1963 kam der Stein ins Rollen, als Jerry Garcia, Ron 'Pigpen' McKernan, Bill Kreutzmann und eben Robert 'Bob' Hall Weir aufeinandertrafen und die Band Zodiac gründeten. Der Stein rollte weiter, bekam die Namen Mother McCree’s Uptown Jug Champions und dann Warlocks. Letzterer Band trat schließlich Phil Lesh bei und der Stein formierte sich in Richtung Fertigstellung. Das war 1965.
Dann folgt Musikgeschichte und ich kann jedem nur ans Herz legen, sich mit Literatur um diese großartige, ich möchte sagen einzigartige Band zu befassen. Als Autor empfehle ich Rock Robert Scully, der lange Jahre der Manager der Band war und quasi mit ihnen lebte.
Musikgeschichte: Ken Kesey, Acid Test und schließlich der Name Grateful Dead. Die Geschichte dieser Band zu erzählen würde alle Rahmen sprengen. Rahmen bzw. Grenzen waren dieser Band eh' fremd und wenn man sich heutige Fankults anschaut, bleibt ein mitleidiges Lächeln in den Gesichtern der Deadheads. Mit 'keine Grenzen' meine ich nicht (nur) den Konsum von allerlei Stimulanzen, sondern den Fakt, dass die Band das Mitschneiden ihrer Konzerte erlaubte und sich eine regelrechte Trader-Szene entwickelte und Kompaktkassetten rund um den Globus getauscht wurden. Man musste am Anfang jemanden finden, der einem so eine oder zwei Shows zukommen lies, damit man einen kleinen Grundstock hatte, um mit dem Tauschen anzufangen. 'Zukommen lies' bedeutet schenken, denn Grateful Dead erlaubten zwar das Mitschneiden ihrer (in die Tausende gehenden) Shows, aber nicht den Handel damit. Man verschickte Listen mit den Shows die man auf Band hatte und wenn jemand Interesse an einem Konzert (das durchaus mehrere Tapes füllen konnte) zeigte, schaute man, ob das Gegenüber ein Konzert hatte, das man im Gegenzug dann eintauschen konnte.
Und so entstand ein Bestand an Cassetten, auf denen Bob Weir an Gesang und Gitarre zu hören war: bis zum Tod von Jerry Garcia 1995. Dann musste man andere Namen auf die Tapes schreiben, denn die Band Grateful Dead war Geschichte und löste sich auf. Ein Schritt, den viele andere Bands in gleicher Lage leider nicht gingen.
Natürlich war musikalisch nichts am Ende, denn es folgten verschiedene Projekte, eigene Gruppen der Bandmitglieder und ich möchte nur The Other Ones, Phil Lesh & Friends, The Dead, die Band des Protagonisten Ratdog sowie Furthur, die er zusammen mit Lesh ins Leben rief, nennen. Er veröffentlichte daneben auch solo und spielte in jüngeren Jahren u. a. auch bei Kingfish.
1994 zog Weir mit Grateful Dead in die Rock and Roll Hall of Fame ein.
Der Musiker kämpfte lange gegen den Krebs und sei nun, so ist zu lesen, an einer Lungenerkrankung im Beisein seiner Familie im Alter von 78 Jahren verstorben.
Am Ziel seiner letzten Reise kann er nun wieder mit Jerry, Phil, Ron, Robert, Keith und Donna musizieren.
»What a long, strange trip it’s been«
(Grateful Dead – "Truckin'" ["American Beauty", 1970])
R.I.P. Bob



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