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Daniel Kahn with Jake Shulman-Ment & Christian Dawid / UMRU/Unrest – CD-Review

Daniel Kahn / UMRU / Unrest – CD-Review

Der Troubadour, Songwriter, Dichter und Multi-Instrumentalist Daniel Kahn aus den USA musiziert auf "UMRU / Unrest" gemeinsam mit dem New Yorker Violinisten Jake Shulman-Ment sowie dem Berliner Klarinettisten und Saxofonisten Christian Dawid. Hierbei handelt es sich um den Abschluss einer Trilogie, beginnend mit dem Soloalbum "World Beggar" (2021) fortgeführt mit dem zweiten Teil The Building & Other Songs.

Wie bereits auf jenem Album finden wir auf "UMRU / Unrest" erneut diverse Coverversionen als auch traditionelles Liedgut, aber der Protagonist stellte sich auch mit eigenen Kompositionen vor (# 4, 5, teils die 8).

Es ist auf jeden Fall sehr interessant, wie die Band bekannte Songs, bezüglich derer man nachvollziehen kann, wie sie im Original klingen, nun auf ihre Weise anders umgesetzt hat. Mir geht es gleich so mit dem von Ewan McColl stammenden "Dirty Old Town", das sich Kahn mit seiner Interpretation zu eigen macht. Zwar ist die Melodie eindeutig erkennbar, doch der 'Geist', der 'Spirit' ist ein anderer.

Im Großen und Ganzen ist die Gestaltung halt so vollzogen worden, dass Kahn hier versucht, grundsätzlich die jiddische Kultur hervorzuheben. Wie man lesen kann, geht es ihm begrifflich um einen Aufruf für die robuste, unabhängige jiddische Kultur, die sich transnational gegen Faschismus und Gewalt einsetzt. Und das strahlt letztlich die Musik für mich auch aus. Selbst das Stück von Tom Waits, "Time", wandert in diese Richtung. Die Begleitung Kahns durch Jake Shulman-Ment und Christian Dawid unterstützt ihn hervorragend bei dieser Umsetzung seiner Absicht.

Die stilistischen Elementen reichen von Klezmer über Doină serbisch-kroatischen Ursprungs bin hin zur Polka und rumänischen Einflüssen. Die meisten Lieder finden sich jedoch eher im Umfeld ruhiger Spielweisen. So präsentieren sich die elf Nummern auf ganz besondere Art und Weise, für viele unter uns möglicherweise fremdartig klingend, zumal siein Yiddish vorgetragen werden.


Line-up Daniel Kahn:

Daniel Kahn (vocals, accordion, Hamburger Waldzither, piano, guitar, harmonica, pump organ, tenor guitar )
Jake Shulman-Ment (violin, accordion – #9, back vox )
Christian Dawid (Bb & bass clarinets, alto sax, poyk, back vox)

Tracklist "UMRU / Unrest":

  1. Nomadic Revery – Umetum (Oldham/Kahn) [3:37]
  2. Mayn Umru fun a Volf – Restless As A Wolf (trad/Halpern/Kahn) [5:13]
  3. Dirty Old Town – Drekikeh Shtot (MacColl/Kahn) [3:19]
  4. Gone Aground (Daniel Kahn) [3:11]
  5. Godbrother – Got-Bruder (Daniel Kahn) [2:59]
  6. Ich fühl' mich nicht zu Hause – Nit Heymish (Kreisler/Frey/Kahn) [4:37]
  7. Hard Times – Daless (Foster/Kahn/Fruman) [4:13]
  8. Proster Bronfn – Regular Brandy (Daniel Kahn/trad) [2:50]
  9. Graue Straße – Old Gray Highway (trad/Daniel Kahn) [6:04]
  10. Golus! Golus! Golus! – Diaspora Medley (trad/Nazaroff) [6:04]
  11. Time – Tsayt (Waits/Kahn) [4:19]

Gesamtspielzeit: 46:50, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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