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5th Season / 5th Season – CD-Review

5th Season / 5th Season

"5th Season" ist ein Debüt. Es ist das erste Werk der gleichnamigen finnischen Band, die sich dem Progressive Rock verschrieben hat. Mit Sänger und Gitarrist Tapio Ylinen, Bassist Mikko Löytty, Tastenmann Arto Piispanen und Schlagzeuger Jani Auvinen sind hier vier Talente der finnischen Rockszene unterwegs, die ein episches Album geschaffen haben, das von Prog-Legenden wie Pink Floyd, Yes, Genesis und Procul Harum beeinflusst ist. Mit der Pink-Floyd-Backingsängerin Durga McBroom sowie dem Keyboarder Jukka Gustavson haben sich die Musiker auf vier der acht Stücke Verstärkung ins Haus geholt, die zusätzlich aufhorchen lässt.

Durga McBroom singt ausgerechnet auf "On The Dark Side Of The Moon", das in zwei Teilen erklingt. Die Namensverwandtschaft zu The Dark Side Of The Moon von Pink Floyd ist verblüffend. Das achte Studioalbum der britischen Rocklegende war nicht nur zum Zeitpunkt seines Erscheinens im März 1973 ein Verkaufsschlager, das Album hat bis heute Klassikerstatus. 5th Season machen damit unmissverständlich deutlich, wohin die Reise gehen darf. Einen Paukenschlag liefern sie mit einer Eigenkomposition, einem 10:32 Minuten langen Instrumentalwerk. Ein solches Hörerlebnis mag für viele Musikliebhaber zwar zunächst erst einmal ungewohnt sein. So aber kann man sich gut in die komplexen Strukturen hinein hören, um festzustellen, dass es hier nicht ausschließlich nur progressiv zugeht. Mich erinnern die kraftvollen Gitarrenpassagen sehr an Joe Satriani. Dessen Musik muss man sich ebenfalls erst erschließen, um sie besser einordnen zu können.

Wenn also Bands, wie eingangs erwähnt, im Zusammenhang mit der Albumproduktion auftauchen, dann muss das im vorliegenden Fall nicht zwangsläufig bedeuten, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt. Mal geht es bei "I Am The Waves" ein wenig poppiger zu, was vielleicht gar nicht schlecht ist, weil es den Zugang zum Album erleichtert. Obwohl gerade diese Ballade laut 5th Season von Yes beeinflusst wurde und an den klassischen 1970er-Jahre-Progrock erinnern soll. Vergleiche sind immer und deshalb mit Vorsicht zu betrachten. Aber Parallelen sind nun einmal nicht ausgeschlossen.

Ein Hörerlebnis ist "5th Sesaoin" allemal – eine echte Neuentdeckung aus dem Musikland, das vor allem mit seinen schlagkräftigen Formationen aus dem Symphonic Metal punktet. "Lay Down" klingt nach Genesis, aber mehr mit der Stimme von Ray Wilson. Dies wiederum erinnert an dessen Alben als Solomusiker. Somit erschließt sich beim Hören ein musikalischer Kosmos, den es erst einmal zu ordnen gilt. Neben der zweiteiligen Suite "On The Dark Side Of The Moon" sind "Lay Down" und "Don’t Wanna Sing Your Blues" sowie der Opener "In Memoriam" besondere Empfehlungen. Mit einer Gesamtspielzeit von 53:12 Minuten bei acht Tracks darf man das Album getrost in guter Tradition dem Genre Progressive Rock zuordnen.

Produzent des Albums, das in allen gängigen Formaten erhältlich ist, ist Tapio Ylinen. Er war ebenso beim Recording und beim Mischen verantwortlich.
Dass Tapio Ylinen federführenden Anteil an der Produktion hat, ist kein Zufall. Der Gitarrist, Komponist und preisgekrönte Produzent ist in Finnland für seine Arbeit mit der Pink Floyd-Tribute-Band Pulse sowie der finnischen Grammy-nominierten Prog-Jazz-Gruppe Mortality bekannt. Bassist und Songwriter Mikko Löytty tourte in den 1980er und 1990er Jahren mit der Bluesrock-Band Q.Stone durch Europa. Während Keyboarder Arto Piispanen mit Rockkünstlern wie Dave Lindholm, Tuomari Nurmio und Ismo Alanko gespielt hat, gilt Schlagzeuger Jani Auvinen als ein gefragter Session-Musiker.


Line-up 5th Season:

Tapio Ylinen (guitar, vocals, additional keyboards)
Mikko Lötty  (bass)
Arto Veikko Piispanen (electric piano, organ)
Jani Auvinen (drums)

With:
Durga McBroom (lead and backing vocals – #4,5,8)
Jukka Gustavson (hammond organ – #7)

Tracklist "5th Season":

  1. In Memoriam (10:32)
  2. Daylight’s End (5:07)
  3. I Am The Waves (4:39)
  4. On The Dark Side Of The Moon. Part 1 (6:58)
  5. On The Dark Side Of The Moon, Part 2 (6:15)
  6. Lay Down (6:58)
  7. Don’t Wanna Sing Your Blues (6:13)
  8. Desperate Measures (6:30)

Gesamtspielzeit: 53:12, Erscheinungsjahr: 2023

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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