The Bluesanovas sind eine feste Größe in Blues-Kreisen.
2019 ausgezeichnet mit dem Deutschen Rock- und Poppreis sowie Gewinner des German Blues Award konnte die Combo den letztgenannten Preis 2020 wiederholen.
In dem Jahr waren sie auch Semifinalist bei der International Blues Challenge.
Für die 2015 gegründete Formation ein durchaus steiler Anstieg des Werdegangs.
2018 brachten The Bluesanovas ihr Debütalbum "Bluesanova" auf den Markt.
2019 folgte Emergency Call For The Blues!.
Der Bluesmagazine.nl-Kollege André schrieb in seiner Rezension:
»[…] Fazit: Mit "Emergency Call For The Blues!" liefern The Bluesanovas wieder ein Top-Album ab. Auf CD und live verdienen sie unsere Aufmerksamkeit. Unbedingt hinhören oder hingehen. Hut ab! […]«
RockTimes folgte seinem Hinweis und war am 27.08.2021 beim Auftritt in Aalten dabei.
Das The Bluesanovas-Konzert fand als Open Air unter dem Pavillondach statt.
Schon der instrumentale Opener "Rollin' Thunder" deutete an, was die zahlreich erschienenen Besucher während der nächsten fast zwei Stunden erwarten sollte.
Groove, feinste E-Gitarren-Arrangements, herrliche Keyboard-Klänge sowie gleitende Bassläufe waren angesagt.
Was bei der kurzen Gig-Eröffnung fehlte, war der Gesang von Frontmann Melvin Schulz. Der gesellte sich dann zu den anderen Musikern und überzeugte stante pede durch seine durchdringende Stimme. Was er stets leidenschaftlich sang, verkörperte er auch durch Gestik sowie Mimik. Klasse!
Das The Bluesanovas-Repertoire war reichhaltig gefüllt mit Blues, R&B, Rock’n’Roll, Boogie Woogie und einer besonders authentischen Note des Zwölftakters, der den traditionellen Blues in den Vordergrund rücken sollte.
Apropos Vordergrund … da positionierte sich Gitarrist Filipe de la Torre nicht nur unmittelbar am Bühnenrand, sondern gesellte sich zweimal zum Publikum. Davon abgesehen bestach er ein ums andere Mal mit hinreißenden Soli, die er höchst variantenreich spielte und seine Fretboard-Fahrten immer wieder mit Überraschungen spickte. Super!
Philipp Dreier füllte den The Bluesanovas-Blues zu jeder Zeit mit den perfekt passenden Grooves und Beats. Erstaunlich, was er aus seinem sparsam ausgestatteten Drumset heraus holte. Toll! Aus diesem Blickwinkel wurden Erinnerungen an Charlie Watts geweckt.
Nico Dreier bereicherte den Sound des Quintetts durch herrlich geknüpfte Klang-Teppiche und seine Alleingänge, hier und da auch spezialisiert durch einen alten Leslie-Lautsprecher, waren immer Anlass für Szenenapplaus. Das Publikum war von Konzertbeginn an begeistert und spart daher nicht mit Beifall.
Bassist Fabian Rosmaity zupfte die dicken Saiten vom E-Bass und die noch dickeren Kontrabassstränge und servierte pumpend-tiefe Töne, die gemeinsam mit Philipp Dreiers Drumming die beseelte Rhythmus-Kompetenz darstellte.
Wenn es zum Slow Blues kam, kreierte die Combo besondere Momente, die unter die Haut gingen und Gänsehaut erzeugten.
So war "Devil’s Mule" einer dieser Blues-Gipfel der langsamen Art, bei dem Nico Dreier auf dem E-Piano begeisterte.
Anlässlich des Amerika-Aufenthalts besichtigte die Formation nicht nur die berühmten Sun-Studios in Memphis, sondern mietet sich für die 4-Track-EP "Blues’n’Roll" dort ein und alle Titel der Veröffentlichung aus dem Jahr 2020 konnten beim Auftritt voll überzeugen. Für "Misery Woman" könnte man den Albumtitel auch in Blues’n’Groove oder Blues’n’Boogie abwandeln. Daumen hoch!
