Im Line-up der Band T.a.l.l sind vier Musiker vereint, die man unter anderem mit dem Øresund Space Collective in Verbindung bringt.
Es sind Mattias Olsson (Schlagzeug), Mogens Deenfort (Synthesizers), Bassist Jiri Jon Hjorth sowie Gitarrist Jonathan Segel.
Mattias Ollson spielt zusätzlich in der Experimental-/Progressive Rock-Formation Molesome.
Jonathan Segel ist unter anderem auch Musiker bei Camper Van Beethoven.
Der Bandname T.a.l.l mag etwas seltsam anmuten, erklärt sich allerdings aus einer E-Mail von Mattias Olsson.
Darin heißt es, dass ein »[…] musical director […]« den Bass-Sound von Jonathan Segel als »[…] That’s a little low […]« kommentierte.
Die fünf Songs auf "T.A.L.L" wurden vom 06.-10. Februar 2023 in den Roth Händle studios, Sollentuna, Schweden, aufgenommen.
Die Roth Händle Studios werden von Mattias Olsson betrieben.
Das sphärische Intro zum ersten Song mit dem Titel "Fattening", dem längsten Track (18:17 min) auf der vorliegenden Platte, lässt darauf schließen, dass es sich wohl um eine Space Rock-Nummer handelt. Herrlich, wie das Stück durch den luftleeren Raum mäandert und uns durchaus Gelegenheit dazu gibt, sich in die Improvisation zu vertiefen und fantasievolle Bilder auf die innere Leinwand zu projizieren. Mit hypnotischer Rhythmik schwirren Synthesizer- sowie Gitarren-Sounds an unserem geistigen Auge vorbei. Highlight!
Mit Blick auf die Länge der Stück steht "Beatrice" (17:04 min) an zweiter Stelle.
Jonathan Segels Wah Wah-Gitarren- und Jiri Jon Hjorths Bass-Fantasien leiten in einen Track ein, zu dem sich dann dezent Mattias Olssons Drumming und die dahin gleitenden Synthesizer-Sounds von Mogens Deenfort gesellen. Das besondere Extra sind die Klarinetten-Klänge von Gastmusikerin Francisca Marchan. Im Verlauf der Nummer gleitet das Lied fast unmerklich in eine progressive Phase, nur um mit Keyboard-Tonfolgen das Ende einzuleiten. Super!
Auf dem Podium landet dann "Orwell" (15:38 min), in dem Saxofonist Oskar Forsberg die Gastrolle bekleidet.
In dieser Improvisation herrscht nun eine ganz andere Stimmung, als bei den bereits genannten Tracks. "Orwell" ist Progressive Rock mit einer gehörigen Portion Jazz Rock im Gepäck. Zu einem akzentuiert gespielten Mattias Olsson-Schlagzeug entwickelt sich zwischendrin nur ein relativ kurzes Innehalten in Form von Space-Intermezzi. Oskar Forsberg ist mit tonangebend. Er fasziniert mit seinem Faible für den improvisierten Modern Jazz. Auf seiner Website lesen wir unter anderem: »[…] Mainly works in the Jazz/improvisational genre […]«. Mit einem feinen und gleichzeitig leisen Synthesizer endet die Nummer. Highlight!
Zurück zu Francisca Marchan kommen wir, wenn es um "Irwin" geht.
Die Stimmung dieser Improvisation reflektiert eine Abendstimmung mit untergehender Sonne und aus einem See aufsteigendem Dunst, der sich Schritt für Schritt zu Nebelfeldern verdichte. Zum Tagesende zwitschern Vögel ihr Abschiedslied und obwohl im Line-up nirgends Vocals angegeben sind, hören die Leute vor den Lautsprechern immer wieder eine Frauenstimme. Francisca Marchans Einfallsreichtum auf der Klarinette unterstreicht nachhaltig die fröstelnde Atmosphäre.
Mächtig wummert der Bass von Jiri Jon Hjorth. Mattias Olsson trommelt bedächtig, Mogens Deenfort legt dazu flächige Synthesizer-Sounds an und Jonathan Segel füllt mit seiner E-Gitarre weite Räume. Hypnotisch gleitet "Anders Bern" dahin und zum Ende hin findet das Stück erfolgreich den Weg in eine weitere Traumwelt. Toll!
"T.A.L.L" von der Formation T.a.l.l ist ein Album, bei dem sich eine große Freude entwickelt.
"T.A.L.L" von der Formation T.a.l.l ist ein Album, das durch Space Rock-Tiefgang und den Seitenblick auf andere Genres glänzt.
"T.A.L.L" von der Formation T.a.l.l ist ein Album, das es verdient hat, aus einer Nische hervor geholt zu werden.
Line-up T.a.l.l:
Mattias Olsson (drums)
Mogens Deenfort (synthesizers)
Jiri Jon Hjorth (bass)
Jonathan Segel (guitars)
Guest Musicians:
Oskar Forsberg (saxophone – #3)
Francisca Marchan (vocal, clarinet #4, clarinet – #5)
Tracklist "T.A.L.L":
- Fattening (18:17)
- Anders Bern (7:26)
- Orwell (15:38)
- Irwin (6:18)
- Beatrice (17:04)
Gesamtspielzeit: 64:43



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