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Katie Melua / Call Off The Search – 2 CD-Review

Katie Melua / Jubiläumsalbum “Call Off The Search“ am 3.11.2023 - und neues 4K-Video

Katie Melua ist ein gefeierter Star. Seit rund 20 Jahren ist die attraktive Frau im Alter von 39 Jahren im Musikgeschäft präsent und hat seitdem elf Studioalben veröffentlicht. Das macht die Sängerin interessant und irgendwie war es für mich reizvoll, ein wenig hinter die Fassade ihres Erfolges blicken zu wollen. Auf diesem Weg der Neugier war das Album No. 8 (2020) mein Einstiegswerk. Ein Jahr später lag das Acoustic Album No. 8 vor. In der Folge erschienen "Aerial Objects" (2022) und Love And Money (2023).

Somit kam seit 2020 jährlich ein neues Album von Katie Melua auf den Markt. In dieser Zeit hielt die Sängerin die Taktfrequenz ihrer Veröffentlichungen hoch und ihre Fans kontinuierlich am Verkaufstresen fest. Im November 2022 brachte sie einen Sohn zur Welt. Ihrer Karriere tat dies keinen Abbruch. Aktuell blicken wir auf die Wiederveröffentlichung ihres Debütalbums, das vor 20 Jahren erschien. Der Titel: "Call Off The Search". Produzent ist Mike Batt, der gleichzeitig als Entdecker Katie Meluas gilt. Er brachte als Dirigent das Irish Film Orchestra mit, dessen klassische Anleihen auf dem Album allerdings sehr verhalten ausfallen.

Auffallend sind insgesamt die geringen folkloristischen Ausflüge der Sängerin, die georgischer, russischer und kanadischer Abstammung ist und außerdem die britische Staatsbürgerschaft hat. Gerade hier hatte ich mir mehr Abwechslung auf ihren Alben versprochen. "Call Off The Search" ist eine Produktion, die das Augenmerk in einem sehr starken Maß auf die Stimme der Sängerin richtet. Es lohnt sich, dabei ruhig einmal den Lautstärkeregler nach rechts zu bewegen. Dann richtet sich die Aufmerksamkeit umso mehr auf die Ausdrucksstärke, die in der glasklaren, zarten Stimme liegt. Und es kann passieren, dass wie im Falle "Jack’s Room" ein zarter Ausflug in Richtung Rockmusik zu spüren ist. Doch es ist mehr ein vorsichtiges, leises Anklopfen.

Instrumental bleiben Überraschungen auf "Call Off The Search", wie auf den zuvor genannten Alben, aus. Dort, wo Katie Melua draufsteht, soll auch unüberhörbar Katie Melua drinstecken. Mit ihrer Stimme drückt sie ihrer Musik den Stempel auf. Sie selbst nannte ihre Musik einen Mix aus vielen Stilrichtungen, darunter Folk und Blues und Jazz. Das war zu einem Zeitpunkt, als sie zu Beginn ihrer Karriere mancher Kritiker in die Ecke einer Popkünstlerin rücken wollte. Gut, Pop hört sich durchaus anders an. Dieses Etikett würde ihr nicht gerecht werden. Dass sie den Blues singen kann, beweist sie auf "My Aphrodisiac Is You". Solche Ausflüge haben jedoch Seltenheitswert. Wir hören stattdessen die andächtige Stimme, die stiltisch wenig Vielfalt zulässt. Mitunter führt ihre Interpretationskunst dazu, dass die Lieder gequält klingen ("Blame It On The Moon", "Call Off The Search (Demo)" und, "Tiger In The Night (Demo)" sind Hörbeispiele).

Alles in allem gibt es an der stimmlichen Qualität natürlich keine Abstreiche zu machen. Ihr Gesangstalent brachte ihr weltweit Aufmerksamkeit ein. Das soll an dieser Stelle auch nicht in Frage gestellt werden. Die Frage ist vielmehr: Geht da noch etwas mehr in Richtung Ensemblemitarbeit? Nach einer Vielzahl von Alben scheint die Frage jedoch überflüssig.

Fazit: Wer auf handgemachte, noch dazu gitarrenverstärkte Rockmusik steht, stößt mit der sanften Musik klar an Grenzen. Katie Melua ist für Fans, die andächtige, fast schon spirituelle Musik mögen, gewiss eine Empfehlung. Für den Blick über den Tellerrand hinaus mag die Herausforderung keine Langzeitbeziehung werden. Die Präsentation in Form der CD-Verpackung inklusive des Booklets ist tadelsfrei und beinhaltet mehrere Fotos der Künstlerin. Das Erscheinungsbild zeigt zugleich das Vermarktungspotenzial des Weltstars. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. In puncto Vermarktung spielt Melua zweifelsfrei in einer eigenen Liga und darf sich bei ihrer Manager-Troika mit Sumit Bothra, Brian Message und Olivia Plunkett bedanken, dass dies auf einem anhaltend hohen Niveau geschieht.


Line-up Katie Melua:

Katie Melua (vocals, guitars)
Chris Spedding (guitars)
Jim Cregan (guitars)
Mike Batt (piano, organ, conductor orchestra)
Tim Harries (bass)
Henry Spinetti (drums)
Michael Kruk (drums)

With

The Irish Film Orchestra

(Leader: Alan Smale)

Tracklist "Call Off The Search" 2CD Deluxe

CD 1 – Call Off The Search (2023 Remaster):

  1. Call Off The Search
  2. Crawling Up A Hill
  3. The Closest Thing To Crazy
  4. My Aphrodisiac Is You
  5. Learnin' The Blues
  6. Blame It On The Moon
  7. Belfast (Penguins and Cats)
  8. I Think It’s Going To Rain Today
  9. Mockingbird Song
  10. Tiger In The Night
  11. Faraway Voice
  12. Lilac Wine

Gesamtspielzeit: 41:30

CD 2 – Demos & B-Sides (*Demos bisher unveröffentlicht):

  1. Call Off The Search (Demo)*
  2. Tiger In The Night (Demo)*
  3. Faraway Voice (Demo)*
  4. I Think It’s Going To Rain Today (Demo)*
  5. My Aphrodisiac Is You (Demo)*
  6. September Song (Demo)*
  7. It Seemed Like A Good Idea At The Time (Demo)*
  8. Downstairs To The Sun
  9. Shirt Of A Ghost
  10. Deep Purple
  11. Turn To Tell
  12. Jack’s Room
  13. Call Off The Search (Live at the Royal Albert Hall, 2023)
  14. Anniversary Song (Live)
  15. Belfast (Penguins and Cats) (Live)
  16. Es Clase de Locura (The Closest Thing To Crazy, Spanish Version)
  17. Otra Vez Tu (Faraway Voice, Spanish Version)

Gesamtspielzeit: 53:25

Erscheiungsjahr: 2023

 

 

 

 

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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