Volbeat – das bedeutet einen scheinbar ungestillten Heißunger der Fans auf ihre so heiß geliebte Band. Das zeigen die Verkaufszahlen auf ihrer bereits gestarteten Welttournee, wobei allein der Blick auf Deutschland Bände spricht. Noch vor dem Start des neuen Albums "God Of Angels Trust" hatten sich die Fans mit Eintrittskarten eingedeckt und die Konzerte nahezu als 'ausverkauft' vermeldet. In Deutschland sind Volbeat seit mehreren Alben in den Verkaufscharts auf Platz 1 programmiert und international halten sie ebenfalls einen einzigartigen Rekord: Als nicht-amerikanische Band halten sie mit zehn Nummer-1-Hits in den Billboard Mainstream Rock Charts eine außergewöhnliche Bilanz.
So wird das neue, am 6. Juni 2025 erschienene Album "God Of Angels Trust" nichts revolutionieren, ganz gleich wie die Ansagen der dänischen Heavy Rock-Giganten und ihrer Promoter lauten. Epochale Überraschungen sind auf dem neunten Studioalbum nicht auszumachen. Volbeat berufen sich weiterhin auf ihren einzigartigen Mix aus Heavy Rock, Groove Metal und Rockabilly Metal. In der Härte und Schnelligkeit der Riffs kamen sie schon immer an Metallica heran, wenngleich der Vergleich mit den Thrash Metal-Königen zugegebenermaßen ein wenig hinkt, weil es musikalisch doch einige Unterschiede zwischen beiden Formationen gibt. Aber das Gefühl, dass hier gerockt wird, bis die Schwarte kracht, das bleibt.
Der Opener "Devils Are Awake" beginnt betont düster, um wenige Sekunden später rockig und melodiebetont los zu rocken. Das ist unverwechselbar Volbeat, aber eben ohne Überraschungsmomente. "By A Monster’s Hand" verdient es, den Regler kräftig aufzudrehen. Das ist Heavy Rock im Stile der Dänen. Blitzschnelle Gitarrenklänge, hier bleibt keine Auge trocken. Die kurze, enorm druckvolle Nummer hat ganz klar das Zeug zum Favoriten auf diesem Album. Mit "Acid Rain", "Time Will Heal" und "Lonely Fields" hören wir austauschbare Melodien, die uns scheinbar bekannt erscheinen, aber zumindest beim Hören auf dem Volbeat-Kurs halten.
Beim Songwriting hat Bandgründer und Sänger Michael Poulsen laut übereinstimmenden Pressemeldungen alle Regeln über Bord geworden. Somit steht einer thematischen Breite der Texte nichts im Wege. Beispiel: Depressionen. Diesem Thema widmet sich mit aller Ernsthaftigkeit "Demonic Depression", das angemessen düster beginnt und diesen Gedanken im weiteren Verlauf behält. Melodiebetont bleibt nur der Refrain. "In The Barn Of The Goat Giving Birth To Satan’s Spawn In A Dying World Of Doom" zeigt nicht nur den Ideenreichrum, einen möglichst langen Songtitel zu kreieren. Nein, wir begegnen hier der unglaublichen Wandlungsfähigkeit einer Band, die in unnachahmlicher Weise einen Track im Stile von Elvis mit schweren Gitarren mischt. Das Zeug dazu haben tatsächlich nur Volbeat. Sie zeigen einmal mehr, warum sie von den Fans so verehrt werden. Zweifelsfrei ist dies ein weiterer Favorit auf "God Of Angels Trust".
In die Rock’n’Roll-Richtung geht "Better Be Fueled Than Tamed", um dabei alle denkbaren Schnelligkeitsmomente abzurufen. Volbeat gelingt es, stilistisch eine enorme Breite abzurufen, dies aber nicht nur über ein ganzes Album, sondern allein in einzelnen Liedern. Auch auf "Better Be Fueled Than Tamed" hört man Anleihen, die sofort wieder kurz an Metallica erinnern, frei nach dem Motto: Metallica plays Rock’n’Roll. Viel Phantasie ist dazu nicht nötig.
"At the End Of The Sirens" versetzt den Hörer in eine andere Stimmung. Bedrückend ist der Tenor des Titels, in dem es angesichts der globalen Entwicklungen um das Thema Tod in allen Facetten geht. In der deutschsprachigen Übersetzung heißt es im Refrain: »Ich kreuzige die Zeit und mache sie mir ganz zu eigen. Ich bin am Ende der Sirenen. Die Paranoia wächst in dir. Bis zum Ende der Sirenen.« Man darf der Band durchaus attestieren, dieses Thema in "At The End Of The Sirens" verantwortungsbewusst umgesetzt zu haben.
"Enlighten The Disorder (By A Monster’s Hand Part 2)" ist für mich Favorit Nummer drei auf dem vorliegenden Album. Wir erleben hier Sänger Michael Poulsen mit seiner 'Elvis Metal' Stimme, einen druckvollen Auftritt der Band und einen würdigen Rausschmeißer.
Volbeat haben auf ihrem neuen Studioalbum nichts falsch gemacht. Sie haben damit garantiert keinen einzigen Fan verloren. Wenngleich die großen Überraschungen, wie eingangs bereits beschrieben, ausgeblieben sind. Das komplexe Album "God Of Angels Trust" lädt gleichwohl dazu ein, sich frühere Alben wieder einmal zu Gemüte zu führen.
Line-Up Volbeat:
Michael Poulsen (vocals, guitar)
Kaspar Boye Larsen (bass)
Jon Larsen (drums)
With
Flemming C. Lund (guitar, live)
Tracklist "God of Angels Trust":
- Devils Are Awake
- By A Monster’s Hand
- Acid Rain
- Demonic Depression
- In The Barn Of The Goat Giving Birth To Satan’s Spawn In A Dying World Of Doom
- Time Will Heal
- Better Be Fueled Than Tamed
- At The End Of The Sirens
- Lonely Fields
- Enlighten The Disorder (By A Monster’s Hand Part 2)
Gesamtspielzeit: 44:17, Erscheinungsjahr: 2025



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