Über Udo Lindenberg als Musiker und Sänger braucht man nicht mehr viel zu erzählen. Sein Werk dürfte jedem halbwegs an Musik interessierten bekannt sein und falls man nicht der ganz große Fan ist, so dürfte wahrscheinlich jeder zumindest ein paar Songs des Wahl-Hamburgers aufsagen oder im besten Fall auch singen können. In den letzten Jahrzehnten hat sich der gute Udo immer mehr seiner zweiten Liebe, der Malerei hingegeben. Und zum Anlass einer Ende Juni in Oberhausen angelaufenen Ausstellung von Lindenbergs Werken, ist vor wenigen Monaten auch ein neues, dickes Buch erschienen. 288 Seiten in den Maßen 280 x 220 mm ist schon ein bisschen was zu tragen, oder anders gesagt: es bietet sich an, dieses Buch im Sitzen zu lesen, da es einem ansonsten dann doch sehr bald zu schwer wird.
Aber gut, das macht ja nichts. Letzten Endes gibt es hier sowieso mehr zum Anschauen, als zum Lesen, da sich das Buch sehr ausgiebig mit den Werken des Künstlers befasst. Eröffnet wird der Reigen mit Grußworten des Oberbürgermeisters von Oberhausen sowie des Vorsitzenden der Brost Stiftung, bevor der gute Udo selbst noch ein paar einleitende Sätze schreibt. Es gibt ein weiteres Vorwort und weitere Essays über Udos Malkunst, unterbrochen eigentlich nur von der kompletten Album-Diskographie, bei der ausführlicher auf jedes Lindenberg-Album ab dem 1971 erschienenen und noch auf Englisch gesungenen Erstwerk "Lindenberg" eingegangen wird. Wobei lobend erwähnt werden muss, dass hier auch die Exoten in Udos Karriere, sprich die späteren in englischer oder gar holländischer Sprache eingesungenen Alben, zur Sprache kommen.
Nach 75 Seiten ist dann aber Schicht im Schacht mit Texten und der Rest des Buches zeigt die Werke des Künstlers. Begonnen mit frühen Skizzen aus dem Jahr 1979, manchmal sogar auf Bierdeckeln oder diesen schmalen Blocks, wie sie von den Angestellten in Kneipen oder Restaurants beim Zusammenrechnen verwendet werden. Aber es geht natürlich weiter und man kann ganz wunderbar nachvollziehen, wie sich Lindenberg diesbezüglich weiterentwickelt hat. Da ist dann von farbigen Werken bis hin zu seinen bzw. die von ihm entwickelten Likörelle alles vertreten. Und auch hier zeigt Udo, dass er neben viel Scharfsinn und Kritik auch jede Menge Humor hat. Auch recht wollüstig geht es manchmal zu, aber wie gesagt: alles mit einem Augenzwinkern versehen.
Einmal ganz frei heraus gesagt, ist der Rezensent nun wirklich kein Kenner der Malerei, weshalb er die Arbeiten von Udo Lindenberg auch nicht wirklich bewerten, beurteilen oder einordnen kann. Aber gut, dafür gibt es schließlich die ganzen Artikel im ersten Teil des Buches, die einerseits erzählend und andererseits erklärend agieren. Festgestellt habe ich jedoch, dass ich "Kometenhaft panisch" immer gerne und in die Hand genommen habe und nehme, da es durchaus unterhaltsam ist. Ein schönes Teil, das obendrein auch sehr wertig und mit viel Liebe her- und zusammengestellt wurde. Für den einen oder anderen ganz sicher eine schöne Überraschung unter dem Weihnachtsbaum!
Herausgeber: Dr. Christine Vogt und Frank Bartsch
Verlag: Heel Verlag
Sprache: Deutsch
Taschenbuch (Broschur): 288 Seiten
ISBN: 978-3-69019-040-4
Abmessungen: 28 x 22 cm
Preis: 39,95 Euro



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