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Queen / A Night At The Opera – LP-Review

Eine der ersten Schallplatten, die ich mir damals von meinem schmalen Taschengeld leistete, war "A Night At The Opera" von Queen. Das war damals eine ganz neue Welt, die sich mir musikalisch eröffnete. Der Titel wurde von den Marx Brothers abgekupfert, die 1935 den gleichnamigen Film in die Kinos brachten. Genauso übrigens wie "A Day At The Races", der 1937 Titel eines Marx Brothers-Films war. Hört man sich die Originalaufnahmen zu den Filmen an, kann man durchaus Parallelen feststellen. "Lazing On A Sunday Afternoon" beispielsweise ist sehr nah an "Prélude en do mi, Op. 23, Chico Plays Piano" dran.
Wer sich die '500 Greatest Albums of All Time' des Rolling Stone ansieht, wird "A Night At The Opera" auf Platz 231 finden, zurecht wie ich finde. Für die damalige Zeit klangen die Aufnahmen schon erstaunlich gut, was wohl daran lag, dass Queen schon immer Perfektionisten waren.

Die Platte startet mit der bitterbösen Abrechnung ihres damaligen Managers Norman Sheffield, der die Band finanziell richtig übel über den Tisch gezogen haben soll. "Death On Two Legs (Dedicated To…)" kommt dann auch recht aggressiv und düster daher, wen wundert’s. Mit "Lazing On A Sunday Afternoon" reißt der Himmel aber wieder auf. "I’m In Love With My Car" übernimmt die Platte dann mit einem dichteren Sound. Der Motor, der im Song zu hören ist, stammte aus Roger Taylors damaligen Wagens. Das lässt das Herz eines jeden Autobegeisterten höherschlagen. Geschrieben hatte Taylor die Nummer für den Roadie der Band John Harris. Danach folgt die Singleauskopplung "You’re My Best Friend", die John Deacon für seine Frau Veronica schrieb, die auch heute sicherlich noch heute jedem bekannt sein dürfte.

Stilistisch ließen sich die vier Briten nicht festlegen, was das Country angehauchte "’39" beweist. Gesanglich setzten sie sich um Längen von vielen Bands ihrer Zeit ab. Hervorragender Satz- und Chorgesang ist bei fast allen Songs zu hören. Brian May weiß in allen Lagen mit seinem exzellenten Gitarrenspiel zu überzeugen und über den herausragenden Gesang von Freddie Mercury brauche ich sicher keine Worte mehr verlieren. Mit "Sweet Lady" kommt auch der Hardrockfan noch auf seine Kosten, bevor die erste Seite des Vinyls mit dem locker, flockigen "Seaside Rendevous" beendet wird.

Meine absolute Lieblingsnummer von Queen ist "The Prophet’s Song". Selten habe ich so einen ergreifenden Song gehört. Er ist mit über acht Minuten das längste Stück auf dem Album und erzählt die Geschichte von dem Propheten, der vor dem Weltuntergang warnt, dem aber niemand zuhören will. Ein Thema, das heute mehr Aktualität hat als je zuvor. Im Mittelteil gibt es einen ausgefeilten Gesangspart, der auch dem in "Bohemian Rhapsody" in nichts nachsteht! Ganz großes Kino. Das sanfte "Love Of My Live" sorgt für weitere Abwechslung. Brian May hatte für diesen Song seine Gitarre gegen eine Harfe getauscht. Danach wird es noch mal leicht und locker mit "Good Company", bevor dann ihr erster Riesenhit folgt. "Bohemian Rhapsody" war der erste Nummer-eins-Hit in GB, in Deutschland schaffte es die Hymne aber nur auf den siebten Platz. Was die vier Briten hier ablieferten, war ganz großer Sport und gilt bis heute zurecht als der Klassiker von Queen. Danach lassen die Jungs mit "God Save The Queen" ihre Namensgeberin hochleben, und beenden damit die Langspielplatte.

Fazit: "A Night At The Opera" ist ein sehr vielfältiges Album, von hart bis zart, von geradeaus rockend bis ziemlich abgedreht ist jede Facette guter Rockmusik vorhanden. Die Tracklist ist sorgfältig zusammengestellt, bei der jeder Song genau da sitzt, wo er hingehört. Eine tolle Platte, die auch nach über 40 Jahren nichts an Attraktivität verloren hat. Letzteres macht für mich einen echten Klassiker aus! Und jetzt lasse ich die Platte nochmal laufen, nur so, weil’s Spaß macht!


Line-up Queen:

Freddie Mercury (vocals, piano)
Brian May (guitar, vocals)
John Deacon (bass)
Roger Taylor (drums, vocals)

Tracklist "A Night At The Opera":

Side 1:

  1. Death on Two Legs (Dedicated To…) (3:43)
  2. Lazing on a Sunday Afternoon (1:07)
  3. I’m in Love with My Car (3:05)
  4. You’re My Best Friend (2:52)
  5. ’39 (3:31)
  6. Sweet Lady (4:04)
  7. Seaside Rendezvous (2:16)

Side 2:

  1. The Prophet’s Song (8:21)
  2. Love of My Life (3:39)
  3. Good Company (3:23)
  4. Bohemian Rhapsody (5:55)
  5. God Save the Queen (1:15)

Gesamtspielzeit: 20:38 (Side 1), 22:33 (Side 2), Erscheinungsjahr: 1975

Über den Autor

Michael 'Mike' Schröder

Hauptgenres: Rockmusik in all seinen Farben
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