Zum Abschluss der Veranstaltungsserie »[…] Snarenplukkers in Wild Verband […]« fand am 28. Mai 2023 im Het Veerhuis das Boothuis Festival statt.
Aus dem Niederländischen frei übersetzt, erfahren wir von der Het Veerhuis-Website unter anderem folgende Informationen: Ab 14:00 Uhr gibt es im Het Veerhuis ein fortlaufendes Programm mit den Gitarristen Etan Huijs und Collin Hoeve.
Außerdem treten Rieany’s Snaarmannen mit Jan Hendriks sowie John F. Klaver und BJ Baartmans auf.
Im Boothuis ist an diesem Mittag zu sehen: Vedran Mircetic (De Staat) und vorher tritt John F. Klaver with The Sapce Age Travellers auf.
Darüber hinaus gab es noch eine Ausstellung von Gitarren und Verstärkern.
Für den Pfingstsonntag hatte man von der Organisation des Festivals ein durchaus interessante Billing auf die Beine gestellt.
Für die Auftritte im Het Veerhuis war der Eintritt frei.
Für die Events im Boothuis musste man sich Tickets kaufen.
Die Idylle rund um Het Veerhuis konnte selbst durch die Betriebsamkeit der vielen Festivalbesucher und der Tagesausflügler – fast alle waren mit dem Fahrrad unterwegs – nicht gestört werden.
Im Het Veerhuis fand kein Konzert statt. Vor der Location hatte man eine Open Air-Bühne aufgebaut und das Boothuis stand ebenfalls für Gigs zur Verfügung. Im Het Veerhuis selbst stellte »[…] Panucci Custom Guitars […]« eine ganze Phalanx von Gitarren aus. Die Firma Van Laeck hatte eine ganze Reihe ihrer handgebauten Verstärker aufgebaut und die Amplifier sowie die Gitarren konnten auch getestet werden. Die Panucci-Sechssaiter sowie die Van Lack-Verstärker wurden bei den Gigs eingesetzt.
Zunächst ging es zur Open Air-Bühne, wo Etan Huijs und Koen Ruijs das Event eröffneten. Die beiden sorgten für klasse Singer/Songwriter-Stimmung. Etan Huijs sprach davon, dass er fast ausschließlich Eigenkompositionen spielte. Doch Ausnahmen bestätigten die Regel. "Another Brick In The Wall" von Pink Floyd war eine geradezu Aufsehen erregende Version und die kam besonders gut an. Genauso wie Etan Huijs' Ausgabe von Neil Youngs "Heart Of Gold". Lieder wie "Wild Are The Waves", "The Lake", "Desert Moon" oder "Little Bird" waren Highlights der mehreren Auftritte.
Bei ihren Gigs wechselte sich Collin Hoeve mit Etan Huijs/Keon Ruijs ab. Collin Hoeve, dessen Einflüsse John Mayer, Jason Mraz sowie James Taylor sind, konnte mit einer tollen Stimme punkten. Auch sein Spiel auf der akustischen Gitarre hatte herrlichen Flair. Viele der Songs, die er dem Publikum präsentierte, befinden sich auch auf seinen Platten-Veröffentlichungen. Rhythmisch riffig und anmutig unterwegs, kreierte der Singer/Songwriter ganz unterschiedliche Stimmungen.
Bei den vielen Liedern, wie zum Beispiel bei "Hold On" oder "Back Home" war Vielfalt angesagt und auch bei Collin Hoeve gab es die Ausnahme von der Regel, denn AC/DCs "Thunderstruck" machte kurz vor dem Ende seines letzten Auftritts die Rund. Hammer! Diese Rock-Nummer im Singer/Songwriter-Metier zu hören, ließ auch hier die Gänsehaut wachsen. Außerdem ahmte er phasenweise Brian Johnsons Gesang nach. Der Applaus fiel besonders stark aus.
Collin Hoeves Mischung aus flotten Nummern und Liedern der Einkehr, der Wehmut, der Nachdenklichkeit kam beim Publikum sehr gut an und der Kontakt mit den Anwesenden vor der Bühne fand ganz im Stile eines Singer/Songwriters statt, denn seine Geschichten zwischen den Songs gaben erklärende Hintergrundinformationen.
Auch Collin Hoeves Auftritt sorgte dafür, dass man erkennen konnte, wie differenziert das Singer/Songwriter-Terrain ausfiel.
Der erste Gig im Boothuis galt John F. Klaver und The Space Age Travellers, einer Band mit Sänger und Gitarrist BJ Baartmans, Gerco Aerts am Bass sowie Schlagzeuger Sjoerd van Bommel, der auch Backing Vocals sang.
