Kill Procedure waren mir soweit nicht wirklich bekannt, so musste ich etwas nachhaken und fand heraus, dass die Tracks dieses Albums bereits vor mehr als zwanzig Jahren aufgenommen wurden, veröffentlicht aber erst in diesem Jahr. Dem Hintergrund wollte ich nicht weiter auf den Grund gehen, denn jetzt ist die Platte da und wer die Musik von Lou St. Paul (u.a. Winter’s Bane) sonst gern hört, der lauscht wohl auch diesem Stück mit Interesse.
Zu finden sind Elemente vom klassischen Hard Rock über Thrash und Heavy Metal, wie es in den Neunzigern üblich war. Wenn man aber gut zuhört, kann man stellenweise auch recht merkwürdige Spieltechniken entdecken, die damals noch nicht besonders verbreitet waren, und diese Mischung schrammt ordentlich die Gehörgänge. Ich bin keinesfalls ein Thrash-Fan, konnte diese Platte aber ohne Unbehagen genießen. Das kommt vermutlich daher, weil eben auch kräftige Heavy Metal-Komponenten präsent sind und das Gesamtbild, bzw. der Gesamtklang, wirklich angenehm anzuhören ist. Die US-amerikanische Mannschaft hat eben alle Zutaten in den Topf geschmissen, aus denen genießbare Musik vorbereitet wird: kesse Gitarrenriffs, einprägsame Melodien, flitzende Rhythmik und das einander unterstützende, tolle Zusammenspiel der Instrumente.
Vergleiche würde ich hier ungern machen, weder mit den damaligen Größen, noch mit den Gegenwärtigen, erst recht nicht. Denn – wie gesagt – der Stil ist nicht unbedingt meine bevorzugte Baustelle. So hatte ich jedoch den Vorteil, mir die Scheibe als 'Außenseiter' anhören zu können, ohne irgendwelche Erwartungen oder Vorurteile. Wem es da ähnlich geht und nicht unbedingt nur auf den heutigen rasselnden Thrash steht, der erhält hier ein gefälliges Hörerlebnis, mit zeitlosen Fragmenten zur Nostalgie und gleichzeitig mit nicht gerade modernen, aber frischen Akzenten.
Meine Anspieltipps wären außer dem Titeltrack der Starter "Hate Spilled Over", "Season Of Brutality" und "All The Pain", aber keinen der Tracks würde ich als nicht empfehlenswert bezeichnen.
Lineup Kill Procedure:
Lou St. Paul (vocals, guitars)
Kelly Conlon (bass)
Jeff Curenton (drums)
Trackliste "Brink Of Destruction":
- Hate Spilled Over
- Trioxynon
- Spells Death
- Season Of Brutality
- Dead man Walking
- Brink Of Destruction
- Mask Of The Villain
- Careful What You Wish For
- Silence
- Bone Head
- All The Pain
Gesamtspielzeit: 45:43, Erscheinungsjahr 2017



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