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Martin Engeliens Go Music – Konzertbericht, 02.06.2025, Butze by Falko, Tönisvorst

Die letzte Go Music-Tour vor der Sommerpause.
Am 02. Juni 2025 fand der erste Termin der Konzertreise in der Butze by Falko, Tönisvorst, statt.
Im Line-up befanden sich neben Martin Engelien, dem Gründer der Go Music, noch Gitarrist Gregor Hilden, Tastenmann Wolfgang Roggenkamp sowie Dirk Brand am Schlagzeug.
Informationen aus der Pressmitteilung zur Go Music-Tour im Juni 2025:
»[…] Gregor Hilden braucht keine Effekthascherei. […] Seine Melange aus jazzigem Soul, federndem Funk und traditionellem Blues ist keine stilistische Spielerei, sondern Ausdruck einer inneren Logik – Hilden spielt aus der Musik heraus, nicht über sie hinweg. […]
Flankiert wird er von keinem Geringeren als Wolfgang Roggenkamp, der mit seiner Hammond B3 mehr als nur ein Instrument bedient – er erschafft einen Kosmos. Roggenkamp, sowohl an der Orgel als auch am Schlagzeug virtuos, bringt jene spirituelle Wärme ein, die das Leslie-Kabinett in feinsten Vibrationen nach außen trägt. Seine Erfahrung – unter anderem mit Ben Becker, Jan Akkerman oder Sugaray Rayford – spricht für sich. […]
Dirk Brand, bekannt als Motor zahlreicher Rock- und Pop-Produktionen (Axxis, Seal, Weather Girls), verankert das Geschehen rhythmisch – nicht mit brachialem Impuls, sondern mit jener kontrollierten Energie, die Groove definiert und Räume öffnet. […]«

Martin Engeliens Go Music im Juni 2025 in der Butze by Falko Tönisvorst

Martin Engeliens Go Music im Juni 2025 in der Butze by Falko Tönisvorst

Eine Go Music ist immer etwas Besonders, geprägt von den Protagonisten, die in unterschiedlichen Musikstilen beheimatet sind.
So war die Go Music im Juni 2025 auch etwas Spezielles. Etwas ganz Spezielles.
Martin Engelien, Gregor Hilden, Wolfgang Roggenkamp sowie Dirk Brand präsentierten innerhalb der etwas über zwei Stunden Songs, die nicht immer vom Gesang geprägt waren.
Die Interpretation von Liedern und die Improvisation wurden an diesem Abend groß geschrieben.
Bereits der instrumentale Opener "Peace, Love & Empathy" verfügte über den Duktus eines Gregor Hilden, Wolfgang Roggenkamp, Dirk Brand und Martin Engelien. In den ersten zwanzig Minuten überraschte der Magier auf der Hammond mit einem sehr coolen Vorstellungs-Solo. Szenenapplaus. Auch Gregor Hilden bekam reichlich Beifall für seinen ersten Alleingang, in dem er ganz besondere Klänge mit dem Wah Wah-Pedal erzeugte. Dirk Brand trommelte als gäbe es kein Morgen und zeitweise auch mit der Geschwindigkeit eines Intercity. Da wirbelten nicht nur die Drumsticks, sondern flogen auch seine blonden Haare. Martin Engelien servierte ein höchst melodisches Solo.
Die Konzert-Eröffnung machte so richtig Lust auf mehr hochwertige Musik dieses Quartetts.

