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Peggy James / Till I Turn Blue – CD-Review

Peggy James - "Till I Turn Blue" - CD-Review

Die gute Peggy James durften wir euch bereits vor drei Jahren in Form ihres damals aktuellen Albums The Parade vorstellen. Nach wie vor setzt die Amerikanerin auf ihre bewährte Arbeitsweise, denn auch ihre mittlerweile siebte Platte, "Till I Turn Blue", hat sie größtenteils alleine mit ihrem Ehemann, dem Produzenten und Multiinstrumentalisten Jim Eannelli an ihrer Seite aufgenommen. Mit Vic Span am Schlagzeug sowie Gary Tanin an den Tasten sind gerade mal zwei Gastmusiker für jeweils einen Track am Start. Aber warum auch weitere Musiker, wenn man seine Songs auch anders richtig gut auf die Kette bekommt? Genau dies hat die gute Peggy im Verbund mit ihrem wichtigsten Partner und Arbeitskollegen nämlich drauf. Stilistisch gibt es nichts Neues oder, um es positiver auszudrücken, ist sich Miss James treu geblieben und setzt auf zeitlosen Americana/Alternative Country mit guten Songs, eingängigen Melodien sowie Songtexten, die sich stark von den ewigen Nashville-Themen wie Liebe, Gott und Tod abgrenzen.

In den Texten geht es dann unter anderem um gescheiterte Beziehungen inklusiver häuslicher Gewalt oder der Realität eines Rodeo-Reiters, die tatsächlich sehr weit weg vom Leben des von anderer Seite etwa Mitte der Siebziger besungenen "Rhinestone Cowboy" ist. Wendet man sich der musikalischen Seite zu, dann kommt man gar nicht drum herum, eine große Verbeugung vor Jim Eannelli zu vollführen. Denn von der Einspielung her gibt es hier nichts zu meckern oder mäkeln, umso bemerkenswerter, da – von den Gitarrenspuren der Protagonistin abgesehen – sämtliche Instrumente von dem Produzenten übernommen wurden. Klasse die Produktion des Titeltracks, der sich durch seinen 'Wüstensound' anhört, als wäre er auch vor fünfzig Jahren bereits eingespielt worden sein. Keine Frage, dass Eannelli hier ebenfalls alles, inklusive starker Slide Guitar, im Griff hat.

Neben einigen flotteren Stücken reihen sich gegen Ende der Scheibe mit "O. Winston Link" sowie "You’re Still The Highlight" zwei gesetztere Nummern ein. Die Zweitgenannte tatsächlich mal an einen Geliebten gerichtet, die erste im Erzähl-Stil der alten Folk-Balladen. Und nur falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, ist Peggy James auch eine richtig klasse Sängerin. Was sie bereits beim Opener, "Compensation", unter Beweis stellt. Und bei diesem ersten Track wird dann auch schon klar, dass das Thema dieser Scheibe ganz sicher nicht 'Friede, Freude, Eierkuchen' werden wird. Sehr eingängig kommen die Tracks, ohne dabei zu glatt oder oberflächlich zu wirken. Einer der Favoriten des Rezensenten hört auf den Namen "Eyes On The Horizon", der gleichzeitig als erster Anspieltipp benannt wird. Ansonsten am besten mal den angesprochenen Opener "Compensation", "Stuck On The Track", "There Must Be Gold", den Titeltrack oder das etwas ratlose "Isn’t Anybody Coming?" anchecken.

Logischerweise muss man ein gewisses Faible oder zumindest ein offenes Ohr für Americana oder richtig gut gemachte Country-Musik haben, aber wenn dem so ist, dann wird man "Till I Turn Blue" von Peggy James zwangsläufig mögen. Die einzelnen Stücke streifen zwar zeitweise immer noch knapp daran vorbei, sie mit dem Siegel Country Rock auszuzeichnen, dennoch sind hier jede Menge Ecken und Kanten zu finden. Und die machen das Ganze natürlich noch interessanter bzw. sind letztendlich das Salz in der Suppe. Im Ranking des Rezensenten reiht sich dieses neue Album höher ein als der Vorgänger. Und dabei war der schon alles andere als schlecht.


Line-up Peggy James:

Peggy James (acoustic & electric guitars, lead & background vocals)
Jim Eannelli (acoustic-, electric- & slide guitars, bass, drums)

With:
Vic Span (drums – #2)
Gary Tanin (piano & organ – #11)

Tracklist "Till I Turn Blue":

  1. Compensation
  2. There Must Be Gold
  3. So Over You
  4. First Kiss
  5. Eyes On The Horizon
  6. A Walk With You
  7. Loneliest Girl
  8. Stuck On The Track
  9. Till I Turn Blue
  10. O. Winston Link
  11. You’re Still The Highlight
  12. Isn’t Anybody Coming?

Gesamtspielzeit: 44:47, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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