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Zed Mitchell / Konzertbericht, 31.01.2026, Kniestedter Kirche, Salzgitter

Kniestedter Kirche Salzgitter

Heute Abend ist ein immer wieder gern gesehener Musiker zu Gast in der Kniki. Zed Mitchell und seine Band werden dem Bluesrock in all seinen Facetten frönen. Seinen hervorragenden Ruf in der Szene begründete der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende Gitarrist, Sänger und Songwriter durch die Vermischung von Blues, Rock und Jazz. Mitchell ist für seine virtuosen Gitarrensoli und seine gefühlvollen Gesangsinterpretationen bekannt.

Vater-Sohn-Beziehung

Vater-Sohn-Beziehung

In seiner musikalischen Karriere hat Zed Mitchell zahlreiche Alben veröffentlicht. 2025 erschien "Magic Of Strings", ein gefühlvolles, akustisches Album mit Sohn Todor. Einen schönen Querschnitt seiner Songs bringen das 2023 produzierte Album "Live At Croatia Records Studio" und " Live 20th Anniversary" von 2025. Zu Anfang seiner Karriere verdingte er sich bei diversen Größen der Musikbranche als Studiomusiker. Die zweite Gitarre hat schon seit einigen Jahren Zeds Sohn Todor übernommen. Ein außergewöhnlich talentierter Musiker, der schon mit sechs Jahren begann, klassische Gitarre zu lernen und sich kontinuierlich weiterbildete. Die Rhythmuscrew, die erst seit einer Woche die beiden Gitarristen unterstützt, bestand aus Jan Seemann, der den Bass zupfte und Ralph Schläger, der Becken und Felle bearbeitete. Für die erst kurze Zusammenarbeit überzeugte die Band durch eine professionelle Homogenität.

Ansage von Jamina

Ansage von Jamina

Um 20:00 Uhr begrüßte Jamina von der Stadt Salzgitter Publikum nebst Musiker und wünschte einen abwechslungsreichen musikalischen Abend. Das Repertoire war ein ansehnlicher Querschnitt aus den vielen Produktionen des Protangonisten. Mitchell führte mit launigen Ansagen souverän durch den Abend. Musikalisch wurden alle Stilarten des Blues abgedeckt, man konnte sogar funky Töne vernehmen. Der Opener unterstrich das Mitchell-Zitat »Wir sind keine Bluesband!«. "One Night In Berlin" ist ein straighter Rocker, in dem Todor das WahWah-Pedal ordentlich malträtierte.

Ralph Schläger (drums)

Ralph Schläger (drums)

Balladesk wurde es bei "I play My Guitar", hier steuerte Todor ein schönes Solo mit seiner Fingerpicking-Technik, bedingt durch die klassische Ausbildung, bei. Mit "Money For My Blues" ging es bisweilen sogar in den Hard’n’Heavy-Bereich, was dem Stück sehr gut zu Gesicht stand. Bei diesem Titel verließen beide Gitarristen als Showeinlage die Bühne um ein Bad in der Menge zu nehmen. Alle Daumen nach oben!!!
Auch die Rhythmusmaschine war gut geölt und kam zu ihrem Recht, sich bei "Lady Lives The Blues" alleine Gehör zu verschaffen. Ralph begann mit einem soliden Drumsolo, in das Jan nach einigen Minuten mit seinen Sololäufen einstieg. Schön gemacht!

Zed und Tador

Zed und Tador

Wie gut die beiden Gitarristen ihr Handwerk verstanden, hatte ich in dieser Form lange nicht gehört. In einem homogenen Zusammenspiel wurden sich die Bälle immer wieder neu zugespielt, wodurch eine gegenseitige Steigerung gelang. Es wurden jedenfalls keine Gefangenen gemacht. Die Soli waren schlüssig aufgebaut und es wurde auf die gute, alte Technik wie Wah Wah, Distortion, Flanger etc. zugegriffen. Gesanglich gab es auch nichts zu meckern, Mitchell brillierte mit seiner über fünf Oktaven gehenden Stimme und Todor füllte seine Gesangsparts auch prima aus.  Abwechselung war durch die zwei Vokalisten garantiert.

"River Minus Water" begann als echter Slowblues und steigerte sich dann in ein extatisches Gitarrensolo. Beim letzten Titel wurde tief in die Jamrockkiste gegriffen, bei "Like You Do" duellierten sich beide Gitarristen beim beliebten Frage und Antwortspiel vor der Bühne. Jetzt sollte eigentlich Schluss sein, aber in der Kniki geht kein Musiker, ohne eine Zugabe gespielt zu haben. Die Zed Mitchell Band lässt es dann auch mit "I’m Gonna Keep You" ordentlich krachen, hier wurden nochmal alle Register von Tapping und Sliding gezogen.

Nach knapp zwei Stunden war die Show leider schon zu Ende, die Musiker wurden vom Publikum (ca. 110 Personen) mit viel Applaus verabschiedet. Ein wirklich wieder geiles Konzert, das allen Beteiligten Riesenspaß bereitet hat. Meine klare Empfehlung für einen Zed Mitchell-Konzertbesuch.

Ich hatte noch Gelegenheit in der Pause und nach dem Gig mit den sympathischen Musikern informative Gespräche zu führen. Das vervollständigte den ohnehin tollen Abend noch. Vielen Dank auch an die Kollegen von Technik und Licht, nicht zu vergessen meinen Freund Rolf für seine tollen Fotos.

Ich bedanke mich bei Majimbi Mergner für den Platz auf der Gästeliste.

Ende eines tollen Gigs

Ende eines tollen Gigs

Line-up:

Zed Mitchell (vocals, guitar)
Todor Manojlovic (guitar, vocals)
Jan Seemann (bass)
Ralph Schläger (drums)

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Rolf Großjohann | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Berking

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