Die Auswahl der gespielten Songs war beachtlich und außerordentlich.
Kompositionen wie "Mr. Magic" vom Saxofonisten Grover Washington, Bill Withers' "Grandma’s Hands", "The Ghetto", bekannt durch Donny Hathaway, "Rocky Moutain Way" (Joe Walsh) von Wolfgang Roggenkamp gesungen oder der Welthit "Mamy Blue" aus der Feder von Hubert Giraud, in unseren Breitengraden Ricky Shayne in der Hitparade mit Dieter-Thomas Heck vertreten, waren Garanten für eine ausgelassene Club-Stimmung.
Wer den Songwriter, Musiker und Sänger Peter Green nicht kennt, hat im Blues etwas verpasst. Zunächst wäre da das Stichwort Fleetwood Mac der alten Schule, also als es bei der Combo um den Blues/Blues Rock ging. Als nächstes von Peter Green komponierte Lieder wie "Black Magic Woman", einem Erfolg, der für Santana rund um den Erdkreis ging, das Instrumental "Albatross", "The Green Manalishi" oder "Oh Well". Folglich war es bei dem Line-up dieser Go Music angesagt, den Originalen von Peter Green eine individuelle Note zu gegeben.
Ehre, wem Ehre gebührt. Gleich drei Tracks von Peter Green erfreuten die Leute vor der Bühne in besonderem Maß. "A Fool No More", Oh Well" und als Zugabe "Albatross" waren Höhepunkte, die sich ganz geschmeidig in die Phalanx der weiteren Highlights einfügten.

Selbstredend stachen auch Eigenkompositionen hervor.
"Blue Clouds" verzierten Gregor Hilden und Wolfgang Roggenkamp mit einem Frage-Antwort-Part und versah die Nummer mit einem sanften Ende, das die relaxte Stimmung dieses Tracks reflektierte.
Der "Farewell Blues", eine Gregor Hilden-Komposition, die einerseits auf dem Album In Phase vertreten ist und andererseits Teil der Filmmusik von "Ray Meets Helen" ist. Blues zum Träumen. Gänsehaut.
Gregor Hilden sang den Peter Green-Slow Blues "A Fool No More" und hier begaben sich Bassist Martin Engelien sowie Gregor Hilden in einen herrliche Konversation auf zehn Saiten. Bei seinem furiosen Solo schwebte der Gitarrist über den Wolken. Super!
"Moving On Up" stand Pate für die Funk-Abteilung des Gigs. Spontan servierte uns Dirk Brand ein High-Hat-Solo und Martin Engelien zeigte dem Publikum, welche Freude die Klänge eines geslappten Tieftöners bereiten konnten. Diese Lied widmete man Curtis Mayfield.
Ein großes Lob an das Publikum. Der Butze by Falko-Chor sang in "The Ghetto" mit und konnte beim Soul-Clapping der Band mithalten. In "Mr. Magic" schraubte Gregor Hilden schrittweise die Lautstärke seiner halbakustischen Gibson auf Null und zog der Gitarre dann auch noch den Stecker. Der Saiten-Magier echt unplugged. Man konnte jeden einzelnen Ton miterleben.
Natürlich nicht sichtbar, leerte Wolfgang Roggenkamp bei seinen von zart bis furios vorgetragenen Soli ein riesiges Fass an Fantasien. Auch hier war jedes Mal Begeisterung angesagt und beim Rock von "Rocky Mountian Way" weckte er beim Klang seiner Orgel und den Tastenläufen auf seiner Hammond mit Leslie-Lautsprecher Erinnerungen an Booker T. Gregor Hilden intervenierte, als Martin Engelien einen weiteren Song ankündigen wollte. Auch a cappella gesungen, bekam "Oh Well" in den Händen des hervorragenden Gitarristen ein faszinierend-ideenreiches Intro bis sich die so bekannten Töne des Hits herausschälten.
Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen dieser Go Music war als Zugabe eine "Albatross"-Version mit Respekt vor dem Original, aber in seiner persönlichen Eigenständigkeit des Quartetts eine großartige Performance.
Die individuelle Klasse aller vier Musiker hielt die Stimmung im Club auf einem beachtlich hohen Niveau.
Die Klasse des Konzerts war auch nach dem Gig noch Thema bei den Leuten und der Besuch am Merchandise-Stand stand nicht nur im Zeichen von verkaufen Tonträgern, in erster Linie Vinyl, sondern auch Gesprächen mit den Protagonisten.
Hut ab, Dirk, Gregor, Martin und Wolfgang!

Wir bedanken uns bei Christoph Wefers für den Platz auf der Gästeliste.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Martin Engeliens Go Music im Juni 2025:

Gregor Hilden (vocals, guitar)
Wolfgang Roggenkamp (vocals, Hammond organ)
Martin Engelien (bass, vocals)
Dirk Brand (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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