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Markus Rill & The Troublemakers / Good As New – Digital-Review

Markus Rill & The Troublemakers - "Good As New" - Digital-Review

Nach zwangsweiser Pause im Jahr 2024 gab es für das RockTimes-Konzertteam Markine in diesem Frühling glücklicherweise auch wieder ein – wie immer – großartiges Konzert von Markus Rill im urgemütlichen Mandy’s Lounge in Homburg. Und wie Mister Rill dem Rezensenten damals schon verriet, war ein neues Album in der Mache. Und zwar nicht solo oder als Duo bzw. Trio (wie es davor bei Alben wie etwa oder der Fall war), sondern wieder mit Rills voller Begleitband The Troublemakers sowie einigen hochkarätigen Gästen. Die Troublemakers setzen sich im Jahr 2025 aus dem bereits seit vielen Jahren an Rills Seite stehenden Bassisten Chris Reiss, dazu dem Schlagzeuger Konrad Patzig, dem Tastenmann Sebbo Bach sowie dem zweiten Gitarristen Benjamin Haupt zusammen. Als (Co-Sängerinnen) sind die Ladies Elizabeth Lee sowie Rebecca King im Einsatz und außerdem liefern sowohl Joseph Parsons, als auch Hank Shizzoe Gastauftritte ab.

Tja, wo fängt man an und wo hört man bei einem Album auf, das wieder mal prallgefüllt mit Höhepunkten ist? Der Songwriter Markus Rill hatte genau genommen ja immer schon Spaß dran, gemeinsam mit anderen zu komponieren und auf dieser neuen Scheibe sind es fünf der insgesamt elf Tracks, für die er Co-Songwriter an seiner Seite hatte. Stilistisch ist sich der Protagonist treu geblieben und so startet auch dieses Werk mit dem rootsrockigen "Brand New Man", das mich in Teilen an den seligen Guy Clark ("The Carpenter") erinnert. Macht aber gar nichts, denn der verstorbene Amerikaner ist nun mal alles andere als eine schlechte Referenz. Dennoch bleibt die Nummer ein klarer Rill-Song. "Just Might Happen Yet" wird durch ein wunderschönes Piano eröffnet und entwickelt sich mit seinen selbstrekflektierenden Lyrics zu einem der Highlights der Platte. Sehr stark! Für die schöne Ballade "A Night In Jerusalem" ist Joseph Parsons als Duett-Partner zu Gast.

Erneut mit den Tasten, diesmal aber am E-Piano sowie der klasse Slide-Gitarre von Hank Shizzoe startet "Why Would I Want To", das sich zu einem bärenstarken Rocker entwickelt. Sehr cool und ein sehr cleverer Kontrast zu den ruhigeren Stücken davor. Dann geht es Schlag auf Schlag, ein Killersong folgt dem nächsten. "Anny Got Angry" mit der starken Elizabeth Lee an den Background Vocals trägt ebenfalls deutlich rockige Töne in sich, gefolgt von dem hervorragend komponierten und arrangierten "Daughter At The Water". Den Abschluss von "Good As New" stellt der zwar traurige, allerdings auch optimistische und mit Zuversicht vorgetragene Titeltrack über eine Situation des Erzählers an einem emotionalem Tiefpunkt dar. Wobei sich die Positivität darin ausdrückt, dass der Protagonist zwar aktuell nicht weiß, wie es weiter gehen soll, sich aber dennoch sicher ist, das er aus der Krise finden und wie ein ’neuer Mann' wieder aus seinem momentanen Loch auftauchen wird.

Ein fetter krachender Rocker kommt davor mit "Wildfire Kind Of Love" zum Zuge und hier rockt dann wirklich das Haus. Mitreissende Strophen werden von einem eingängigen Refrain gekrönt, die Rhythmus-Abteilung scheint um ihr Leben zu spielen und oben drauf kommt dann noch ein höllisches Gitarrensolo von – ich vermute mal – Benny Haupt. Der Geist von Bob Dylan etwa Mitte der Siebziger schwebt als Inspiration über dem wahrscheinlich autobiographischen und extrem gut ins Ohr gehenden "Chasing The Wind", das dann auch über ein Harmonika-Solo verfügt. Aber Markus Rill war immer schon individuell und selbstbewusst genug, seine größten Inspirationen nicht verbergen zu müssen. Und wenn wir bei den autobiographischen Stücken sind, gehört dazu ganz sicher auch "(We Used To) Ride Our Bicycles". Nachdenklich, aber musikalisch erneut klasse eingespielt und arrangiert. Der Rezensent ist am meisten von der zweiten Hälfte der Scheibe begeistert, aber seine Favoriten darf sich natürlich jeder selbst raus suchen.

Musiker vom Schlage Markus Rills sind offensichtlich vollkommen unfähig, schlechte oder halbgare Alben abzuliefern, da sie alleine schon durch das ihnen gegebene Talent und die vorhandene Qualität, was das Songwriting sowie die spielerischen und gesanglichen Fähigkeiten angeht, immer nach noch Höherem streben. Und das ist auch gut so. "Good As New" ist jedenfalls ein weiteres bärenstarkes Album von Markus Rill, das neben ruhigeren Tönen durchaus auch mal den Fuß von der Bremse nimmt und so richtig drauf los rockt. Nicht, dass der Protagonist dies in der Vergangenheit nicht auch schon getan hätte, aber Tracks mit dem Härtegrad wie bei "Wildfire Kind Of Love" oder auch "Why Would I Want To" hat der Rezensent schon des Längeren nicht mehr von dem Musiker gehört. Umso erfreulicher! Und deshalb geht auch an diesem Album gar kein Weg dran vorbei, erneut alle Daumen Richtung Himmel zu erheben.

"Good As New" kann momentan als CD direkt beim Musiker oder als Stream und Download über markusrill.bandcamp.com bestellt werden. In den ersten Monaten des nächsten Jahres 2026, vermutlich im März, wird die Platte dann über die großen Streaming-Anbieter zu haben sein. Für die Zeit dazwischen stehen noch die Produktion des ein oder anderen Videoclips an.


Line-up Markus Rill & The…:

Markus Rill (acoustic & electric guitars, harmonica, lead vocals)
Benjamin Haupt (acoustic & electric guitars)
Sebbo Bach (piano, organ, keyboards, synthesizer, harmony vocals)
Chris Reiss (bass)
Konrad Patzig (drums & percussion)

With:
Joseph Parsons (duet vocals – #4)
Hank Shizzoe (slide guitar – #6)
Elizabeth Lee (vocals – #7,10)
Rebecca King (vocals – #7,11)

Tracklist "Good As New":

  1. Brand New Man
  2. (We Used To) Ride Our Bicycles
  3. Walk In Light
  4. A Night In Jerusalem
  5. Just Might Happen Yet
  6. Why Would I Want To
  7. Anny Got Angry
  8. Daughter At The Water
  9. Chasing The Wind
  10. Wildfire Kind Of Love
  11. Good As New

Gesamtspielzeit: 42:53, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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