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Mathias Schüller / Dunkel:Rot – CD-Review

Mathias Schüller / Dunkel:Rot – CD-Review

Da ist er wieder, der Mathias Schüller, den wir ja von seinem Vorgängeralbum Wodka Wodka Superstar kennen und wie ich dort schrieb, auch von der Band Songs To The Siren aus dem Dunstkreis von Michael Mann. Viele dürften Mathias auch aus dem Karo im nordrhein-westfälischen Wesel kennen, wo er für das Programm verantwortlich zeichnet.

"Dunkel:Rot" wurde, wie auch der Vorgänger von Mathias alleine eingespielt. Fast, denn war auf "Wodka Wodka Superstar" eine Rose bei einem Track zu hören, so ist es diesmal HB Hövelmann, der auf zwei Liedern die Leadgitarre beisteuert. Schüllers Songs sind auf Deutsch und sie sind textorientiert. Das ist mit Sicherheit der Grund, wieso Mathias nicht ins Englische wechselt. Musikalisch wäre diese Sprache (auch) passend, aber, wie gesagt, ich denke der Künstler will, dass die Lyrics verstanden werden; er will, dass man versteht, was er zu sagen hat.

Die Texte sind persönlich, manche gar höchst persönlich.  Liebe, klar, dieses Thema kann somit schlecht ausgespart werden. Von banalen Ergüssen ist er aber meilenweit entfernt und er beherrscht beim Schreiben die Kunst, den Hörer oder Bookletleser auch und gerade zwischen den Zeilen fündig werden zu lassen. Etwas Politik ist ebenso eingebunden und wenn man jetzt denkt, der Albumtitel sei einer politischen Ecke zuzuordnen, dann ist man auf dem Holzweg. Ich gestehe, dass ich zuerst auch an eine Farbe dachte, dann sah ich den modernen 'Sprachstolperer'  und dann erst den Untertext, der da lautet: »Dunkel wie die Nacht – Rot wie die Liebe« Ein perfekter Hinkucker also,.

Das Thema Liebe ist breit gefächert und  wenn "Hotel zur besten Illusion" dem »besten Freund und Mentor« gewidmet ist, so steht bei "Der Stern" »Für mich (Ich nerve)«. Laut Pressebeilage reizt den Künstler auch »das Abseitige«: "Schwarzer Bullermann". Ein nachhaltiges Stück, denn an dem Text werde ich noch eine Weile knabbern müssen, bis ich verstehe was gemeint ist.

Verständlich dagegen "Kartenhaus", das  die »Gottlosigkeit« des Mathias Schüller zum Thema hat. Es sind also mitnichten Trallala-Texte, die der Hörer im vorbildlichen Booklet mitlesen kann und ein jeder Hörer wird wohl an dem ein oder anderen Text hängen bleiben und nachdenken.

Was die Musik angeht, so sind einige Nummern gut rockend, flott und animieren live auf einer Bühne sicherlich zum Abgehen und mitrocken.  Ich finde aber, dass (gerade in Verbindung mit den Lyrics) die ruhigeren und auch langsameren Stücke eher ins Schwarze treffen. "Jelena" etwa, die "Schwarze Milch" mit den starken Slide-Einlagen, die spannende Choreografie und Gitarrenarbeit bei "Theaterdonner".  Wie aus einem amerikanisches Roadmovie mäandert "Schwarzer Bullmann", wogegen der "Paradiesvogel" zum Träumen und Reflektieren einlädt. Anspruchsvoll bluesig geht es im "Hotel zur besten Illusion" zu und HB Hövelmann setzt geniale Tupfer. Bei "Der Sturm" ist die Orgel das Instrument, das sich sanft um die Worte des Protagonisten legt. Und auch dieses letzte Lied bestärkt mich in meiner Meinung, dass  Mathias Schüller dann am besten ist, wenn er entschleunigt musiziert. Denn dann trifft die Stimmung den Hörer an den richtigen Stellen,


Line-up: Mathias Schüller:

Mathias Schüller (Gesang, Instrumente)
HB Hövelmann (Leadgitarre – #3,11)

Tracklist "Dunkel:Rot":

  1. Das Feuer brennt
  2. Lass mich rein
  3. Idiot
  4. Kartenhaus
  5. Schwarze Milch
  6. Jelena
  7. Theaterdonner
  8. Schwarzer Bullemann
  9. Sorgenfrei
  10. Paradiesvogel
  11. Hotel zur besten Illusion
  12. Der Sturm

Gesamtspielzeit: 49:00, Erscheinungsjahr: 2023

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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