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Smooth Hound Smith / Dog In A Manger – CD-Review

Smooth Hound Smith / Dog In A Manger

Das ist doch wirklich mal ein interessanter Name: Smooth Hound Smith

Selbstverständlich ist er in einen Kontext zu setzen … in diesem Fall ein Musikduo, bestehend aus dem Ehepaar Zack Smith (aha, daher also das 'Smith' im Namen) und Caitlin Doyle-Smith. Beide zieren auch das Cover des dem Rezensenten vorliegenden Albums, "Dog In A Manger", und vermitteln optisch den Eindruck, es jetzt mit uramerikanischer Musik bleichgesichtiger Prägung zu tun zu bekommen … vermutlich sogar in dezent rockiger Ausführung, selbige aber eher traditionell gehalten. Das wiederum lässt den Rezensenten in seligen Erinnerungen schwelgen, als Musikalben teilweise einzig und allein wegen ihrer Covergestaltung als genau passend erachtet und somit blindlings gekauft wurden.

Heutzutage kaufen nur noch Nostalgiker und weltfremde Genießer Tonträger, in diesem Fall kann der Silberling und das schwarze Gold als Import seit dem 09.08.2019 erworben werden.

Ganz neu im Geschäft ist dieses Duo nicht. 2013 kam ihr gleichnamiges Debütalbum raus, drei Jahre später gefolgt von "Sweet Tennessee Honey", so dass sie jetzt ihrem Zyklus treu blieben und mit der Veröffentlichung ihres dritten Werkes an den Start gehen.

Speziell der Vorgänger wurde dem Namen des Duos nicht ganz gerecht, denn das Pendel schlug hier deutlich mehr in Richtung Jagd- denn Schoßhund aus. Dieser Eindruck wird nun mit "Dog In A Manger" deutlich in Richtung ’smooth' korrigiert, denn hier erfährt ihre 'American Roots Music' einen melodiereichen wie ausgesprochen harmonischen Schub, nicht zuletzt durch den ausgezeichneten Harmoniegesang der beiden Protagonisten. Das Songwriting stand dabei unter dem traurigen Stern des Todes vom Vater Zack Smiths. Dabei ist eine, in seiner Gesamtheit, sehr ruhige Songkollektion zustande gekommen, die allerdings weniger Melancholie ausstrahlt, als hätte vermutet werden können. Heftige rockige Ausreißer als Kanalisation von Gefühlsausbrüchen fehlen ebenfalls, allenfalls "One In The Morning" geht als Country-Folk-Pop-Rock Marke Clapton anno Anfang der 1980er Jahre durch, "Three Shades Of Lonely" wartet gar mit einer dreckigen Bottleneck-Slide auf,  wobei die Produktion hier insgesamt überraschenderweise mit sehr viel Pro-Tools arbeitet, was ihr einerseits eine gewisse moderne Frische verleiht, andererseits aber der dargebotenen Musik ein Stück weit ihre Authentizität nimmt.

Als musikalische Vergleichsdeterminanten kommen dem Rezensenten dabei nicht nur einmal Fleetwood Mac in der Inkarnation mit Lindsey Buckingham und Stevie Nicks in den Sinn, sporadisch schimmert manchmal auch J.J. Cale durch, der auch nicht immer geerdeten Sound sein Eigen nennen durfte.

Insgesamt fehlt dem Rezensenten der knarzige Roll des Vorgängers, auch eine schmissige Hillbilly-Nummer wird als vermisst gemeldet. Bei "Dog In A Manger" dominiert der Wohlklang, allerdings im Kosmos des Country-Folk-Pop-Soul-Singer-/Songwriter-Roots Rock durchaus varianten- und facettenreich dargeboten, wobei sich Zack Smith als ausgesprochen versierter Multiinstrumentalist hervorhebt. Insbesondere seine Saitenbearbeitung atmet eine sehr persönliche Note, kommt dem Rezensenten auf diesem Album insgesamt aber zu kurz! Somit passen nicht nur Duo-Name und das Albumcover, sondern auch der Albumtitel wie die Faust aufs Auge: So ein Spielverderber


Line-up Smooth Hound Smith:

Zack Smith (guitars, vocals, foot-drum, harmonica)
Caitlin Doyle (vocals, percussion)
Andrew Benfante (keyboard; #2, #4)
Larry Hanson (keyboard; #8)
Carson Cody (keyboard; #9)

Tracklist "Dog In A Manger":

  1. Life Isn’t Fair (2:44)
  2. One In The Morning (4:17)
  3. Dog In A Manger (3:57)
  4. Backslide (2:57)
  5. Waiting For A Spark (3:10)
  6. I Got My Eyes On You (3:21)
  7. Three Shades Of Lonely (3:15)
  8. Used To Be Your Man (4:38)
  9. Second Hand News (2:42)
  10. Truck Stop Shower (3:11)
  11. Dog In A Manger [Radio Edit] (3:35)

Gesamtspielzeit: 37:47, Erscheinungsjahr: 2019

Über den Autor

Olaf 'Olli' Oetken

Beiträge im Archiv
Hauptgenres (Hard Rock, Southern Rock, Country Rock, AOR, Progressive Rock)

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