Der Auftritt war ein Mix aus Songs und Interview. Auf die Fragen von BJ Baartmans stand John F. Klaver Rede und Antwort. Grundsätzlich ging es dabei um die Theorie der Musik, dem Besuch des Konservatorium in Amsterdam, seine selbst gebauten Effekt-Pedals, seinen Dutch Blues Award für "Coming Back For More" (2011), dem Gewinn der Dutch Blues Challenge. Im Rahmen des Gesprächs kündigte John F. Klaver für den Spätsommer 2023 ein Instrumental-Album an.
Live gespielt gab es eine Variation aus Blues und Jazz. Letztgenanntes Genre wurde auch vertreten durch eine Hommage an Charles Mingus. Das von BJ Baartmans komponierte "Mingus Desert" war eine langsame Nummer von enormer Intensität, auch durch BJ Baartmans Slide-Gitarre. Ein Highlight der insgesamt sechs gespielten Lieder. Der Blues bei "Devil Woman" verfügte über einen herrlichen Swing sowie Groove. Die Gitarristen begeisterten nicht nur einmal durch einen wunderschönen Twin-Sound, sondern auch durch ihre bestechenden Alleingänge.
"Chocolate Jesus" von Tom Waits erhielt ein perfekt inszeniertes John F. Klaver und The Space Age Travellers-Outfit und wieder einmal war Gänsehaut angesagt, als die Combo Eric Claptons "One Love" interpretierte.
Zum Abschluss garnierte man den Gig noch durch einen gekonnten Abstecher in den Reggae. "I Shot The Sheriff" von Bob Marley brachte bei diesem Auftritt ein letztes Mal Bewegung ins Publikum.
Im Boothuis gab es eine Umbaupause und gegen 16:00 Uhr war es Zeit für den De Staat-Gitarristen Vedran Mircetic .
Auch jetzt mixte man Musik mit Gesprächen. Auf der Video-Leinwand präsentierte BJ Baartmans Bild und kurze Video-Sequenzen zum Vedran Mircetic-Werdegang. In Kroatien geboren, beschäftigte sich der Musiker in seiner Kindheit mit dem Schlagzeug. Später widmete er sich der klassischen Gitarre und musst in seiner frühen Jugend auf das Spielen mit den Kindern zum Teil verzichten, weil er zu Hause jeden Tag zu mindestens eine Stunde üben musste. Nach der Flucht in die Niederlande schulterte er die elektrische Gitarre, studierte an der Rock Academy in Tilburg und unterrichtete an der Herman Brood-Akademie. Seit über sechzehn Jahren ist er Gitarrist bei De Staat. Vorband bei Muse beziehungsweise The Rolling Stones waren bemerkenswerte Station und Vedran Mircetic berichtete, dass es trotz eines engeren Kontakts zu den Stones keine Gelegenheit für ein Autogramm oder das Signieren einer seiner Gitarren gab.
Was die Live-Musik anging, tat sich echt viel. Es gab einen Streifzug durch den Rock, durch Jazz Rock/Fusion, Blues und Alternative Music. Songs wie "Crossroads", "Strange Kind Of Woman" (Deep Purple), The Doors' "Light My Fire", "Stratus" von Billy Cobham oder "La Grange" von ZZ Top wurden alle in besonderer Weise interpretiert. Eine Gänsehaut nach der anderen entfaltete sich auch, als es zu Liedern wie dem andächtigen BJ Baartmans geschriebenen "Ongeweten" kam. Diesen ruhigen Song schrieb er zum Tod seiner Mutter. Im Zusammenhang mit der Fusion erwähnte Vedran Mircetic das Mahavishnu Orchestra und "Stratus" sollte als ein Beleg dafür dienen, wie sehr sich der Musiker auch im Jazz Rock zu Hause fühlte. Auch hier waren Bassist Gerco Aerts sowie Sjoerd van Bommel am Schlagzeug eine perfekte Rhythmus-Fraktion. Beide Daumen hoch!
Vedran Mircetic wird auch der Pedal-King genannt. Wow! Da muss man sich nur das Foto in der Bildergalerie anschauen und man weiß, worüber man spricht.
Auf der Open Air-Bühne überreichte BJ Baartmans eine von allen Gitarristen der abgelaufenen Konzert-Veranstaltungen signierte E-Gitarre.
Es folgte das letzte Konzert des Festivals und gegenüber den Singer/Songwritern wurde es richtig voll auf der Plattform, denn nicht nur Rieany’s Snaarmannen nahmen ihren Platz ein, sondern auch die Band-Gäste BJ Baartmans und John F. Klaver.
