Wenn ein Album den Namen Bruderschaft im Titel führt, dann muss es sich um eine besondere Angelegenheit handeln. Auf "Brotherhood", dem neuen Studioalbum von Sinner, trifft dies zu. Mat Sinner ist seit 1982 Frontmann der nach ihm benannten Band. 1997 gegründete er gemeinsam mit den noch immer aktiven Musikern Ralf Scheepers (Gesang) und Tom Naumann (Gitarre) mit Primal Fear eine der erfolgreichsten Power-Metal-Bands. Damit nicht genug: Seit 2010 ist Mat Sinner musikalischer Leiter und Creative Director der "Rock-Meets-Classic"-Produktion. Einmal jährlich treffen unter seiner Regie ein Symphonieorchester und eine Band zusammen, um Hits der Rockgeschichte zu spielen. In der Band gibt es einen festen Stamm. Der größte Teil der Arbeit lastet auf Mat Sinner.
Der Blondschopf ist also in aller Munde, doch bei einer größeren Zahl an Projekten müssen Prioritäten abgesteckt sein. Aus gutem Grund darf man deshalb bei "Brotherhood" von einem Comeback-Album sprechen. Ein Comeback genau 40 Jahre nach dem Debüt von Sinner. Schon nach den ersten Durchläufen hören wir vertraute Klänge. Der melodische Hard Rock klingt erfrischend professionell und hat seinen Platz an der Schwelle zum Heavy Metal. Zurück zum Namen des Albums "Brotherhood": Für Mat Sinner ist es ein »gewaltiges Album« mit einem Titel, der so selbsterklärend ist wie die Mission seines Schöpfers. »Diese Band wird durch ein enges Band der Freundschaft zusammengehalten«, sagt der Gründer über die Wirkung der zwölf Kompositionen. »Ohne diese Freundschaft würde es Sinner einfach nicht geben.«
Mit Mat Sinner, Gitarrist Tom Naumann – der seit 35 Jahren dabei ist –, Gitarrist Alex Scholpp und seit 2018 Schlagzeuger Markus Kullmann ist »Brotherhood« als 18. Album von Sinner entstanden. Es ist geprägt von eingängigen Melodien und kräftigem Hard Rock, letztlich aber auch von einer starken Portion Herzblut.
Die Platte zündet von der ersten Sekunde an und hat ohne Abstriche internationales Format. Purer Metal bzw. Hard Rock der alten Schule! Mit Hooks, Riffs und präziser Härte belebt Sinner Tugenden wieder, die er vier Jahrzehnte zuvor mitentwickelt hatte. Die Jagd beginnt mit dem Opener "Bulletproof", einer Ouvertüre, die so wenig Gefangene hervorgebracht hat wie einst "Painkiller" von Judas Priest. "We Came To Rock" ist ein selbsterklärendes Manifest mit donnerndem Riff. Der Titeltrack dient bereits als eine der Heavy Metal-Hymnen des Jahres 2022 und "Refuse To Surrender" als heftiger Midtempo-Brecher ist wie ein ausgestreckter Mittelfinger für alle Zweifler, die Sinner schon abgeschrieben hatten. Das Feuer lodert folglich heller denn je. Das gilt auch für das epische, düstere "The Last Generation" – eine Art Weckruf an die Gesellschaft. Mit 7:25 Minuten Spieldauer ist es das längste Stück und liefert den Beweis dafür, dass sich Länge gut und gern in einer besonderen Qualität widerspiegeln kann. Besonders hörenswert, Gänsehaut inklusive und als Anspieltipp bestens geeignet.
Mat Sinner steht für die Werte des Heavy Rock. Er zeichnet sich nicht nur durch seine Werke und seine musikalischen Experimente aus. Sinner lebt den Austausch mit internationalen Künstlern. Für die aktuelle Produktion hat er sich eine Vielzahl von Gastmusikern ins Boot geholt. Die Band hat allerdings darauf verzichtet, explizit den einzelnen Musikern bestimmte Stücke zuzuordnen. Gastbeiträge stammen u.a. von Dave Ingram, Erik Martensson, Giorgia Colleluori, Lisa Müller, Mark Basile, Neil Witchard, Oliver Palotai, Ralf Scheepers, Ronnie Romero, Sascha Krebs, Stef E. und Tom Englund.
Das Album "Brotherhood" wurde von Fronter Mat Sinner unter Beihilfe von Gitarrist Tom Naumann produziert, bei Basi Roeder (Backyard Studios) sowie Mitch Kunz (Apollo 13 Audio) eingespielt und vom langjährigen Volbeat-Produzenten Jacob Hansen (Hansen Studios, Dänemark) gemixt und gemastert.
Line-up Sinner:
Mat Sinner (vocals, bass)
Tom Naumann (guitars)
Alex Scholpp (guitars)
Markus Kullmann (drums)
sowie diverse Gastmusiker
Tracklist "Brotherhood ":
- Bulletproof (4:01)
- We Came To Rock (4:04)
- Reach Out (4:51)
- Brotherhood (4:22)
- Refuse To Surrender (3:37)
- The Last Generation (7:25)
- Gravity (5:09)
- The Man They Couldn’t Hang (5:16)
- The Rocker Rides Away (4:41)
- My Scars (4:02)
- 40 Days 40 Nights (5:53)
- When You Were Young [The Killers Cover; Bonus Track physisch] (3:17)
Gesamtspielzeit: 56:38, Erscheinungsjahr: 2022



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