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Bush / The Sea Of Memories 15th Anniversary Edition – 2CD-Review

Es sind gerade einmal 15 Jahre ins Land gegangen, seitdem Bush ihr Album "The Sea Of Memories" veröffentlichten. Warum eineinhalb Dekaden später eine Neuauflage unter dem Titel "The Sea Of Memories 15th Anniversary Edition" erscheinen muss, erschließt sich mir nicht umfassend. »Zum 15-jährigen Jubiläum präsentiert die Band das Album mit neu gemastertem Sound sowie allen neun Bonustracks aus der Album-Ära, die einen noch tieferen Einblick in eine der prägendsten Schaffensphasen der Band ermöglichen«, heißt es im Text der Presseinformation zur Neuerscheinung. 'Remastering' lautet also das berühmte Zauberwort.

Zunächst ein paar Fakten zu dem am 13. September 2011 über die Labels Zuma Rock Records, eOne Music und earMUSIC erschienenen Originalwerk: Es war das erste Studioalbum der Band seit zehn Jahren – nach "Golden State" aus dem Jahr 2001. Nach einer achtjährigen Bandpause von 2002 bis 2010 war "The Sea Of Memories" gewissermaßen ein Debüt: Erstmals wirkten Chris Traynor an der Leadgitarre sowie Corey Britz am Bass mit. Offiziell darf man das Werk jedoch als Reunion-Album einordnen. Produzent war der Kanadier Bob Rock, der zuvor schon für Mötley Crüe, Bon Jovi, Aerosmith, David Lee Roth und Skid Row gewirkt hatte. Am bekanntesten ist jedoch seine Arbeit für Metallica, die über 14 Jahre währte und das berühmt-berüchtigte 'Black Album' (offiziell "Metallica", 1991) einschloss. "The Sea Of Memories" bedeutete eine stärkere Abkehr von den ursprünglichen Stilrichtungen Grunge und Post-Grunge hin zu noch mehr Alternative Rock. Bush erinnern deutlich an Britpop, allerdings mit spürbar mehr Gitarreneinsatz. Merkmale des  Britpop wie eine eingängige Melodie finden wir in gleicher Weise bei Bush. Erstaunlich, dass Britpop in den frühen 1990er Jahren als Gegenbewegung zum US-amerikanischen Grunge entstanden ist. Somit schließt sich bei Bush ein Kreis, hielten sie im Grunde genommen immer an ihrem eingeschlagenen Kurs fest. Handelt es sich bei CD1 um die Übernahme des Originalwerkes von 2011, so lohnt es sich, genauer in die B-Scheibe (CD2) hineinzuhören. Bush offenbaren hier deutlich, warum sie als ein musikalisches Chamäleon wahrgenommen werden können.

Der Reigen der neun Lieder beginnt mit einer Coverversion von "Love Will Tear Us Apart" , das im Original von Joy Division aufgenommen worden war und von Bush als Bonus-Track auf ihrem "Album The Sea of Memories" erschienen ist. "The Year Of Danger" erinnert in Teilen an The Police und deren New Wave. In dem druckvollen "Ghost" vereinen sich viele stilistischen Anleihen. Es ist fraglos ein Ohrwurm. Die Gitarre mag Assoziationen zu U2 hervorrufen, ein Merkmal übrigens, das bei Bush immer wieder auftreten kann.

Überraschungen bieten die Remixe "The Sound Of Winter (Junior Sanchez Remix)" und "The Afterlife (Remix By Washroom & Bass Over Babylon)", wobei die Frage gestattet sei, ob das tatsächlich noch Bush sind. "Landslide" (Live From The Bridge School Benefit) und "Float" (Acoustic) sorgen am Ende für einen angenehmen Kontrast. Bush können es auch ruhiger angehen lassen – und das sehr gefällig.

Fazit: Auf "The Sea Of Memories 15th Anniversary Edition" feiert sich die Band selbst. Möglicherweise feiern viele ihrer Fans mit. Aber – wie sooft – bieten derartige Alben für nachrückende Generationen die Gelegenheit, sich mit dem frühen Werk einer auserwählten Band zu befassen.

Bush treten uns auf ihrem 2011er Opus als innovationsfreudige Band entgegen. Gerade deshalb bleibt es ein Geheimnis, warum sie es mit "The Sea Of Memories" ausgerechnet in ihrer Heimat nicht in die Charts schafften.


Line-up Bush:

Gavin Rossdale (vocals)
Chris Traynor (guitar)
Corey Britz (bass)
Nik Hughes (drums)

Tracklist "The Sea Of Memories" (15th Anniversary)


CD 1:

  1. The Mirror Of The Signs
  2. The Sound Of Winter
  3. All My Life
  4. The Afterlife
  5. All Night Doctors
  6. Baby Come Home
  7. Red Light
  8. She’s A Stallion
  9. I Believe In You
  10. Stand Up
  11. The Heart Of The Matter
  12. Be Still My Love


CD 2:

  1. Love Will Tear Us Apart
  2. The Year Of Danger
  3. Ghost
  4. Lay Down Your Guns
  5. The Sound Of Winter (Junior Sanchez Remix)
  6. The Afterlife (Remix By Washroom & Bass Over Babylon)
  7. All Night Doctors (Original Version)
  8. Landslide (Live From The Bridge School Benefit)
  9. Float (Acoustic)

Gesamtspielzeit: 49:15 (CD 1), 41:15 (CD 2), Erscheinungsjahr: 2026 (2011)

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
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