Meckern auf sehr hohem Niveau.


Line-up Pandorium:

Marvin Hilbig (lead-/rhythm guitars, backing vocals)
Florian Burkardt (drums, percussion)
Fadil Bajrami (lead-/rhythm-/classical guitars, lead vocals)
J.B. (bass guitar, backing vocals)

 Tracklist "The Eyer Of The Beholder":

  1. Single Cause Fallacy (1:57)
  2. Via Negativa (7:01)
  3. Maze Of Traits (6:52)
  4. From Individual To Entirety (8:48)
  5. Cacophony Of Thoughts (8:00)
  6. The Tower – Act I – Hyperbolical (5:20)
  7. The Tower – Act II – The Essence Of Inner (3:15)
  8. The Tower – Act III – Infinite Mind (6:05)

Gesamtspielzeit: 53:31, Erscheinungsjahr: 2019

Über den Autor

Jens Groh

Hauptgenres: Metal in (fast) allen Varianten / aber auch mal Rock, Pop…
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