Emmanuel 'Rico' Rodriguez lebte von 1934 bis 2015. Der in Havanna geborene Musiker starb in London, 1961 zog er bereits nach England um, zuvor lebte die Familie auf Jamaika. Schließlich war der Posaunist in vielen Genres unterwegs, seien es Wurzeln aus Afrika, jamaikanische Popmusik, Rhythm & Blues, Ska und Reggae. Hinzu kamen Einflüsse aus dem Jazz, durch Vorbilder von Jazzposaunisten wie J. J. Johnson und Kai Winding.
Bereits ab 1962 hatte sich Rico in der britischen Musikszene etabliert. Und so tauchte er dort unter anderem auch in die Ska-Szene um The Specials ein. 1982 kehrte er nach Jamaika zurück, um sich zur Ruhe zu setzen. Doch am 21.Oktober 1981 konnte man ihn noch live in Bremen erleben, als er das hier dokumentierte Konzert in der Mensa der Universität gab, und auch später tourte er dennoch erneut.
Zehn Songs gibt es zu hören, und dazu drei Medleys mit bekannten Titeln, die zusammengefügt wurden, darunter "Confucius" von Don Drummond, "Shank I Sheck" von Baba Brooks oder "Get Up, Stand Up" der Wailers, bekannter durch die Version von Bob Marley. Doch auch in den Bereich Jazz ist man vorgestoßen, kann man doch eine interessante Version von Paul Desmonds "Take Five" genießen, das hier nun in einem coolen lasziven Reggae-Rhythmus erklingt.
Interessant ist noch anzumerken, dass genau jene Band, The Specials, mit denen Rico einst musizierte, bei diesem Konzert Teile der Band stellen. So waren Jerry Dammers, Lynval Golding, Dick Cuthell und Horace Panter mit auf der Bühne!
Meistens fließt die Musik sehr entspannt, typischer Reggae-Sound mit lässigem Sound, so richtig Tempo wird nicht vorgelegt, "Rasta Call You" und "Jungle Music" sind allerdings ein wenig flotter. Die Orgel ist dabei oft recht soundbestimmend, Golding sorgt mit seiner Gitarre für die typischen Akkorde des Reggaes, und die Bläser, hier der Chef selbst und Dick Cuthell mit Kornett und Flügelhorn bilden die Melodieführungen. Gesanglich ist der Protagonist nicht immer sicher im Ausdruck, doch angesichts der vielen Instrumentalstücke und der langen instrumentalen Parts der Songs ist das nicht unbedingt vorrangig störend. Denn dieses coole Feeling ist halt gut eingefangen und lädt zur Entspannung und zum Wohlfühlen ein.
Dennoch, ich hatte den Musiker einst durch dieses Album kennen gelernt: "Rico & His Band – You Must Be Crazy – The Official Live Album", es wurde viel später, 1994 in Dortmund eingespielt, und im Vergleich zum Bremer Konzert halte ich jenen Dortmunder Auftritt für den Besseren, weil er viel lebendiger und emotionaler kommt!
Line-up Rico Rodriguez:
Emmanuel 'Rico' Rodriguez (trombone, lead vocals, rasta drums)
Dick Cuthell (cornet, flugelhorn, backing vocals, percussion)
Jerry Dammers (keyboards)
Lynval Golding (electric guitar)
Sir Horace "Gentleman" Panter (electric bass)
Ferdinand "Satch" Dixon (percussion, backing vocals)
John Bradbury Esq. (drums)
Tracklist "This Day In Bremen":
- Man from Wareika (6:11)
- Lumumba (4:00)
- This Day (6:09)
- Medley: Confucius / Addis Ababa (5:12)
- Medley: Every Time I Hear The Sound / Shank I Sheck / Get Up, Stand Up (6:53)
- Wa-Do-Dem (5:00)
- Medley: Rock A Man Soul /Peace And Love (4:55)
- Everybody Needs Love (7:47)
- Rasta Call You (6:56)
- Take Five (4:39)
- Jungle Music (5:11)
- What Ya Talkin' Bout (8:55)
- Africa (7:14)
Gesamtspielzeit: 79:04 Erscheinungsjahr: 2025 (1981)



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