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The Great Machine / Working Class Anarchist – CD-Review

Zwei Jahre nach Funrider gibt es mit "Working Class Anarchist" ein neues Album von The Great Machine.
Aus der "Funrider"-Rezension: »[…] Hat man sich einmal, vielleicht nicht unbedingt nach dem ersten Hördurchgang, in die The Great Machine-Musik vertieft, wird man viele verschiedene Klang-Landschaften genießen können. […]«
Bei Noisolution heißt es zu "Working Class Anarchist" unter anderem: »[…] Ziel war es, die Kraft ihrer Liveshows auf Band zu bringen. Härter, spontaner und rauer zu sein. Dieses Mal ohne aufwändige Studioproduktion all das festzuhalten, was 'on the road' jeden Abend in den Clubs passiert. Ungebremst, ungeschönt und 'real'. Analog Equipment, first take, wenig Overdubs, ein Gegenentwurf zu vielen aktuellen HighEnd Digital Produktionen. […]«
Nachdem das Album Respect 2018 nur in Israel veröffentlicht wurde, wurde es im Herbst 2023 nochmals auf den internationalen Markt gebracht.

Zunächst soll es in dieser Rezension um den Track "Mysterious Lady" gehen, denn dieses Lied »[…] wurde noch als letzte Aufnahme mit Drummer Michael Izaky eingespielt, der anschließend die Band aus privaten Gründen verlassen hat. […]«
Schwer hängen die Gitarren-Riffs zunächst in der Luft. In psychedelischen Effekten eingebettet kommt der Gesang rüber und schon freuen wir uns in dieser ersten Phase der Nummer über ein Brett von Gitarren-Klängen. Das schleppende Stoner Rock-Tempo wird dann, nach fast drei Minuten, verschärft und schon hebt das Stück mit einem schönen Groove völlig losgelöst ab, nur um dann zu den Anfängen des Liedes zurückzukehren. Das längste Lied (6:13 min) auf der vorliegenden Platte ist Stoner Rock-Intensität pur.

"Anarchy" ist dann das Stück, bei dem The Great Machine mit gekonntem Punk aufwartet. Hört man vielleicht eher selten im Zusammenhang mit Punk, aber Gast-Saxofonist Max Thun erweitert den Sound der Nummer durch sein Holzblasinstrument-Solo. Kurz, trocken, knackig.
Es gibt auf dem Album zwei weitere Lieder unter der zwei Minuten-Marke. "Ms. Stress" macht seinem Namen alle Ehre. Aufbegehren ist angesagt. Diese Nummer bohrt sich durch ihre furiosen Power förmlich in den Erdboden. Hinhörer!
Dann bekommen wir noch "Beelzeboy" auf die Ohren. Allerdings zieht das Trio hier die Zügel an und streichelt uns mit dieser schönen Ballade, im Vergleich zu den anderen Songs, instrumental über die Wangen.

Mit "Beelzeboy" befinden wir uns schon vor dem Ende von "Working Class Anarchist". Riffs im Retro-Outfit jagen aus den Lautsprechern. Ganz weit aus der Ferne winken Led Zeppelin mit "Whole Lotta Love". Insgesamt verfügt "Louder Than The Bombs" über einen musikalisch-psychedelischen Habitus. Die Spoken Words verpassen dem Stück ein wenig Düsterness und dieses Gitarren-Riffing zieht sich fast schon hypnotisch durch den Song. Zum Abschluss noch ein weiteres klasse Lied.

Vom Ende direkt zum Anfang der Veröffentlichung.
Mit einem klasse Gesang inszeniert, ist "Briana Banks" ein Stoner Rock-Stück mit einem Fußwippen-Drum-Groove von Dan Deutsch, dem »[…] ewigen Freund der Band, Tourbegleiter, Merchandiser und Bandgrafiker […]« und einer nicht von der Hand zu weisenden Eingängikeit. Erster Song, erstes Highlight!
Die Drangphase hält an. "Bound By Fire" kommt härter rüber, stellt den Gesang mehr in den Vordergrund und die Leute vor den Lautsprechern freuen sich über ein fetziges Sechssaiter-Solo sowie zwischendrin einen feinen Rhythmuswechsel. Sehr gelungen, diese Nummer!
"Desert Ledge" begehrt auf, ist durchzogen von einem Blues Rock-Feeling und abermals erregt Omer Haviv mit seinem Gitarren-Alleingang unsere Aufmerksamkeit.

"Working Class Anarchist" von The Great Machine ist wahrlich keine musikalische Schonkost.
"Working Class Anarchist" von The Great Machine ist zupackender, griffiger Rock/Stoner Rock mit einem gekonnten Ausflug in den Punk und einer feinen instrumentalen Ballade.
Empfehlung.


Line-up The Great Machine:

Aviran Haviv (bass, vocals)
Omer Haviv (guitars, vocals)
Dan Deutsch (drums, percussion)

With:
Michael Izaky (drums – #6, guitars – #6, percussion – #6, vocals – #6)
Tom Elbaz (piano)
Max Thun (saxophone)

Tracklist "Working Class Anarchist":

  1. Briana Banks
  2. Bound By Fire
  3. Ms. Stress
  4. ABQ
  5. Demon Party
  6. Mysterious Lady
  7. Neu
  8. Anarchy
  9. Desert Ledge
  10. Beelzeboy
  11. Louder Than The Bombs

Gesamtspielzeit: 35:57, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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