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Kaz Hawkins – Konzertbericht, 20.10.2023, Aalten, Gelderland (NL)

Aus den englischsprachigen Informationen auf der Kaz Hawkins-Website geht über die Künstlerin und ihren Werdegang unter anderem hervor, dass sie eine irische Singer/Songwriterin ist. Bezogen auf ihrer Musik kombiniert sie Blues, Folk, Jazz sowie Soul, sodass sie einen »[…] truly unique sound that draws listeners in […]«, kreiert.
Ihre Texte reflektieren sowohl persönliche Herausforderungen als auch Triumpfe. Während ihrer dreißigjährigen Karriere veröffentlichte sie sieben Alben, wovon zwei beim Label Dixie Frog erschienen sind. Zu den Alben zählen unter anderem "Memories Of", "Feelin' Good", "Don’t You Know" oder "Get Ready".
Ihr Album aus dem Jahr 2023 trägt den Titel "Until We Meet Again", das zur engeren Auswahl für eine Grammy-Nominierung gehört.
Ganz gleich in welcher Besetzung, ob als Quintett oder Sextett, werden ihre Konzerte als unvergessliche Erlebnisse beschrieben. Zwei Auftritte der Tour im Jahr 2023 fanden in den Niederlanden (Aalten,Oss) statt. Bis auf ein Konzert in Rumänien und der Schweiz tritt Kaz Hawkins mit ihrer Band auch in Frankreich auf.

Kaz Hawkins und Band im Oktober 2023 in Aalten

Kaz Hawkins und Band im Oktober 2023 in Aalten

Zum knapp zweistündigen Kaz Hawkins-Konzert im Tico Tico, Aalten lässt sich das Folgende berichten:
Nicht nur die acht Songs, unter anderem waren es "Pray To" als Konzert-Eröffnung, "Get Up And Go", "The River That Sings", "Hold On For Home", "Until We Meet Again" oder "I Gotta Be Me", aus dem Album "Until We Meet Again" sorgten für geradezu überschwängliche Stimmung im Publikum. Gepaart mit Liedern aus der Platte "My Life And I" wurde im Tico Tico, Aalten, eine Party gefeiert.
Kaz Hawkins und ihre Band glänzten mit Blues, Funk ("Woman") und Soul.

Die vier Mitmusiker betraten die Bühne und starten bei "Pray To" zunächst instrumental. Dann setzte Kaz Hawkins mit ihrem unvergleichlichen Gesang ein, war allerding zunächst nicht zu sehen, nur zu hören. Die Sängerin bahnte sich ihren Weg zur Bühne durch das zahlreich erschienene Publikum und enterte dann die Bühne. Schon die erste Nummer verursachte eine dicke Gänsehaut. Der Kaz Hawkins-Soul war so prickelnd. Bei den flotten Liedern kam ordentlich Bewegung in die Menge. Es wurde viel getanzt. Symbolisch stand vielleicht der Songtitel "Feelin' Good" für die ausgelassene Stimmung, die durch die tolle Spiellaune der Band verstärkt wurde, in der Location.

Ab und an schulterte Kaz Hawkins die akustische Gitarre und bei der Sahnehäubchen-Zugabe "I Just Wanna Make Love To You" sah es so aus, als verabschiede sich die Sängerin vom Publikum, wählte dann allerdings den Weg zum Schlagzeuger Amaury Blanchard, schnappte sich zwei Drumssticks und gemeinsam mit dem Drummer trommelte sie auf der Floortom ein Solo mit ihm. Wow! Respekt! Kaz Hawkins' Gesang war zeitweise eine Achterbahn der Emotionen, wie zum Beispiel in "One More Fight", bei dem es zum Sieg über ihre Drogenabhängigkeit ging. In "Hallelujah Happy People" gab sie eine gesangliche Expertise dazu ab, in welchen Variationen man das Wort Hallelujah singen konnte. Super! Kaz Hawkins überzeugte auch durch Scat-Gesang, den sie gemeinsam mit dem Gitarristen in einer Frage-Antwort-Einlage präsentierte.

In ihrer Rolle als Sängerin begeisterte Kaz Hawkins durch ihre Herzlichkeit sowie Authentizität und hatte einen super Kontakt zum Publikum. Wenn eine Künstlerin aus der Seele heraus Musik lebt und verkörpert, dann auf jeden Fall Kaz Hawkins. Tief aus der Seele sang sie auch den Gospel in "Better Days".
Bei diesem Gig war Stef Paglia (auch The BluesBones) der Meister der Gitarren-Zauberei. Seine unterschiedlichen Gefühlslagen brachte er über seine exzeptionellen, herausragenden Fretboard-Fahrten zum Ausdruck. Der Lohn für seine sehr mannigfaltigen Soli war der Szeneapplaus des Publikums. Mit Wah Wah-Pedal-Einsätzen würzte er den Funk und brachte sehnsüchtige Melodien über die Slide-Gitarre zum Ausdruck.

Tastenmann Cédric Le Goff kreierte wunderschöne Kang-Teppiche und verzauberte die Anwesenden durch nicht wenige Soli auf dem Keyboard und ganz besonders auf einer original Hammond-Orgel, an die ein Leslie-Lautsprecher, der aus dem Rotieren gar nicht heraus kam, angeschlossen war. In einem Alleingang verband Cédric Le Goff seine Tasten-Künste mit einem Scat-Gesang und überhaupt mochte der Musiker den Jazz. Mit Stef Paglia agierte Cédric Le Goff auf Augenhöhe.
Cool wirkte Bassist Julien Boisseau mit seiner dunklen Sonnenbrille. Auf ihn konnte sich Kaz Hawkins zu einhundert Prozent verlassen, denn er gab, genauso wie der Schlagzeuger Amaury Blanchard, Rückhalt bei Balladen, ruhigeren Songs oder Liedern aus der rockenden Abteilung. Beide Daumen hoch für Julien Boisseau sowie Amaury Blanchard!

Es war eine gute Entscheidung, das Konzert von Kaz Hawkins zu besuchen.
Ganz am Ende des Gigs fragte Kaz Hawkins: »[…] Did you enjoy the show? […]«
Einig waren sich wohl alle Anwesenden, dass es auf diese Frage nur eine Antwort geben konnte und die lautete: Ja!
Für die Zukunft könnte wieder eine Songtitel herhalten: "Until We Meet Again".
RockTimes bedankt sich bei Henk Haaring für den Platz auf der Gästeliste.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: Joachim 'Joe' Brookes (RockTimes)


Line-up Kaz Hawkins:

Kaz Hawkins (vocals, acoustic guitars)
Stef Paglia (guitars, slide guitar, becking vocals)
Cédric Le Goff (Hammond organ, keyboard, backing vocals)
Julien Boisseau (bass, backing vocals)
Amaury Blanchard (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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