Im Laufe des Konzerts präsentierten The Bluesanovas auch neue Songs, die vielleicht auf einer zukünftigen Platte erscheinen werden. Als letzter Song des ersten Gig-Teils versüßte der R&B von "Big Love" die anstehende Pause. Für "Live It Or Leave It" betrat man wieder das Terrain des Slow Blues. Und wie! Lang, länger, The Bluesanovas in bestechender Form. Der Gitarrist spielte aus seiner Blues-Seele so feinfühlig, so akzentuiert, so dynamisch und schraubte sich in einen melancholisch wie auch nachdenklich gefärbten Blues-Himmel. Highlight!
Am Beginn und Ende des zweiten Teils kam für zwei Lieder Tinez Roots Club-Saxofonisten Martijn van Toor auf die Bühne. Er brachte den The Bluesanovas-Rock’n’Roll sowie Boogie Woogie zusätzlich in Schwung. Kompliment!
Von Willie Nelson als Country-Song geschrieben, kennen wir "Night Life" aber auch von B.B. King und genau dort setzte die Band mit ihrer grandiosen Interpretation an.
Es war wegen der tollen Live-Musik schon während des Gigs absehbar, dass die Anwesenden die Band nicht ohne Zugabe entließ. Gesagt, getan … aber …
Man wollte The Bluesanovas immer noch keinen Feierabend gönnen. Lautstarke wurde vom Publikum eine weitere Zugabe gefordert und die bekamen die Zuschauer auch. Auf der Bühne kam Betriebsamkeit auf. Der Piano-Hocker wurde nach vorne gestellt. Mit Percussion-Instrumenten – darunter auch eine Stompbox – positionierten sich die Dreier-Zwillinge neben dem Sänger, der wiederum ein Fahrradlampen-Mikrofon testete. Fabian Rosmaity rückte samt Kontrabass etwas näher und Filipe de la Torre streifte das Bottleneck über den kleinen Finger.
Nach so vielen Ausrufezeichen setzte das Quintett durch Muddy Waters' "I Can’t Be Satisfied" ganz am Schluss noch ein übergroßes !.
Für die, die The Bluesanovas noch nicht live erlebt haben, wird es höchste Zeit.
So muss Blues-Unterhaltung gehen.
Dieses Konzert wird für RockTimes nicht das letzte gewesen.
Hut ab, Fabian, Filipe, Melvin, Nico sowie Philipp und am 27.082021 gehörte auch Martijn van Toor dazu!
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.
Line-up The Bluesanovas:
Melvin Schulz (vocals, percussion)
Filipe de la Torre (guitar, slide guitar)
Nico Dreier (keyboards, percussion)
Fabian Rosmaity (bass, upright bass)
Philipp Dreier (drums, percussion)
Special Guest:
Martijn van Toor (saxophone)
- Filipe de la Torre (guitar, slide guitar)
- Melvin Schulz (vocals, percussion)
- Fabian Rosmaity (bass, upright bass)
- Philipp Dreier (drums, percussion)
- Action am Mikro
- Fretboard-Blues
- Saiten-Tasten-Arrangement
- Der Kontrabass schnurrt
- Nico Dreiers Keyboard-Fantasien
- aus der Blues-Seele
- und alle …
- Lightshow
- Filipe de la Torre
- Philipp Dreier-Grooves&Beats
- Melvin Schulz-Gestik
- perfektes Outfit
- der Schellenring
- Martijn van Toor (saxophone)
- Special Guest Martijn van Toor
- dramatisch
- The Bluesanovas in Aktion
- Video-Aunahme
- Slide-Gitarre
- Zugabe
- Danke, bedankt, thank you, The Bluesanovas






























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