"Molly Sikes", das erste Stück des Gigs, ließ Vermutungen aufkommen, dass das nun sehr zahlreich erschienene Publikum Country-Musik hören würde. Eine erste dicke Gänsehaut gab es beim wunderschönen Chorgesang von fast allen Mitgliedern der Band. Highlight! "I’ll Be Your Baby Tonight", in dem Maria Peeters Weem die Lead Vocals übernahm und BJ Baartmans abermals ein faszinierendes Bottleneck-Solo bot, folgte "Can’t Let Go", bekannt von Lucinda Williams. Drei Songs, drei feine Lieder, die sich in verschiedenem Ambiente dem Country widmeten. Rieany beeindruckte nicht nur durch ihre klasse Stimme, sondern auch durch ihre Bühnenpräsenz. Man konnte sehen, dass sie diese Musik in ihr Herz geschlossen hatte und emotional weitergab. Die Country-Variationen der Formation war klasse und so reihte sich "Heart Of Darkness" in besonderer weise in diese Kategorie ein. Toll!
John F. Klaver gesellte sich zur Band und bei "I’m A Woman" wurde der Blues aufgerufen. Nach dem von galoppierendem Tempo begleiteten "Buddy Stay Off That Wine" beruhigte die Ballade "How Does That Work" die Stimmung und "Baby, Please Don’t Go" servierte man in einer verführerischen Latin-Version. Es gab ein Wiederhören mit Tom Waits' "Cocolate Jesus", gefüllt mit ganz viel Country und einem herrlich ruhigen Part. Nicht herrlich, sondern wunderschön war dann "The One I Love Is Gone". Warum? Ganz einfach, weil Maria Peeters Weem und Rieany ein zauberhaftes Duett sangen. Jan Hendriks, bekannt von der niederländischen Band Doe Maar, spielte ein tolles Wah Wah-Solo. Super! Beim letzten Lied ("Jesus Is On The Mainline") kam Gospel-Stimmung auf, auch als das Publikum mitsang.
Das Boothuis Festival war, bei den vielen Musik-Stilen, die geboten wurden, eine echt runde Sache und ein höchst unterhaltsames Event.
Ein besonderer Dank geht an alle Helfer für den Einsatz beim Festival.
RockTimes bedankt sich bei BJ Baartmans für den Platz auf der Gästeliste.
Am 04. Februar 2024 wird Jan de Bruijn im Het Veerhuis erwartet.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.
Line-up Boothius Festival:
Etan Huijs (vocals, acoustic guitar, harmonica)
Koen Ruijs (electric guitar, vocals)
Collin Hoeve (vocals, acoustic guitar)
John F. Klaver (vocals, guitars)
Vedran Mircetic (guitars)
The Space Age Travellers:
BJ Baartmans (vocals, guitars, slide guitar, backing vocals)
Gerco Aerts (bass)
Sjoerd van Bommel (drums, percussion, backing vocals)
Rieany’s Snaarmannen:
Rieany (vocals)
Maria Peeters Weem (vocals, backing vocals)
Jan Hendriks (guitar, backing vocals)
Richard Wallenberg (bass, stompbox)
With:
BJ Baartmans (vocals, guitars, slide guitar, backing vocals)
John F. Klaver (guitar)
- Panucci Custom Guitars
- Van Laeck Verstärker
- Van Laeck Verstärker
- Collin Hoeve (vocals, acoustic guitar)
- Collin Hoeve
- Etan Huijs (vocals, acoustic guitar, harmonica)
- Koen Ruijs (electric guitar, vocals)
- John F. Klaver (vocals, guitars)
- BJ Baartmans (vocals, guitars, slide guitar, backing vocals)
- Gerco Aerts (bass)
- Sjoerd van Bommel (drums, percussion, backing vocals)
- John F. Klaver
- Sjoerd van Bommel
- Gerco Aerts (bass)
- signierte Gitarre
- Vedran Mircetic (guitars)
- Vedran Mircetic
- Pedal-Puzzle
- Vedran Mircetic erzählt
- Vedran Mircetic erzählt
- Rieany (vocals)
- Richard Wallenberg (bass, stompbox)
- Jan Hendriks (guitar, backing vocals)
- Maria Peeters Weem (vocals, backing vocals)
- Jan Hendriks
- BJ Baartmans
- John F. Klaver
- Rieany
- Maria Peeters Weem und Rieany im Duett
- Rieany





































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