»[…] Natürlich machen die berühmten Gäste etwas her, aber letztendlich ist es Peter Karp, der mit seinem starken Songwriting den Ausschlag für diese tolle, abwechslungsreiche Platte gibt […]«
So geschrieben in der Rezension zu Alabama Town. Peter Karp legte nach. Mal hören, wie "Blue Flame" in der Kritik ausfällt. Zumindest kann man abermals von berühmten Gästen sprechen, denn unter anderem tauchen im Line-up Mick Taylor, Kim Wilson (The Fabulous Thunderbirds), Todd Wolfe, Paul Carbonara (auch Blondie) oder Dennis Gruenling auf.
Randbemerkung zur Verpackung: Achtung! Nachdem man die CD aus dem Digipak genommen hat, schaut einen in einer ziemlichen Großaufnahme Peter Karps Hund Frank an.
Mit Ausnahme von "From Where I Stand", das eine Gemeinschaftsproduktion des Protagonisten und dem Schlagzeuger Paul 'Hernandez' Unsworth ist, schrieb Peter Karp alle Songs selbst. Wenn man das Genre Singer/Songwriter in seine beiden Teile trennt, dann hat der Amerikaner als Songwriter schon verdammt viele Punkte auf seinem "Blue Flame"-Konto versammelt.
Als Sänger – schon an dieser Stelle erwähnt – gibt es keine negative Kritik zu äußern. Als Beleg seiner Wandlungsfähigkeit seien nur die beiden Buchstützen "Rolling On A Log" als relaxter Blues Rocker beziehungsweise "Young Girl", in dem er uns im Blues Country-Stil mit Dobro-Bottleneck in die Sümpfe entführt, gelistet.
Das Slide-Röhrchen scheint ja bereits fest mit seinem kleinen Finger verwachsen zu sein, aber Peter Karp spielt nicht nur Gitarre. In "The Nietzsche Lounge" darf sich der Hörer neben Harper Dennis Gruenling ebenfalls über Peter Karps Fähigkeiten auf den schwarzen und weißen Tasten freuen. Klasse Song!
Highlight ist auch das vom mächtigen Slide-Klang dominierte "The Arson’s Match". Ein Spiel, in dem sich Peter Karp sowie Kim Wilson die Harp-Kante geben. Tolle Nummer, deren Bottleneck-Einsatz an Elmore James erinnert, der auch in der Biografie als »[…] revered pioneers […]« erwähnt wird. "You Know" stellt die ziemlich persönliche Studio-Atmosphäre in den Vordergrund und mit dem längsten "Blue Flame"-Track "Round And Around" – mit Todd Wolfe am Gitarren-Ruder – bewegt sich der Künstler in Richtung Tom Petty.
Mit "Valentine’s Day" manövriert sich Peter Karp in die balladesken Gefilde des 12-Takters. Freunde des Bottlenecks kommen voll auf ihre Kosten, denn auch in dieser Nummer zeigt sich die Klasse des in Leonia, New York geborenen Musikers.
Zu den bisher erwähnten Songs kann man durchaus in unterschiedlicher Dynamik das Tanzbein schwingen, aber definitiv bei "Treat Me Right", denn hier packt Paul 'Hernandez' Unsworth die Groove-Drumsticks aus und Peter Karp konzentriert sich bei seinem Gitarrenspiel auf das Wah Wah-Pedal. Höhepunkt!
Mit einer klein wenig heftigeren Stimmung kommt fast logisch "Train O' Mine" daher. Da bleiben wir doch direkt auf der Tanzfläche.
Peter Karp hat es wieder gemacht. Bei "Blue Flame" kommt man unter dem Strich auf ein Ergebnis, das bereits weiter oben für "Alabama Town" zitiert wurde. Allerdings ist die vorliegende Platte phasenweise noch besser als der Vorgänger. In diesem Sinn …
Line-up Peter Karp:
Peter Karp (electric Resonator guitar, guitars, organ, piano, harmonica – #8, accordion vocals)
Mick Taylor (solo guitar – #6)
Kim Wilson (harmonica – #1,8)
Todd Wolfe (guitar – #12)
Paul Cabonara (guitar – #7)
John Zarra (mandolin)
Jim Ehringer (B3 organ, piano)
Albert Weisman (B3 organ – #12)
Dave Keyes (piano – 12)
Daniel Pagdon (bass)
Dennis Gruenling (harmonica – #2,3,9,11)
Paul 'Hernandez' Unsworth (drums)
Dae Bennett (drums – #8, percussion, background vocals)
Joanie Coleman (background vocals)
Tracklist "Blue Flame":
- Rolling On A Log (4:20)
- Train O' Mine (2:56)
- Your Prettiness (4:11)
- Valentine’s Day (3:18)
- Treat Me Right (4:53)
- The Turning Point (4:12)
- Loose Ends (3:57)
- The Arson’s Match (3:24)
- From Where I Stand (4:15)
- You Know (3:51)
- The Nietzsche Lounge (3:43)
- Round And Around (6:48)
- Young Girl (2:56)
Gesamtspielzeit: 52:58, Erscheinungsjahr: 2017



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