The Damned sind auch so kleine zähe Köter (liebevoll gemeint), die sich schlicht und ergreifend weigern, von der Bühne abzutreten. Die Briten waren ja in der ersten Hälfte der 2020er schon schwer aktiv und veröffentlichten einige Alben. Und jetzt ein Cover-Album? Hmm … okay, bei Recherchen hat sich dann herausgestellt, dass Gitarrist und Gründungsmitglied Brian James vor etwa einem Jahr verstorben ist und die Band sich kurzentschlossen zu seinen Ehren an ein Album mit Tracks von Bands machte, die James und somit zwangsläufig auch The Damned in ihren frühen Jahren beeinflusst haben. Also gut, zehn Tracks mit einer Spielzeit von knapp 35 Minuten sollten eine kurze und knackige Angelegenheit werden. Sollte man zumindest meinen … und ist zum Glück auch so.
Und selbstverständlich kennt der erfahrene Rock-Fan mindestens die Mehrzahl dieser Tracks bereits sehr gut. Das geht von Klassikern wie der Stones-Nummer "The Last Time", Pink Floyds "See Emily Play" oder Eric Burdon & The Animals "When I Was Young" über zumindest halbwegs bekannt sein sollende Stücke wie "Heart Full Of Soul" von den Yardbirds, den Kinks-Klassiker und Titeltrack "I’m Not Like Everybody Else" oder "Gimme Danger" von The Stooges bis hin zu vielleicht nicht jedem ganz so geläufigen Tracks wie "Making Time" von The Creation, "You Must Be A Witch" von The Lollipop Shoppe oder "There’s A Ghost In My House" von R. Dean Taylor. Natürlich alles blitzsauber eingespielt, mit einer gewissen doomigen Atmosphäre ausgestattet und geführt von Dave Vanians eigentlich immer erkennbarem Gesang.
Ach ja, bei der obigen Aufzählung ganz vergessen hat der Rezensent das von ihm mittlerweile nicht mehr genießbare "Summer In The City". Aus rein persönlicher Sicht der einzig wirklich überflüssige Track der Platte. Tja, und sonst? Über die Klasse von Stücken wie unter anderem "See Emily Play", "Heart Full Of Soul" oder "I’m Not Like Everybody Else" braucht man gar nichts groß zu schreiben, denn die hört man immer gerne und zumindest mir ist da auch noch keine Version untergekommen, die diese Songs hätte zerstören können. Neuentdeckungen für den Rezensenten waren Kleinode wie "Making Time" von den von ihm nicht so oft frequentierten The Creation ("Painterman" anybody?) sowie "You Must Be A Witch" von den ihm völlig unbekannten The Lollipop Shoppe. Die beiden passen jedoch wie eine Eins in diese Zusammenstellung.
Konnten The Damned den Tracks etwas Neues abgewinnen oder mit ihren Interpretationen auf die eine oder andere Weise überraschen? Nee, nicht wirklich, weshalb sich auch immer die Frage nach dem Sinn solcher Veröffentlichungen stellt. Aber gut, der Beweggrund wurde ja im ersten Absatz dieses Reviews genannt und wenn man keine übersteigerten oder progressiven Erwartungen hat, dann läuft die Scheibe ganz wunderbar durch. Die Songs sind eh alle klasse und speziell die The Damned-Fans werden sich über die Scheibe freuen. Ansonsten ganz sicherlich kein Muss-Kauf, aber auch eine Scheibe, die ganz gut ins Ohr geht und auch niemandem weh tut.
Line-up The Damned:
Dave Vanian (lead vocals)
Captain Sensible (guitars, vocals)
Rat Scabies (drums)
Paul Gray (bass)
Monty Oxymoron (keyboards)
With:
Brian James (second guitar – #10)
Tracklist "I’m Not Like Everybody Else":
- There’s A Ghost In My House
- Summer In The City
- Making Time
- Gimme Danger
- See Emily Play
- I’m Not Like Everybody Else
- Heart Full Of Soul
- You Must Be A Witch
- When I Was Young
- The Last Time
Gesamtspielzeit: 34:34, Erscheinungsjahr: 2026



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