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Message / The Dawn Anew Is Comin' & From Books And Dreams – 2CD-Review

Message - "The Dawn Anew Is Comin' & "From Books And Dreams" - 2CD-Review

Die in Düsseldorf von dem Bassisten Horst Stachelhaus gegründete deutsch-englische Band Message existierte gut zehn Jahre und brachte es neben einigen Singles auch auf bemerkenswerte sieben Alben. Das deutsche Label M.i.G. Music hat nun die ersten beiden davon noch einmal auf einer Doppel-CD auf den Markt gebracht. Neben Stachelhaus waren hier die Engländer Billy Tabbert (guitars, background vocals), Tom McGuigan (saxophone, mellotron, lead vocals) sowie Alan Murdoch (guitars) und schließlich der Schlagzeuger Gerhard Schaber mit an Bord, als es 1972 an die Aufnahmen zum ersten Album "The Dawn Anew Is Comin'" ging. Zuvor waren allerdings bereits zwei Singles erschienen, die auf dieser neuen CD-Ausgabe inklusive der B-Seiten ebenfalls enthalten sind.

Das Debütalbum war dann auch ein echtes Pfund. Psychedelisch-progressiver Rock wurde hier geboten und speziell die längeren Nummern wie der Titeltrack oder "Heaven Knows" machen durch ihre guten Arrangements und ihren Abwechslungsreichtum immer noch großen Spaß. Durch die Querflöte kommen natürlich automatisch Querverweise an Jethro Tull in den Sinn, aber zum einen stört das nicht und zum zweiten ist es auch so, dass dieses Instrument bei Message deutlich weniger dominant eingesetzt wurde als bei ihrem englischen Pendant. Die Gitarren und Bass/Drums sind allzeit gegenwärtig, der Gesang zwar nicht außergewöhnlich, aber durchaus okay und passend. Letzten Endes also ein sehr starkes Debütalbum, dem man lediglich vorwerfen kann, dass die Songs an sich nicht wirklich im Ohr hängen bleiben. Dennoch stellt sich bei jedem neuen Hördurchgang wieder dieser spezielle Wohlfühl- und Spaßfaktor ein.

Die bereits ein Jahr davor (1971) erschienene erste Single "Sunshine Girl" b/w "Bubble Gum" hörte sich da noch ganz anders an. Das klingt stark nach Westcoast Pop der damaligen Zeit und … wer singt denn da? Zunächst hatte ich das Gefühl, dass hier eine Sängerin am Start ist. Auf jeden Fall klingt das ziemlich seltsam. Die B-Seite bewegt sich in derselben Kategorie, nur dass es hier noch deutlich poppiger zugeht. Kommen wir lieber schnell zur zweiten Single "Smile" b/w "Painted Lady": Okay, das hört sich schon entscheidend mehr nach dem Debütalbum an. "Smile" ist ein fetziger Rocker, der zwar wohl damals schon keine Chance auf die Charts hatte, allerdings durch den beinharten Rock durchaus Spaß macht. "Painted Lady" steht dem in nichts nach, wobei hier der Sound etwas dumpfer ist. Wenn man will, kann man bei diesem Stück von der Stilistik durchaus Einflüsse von Cream heraushören. Die erste Single kann man wirklich als kurios bezeichnen, die zweite dagegen macht klar, dass die Band ihren damaligen Sound gefunden hatte, bevor das erste Album eingespielt wurde.

Nicht sehr lange nach der Debütscheibe waren sowohl der Gitarrist Billy Tabbert, als auch der Schlagzeuger Gerhard Schaber nicht mehr in der Band. Message beschlossen, mit nur einer Gitarre weiter zu machen und engagierten Günther Klingel für die Position hinter der Schießbude. "From Books And Dreams" klang dann auch deutlich anders. Viel rockiger und härter ging es hier zur Sache. Die Psychedelic, sprich das 'Krautige', ist zwar immer noch am Start, aber die Gangart hatte sich doch um Einiges in Richtung Heavy Rock gedreht. Die Band musste zum Zeitpunkt des Erscheinens (1973) viel Kritik für den schlechten Sound einstecken und wenn man sich die Platte heute anhört, kann man diesen Punkt auch immer noch nachvollziehen.

Aber auch wenn der Rezensent zunächst von der Wucht des Sounds fast 'erschlagen' wurde, muss er nach mehreren Durchläufen zugestehen, dass die Songs an sich klasse gemacht sind und ihren ganz eigenen Reiz haben. Ganz sicher keine Scheiben zum Nebenbei-Hören, das ist schon sehr intensiv und fordert die Aufmerksamkeit des Hörers ein. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist "From Books And Dreams" ebenfalls ein richtig gutes Album, auch wenn es dem Hörer bei den ersten Durchläufen einiges abverlangt.

Egal, ob spezifischer Krautrock- oder ganz allgemein Musik-Fan: Wer diese beiden Scheiben noch nicht im Schrank stehen hat, kann mit dieser Neuauflage überhaupt nichts falsch machen, sondern wird wahrscheinlich seine wahre Freude daran haben. Für den Rezensenten, der von Message bisher nur deren viertes Album "Synapse" kannte, haben sich zwei ganz neue Klangbilder dieser Band erschlossen. Warum? Unter anderem ganz einfach deshalb, weil die Düsseldorfer bereits auf ihrem gleichnamigen dritten Album schon wieder fast komplett anders klangen. Aber das ist wieder eine ganz eigene Geschichte.


Line-up Message:

Tom McGuigan (saxophone, mellotron, lead vocals)
Horst Stachelhaus (bass)
Alan Murdoch (guitars)
Gerhard Schaber (percussion, background vocals – CD 1)
Billy Tabbert (guitars, spinet, background vocals – CD 1)
Günther Klingel (drums – CD 2)

Tracklist "The Dawn Anew Is Comin'" & "From Books And Dreams":

CD 1 – "The Dawn Anew Is Comin'":

  1. Changes
  2. The Dawn Anew Is Comin'
  3. Evil Faith And Charity
  4. Heaven Knows
  5. When I’m Home
  6. Smile (single-A-side – bonus track)
  7. Painted Lady (single-B-bonus track)

CD 2 – "From Books And Dreams":

  1. Sleep!
  2. Dreams And Nightmares [Dreams]
  3. Turn Over!
  4. Sigh
  5. Dreams And Nightmares [Nightmares]
  6. Sunshine Girl (single-A-side – bonus track)
  7. Bubble Gum (single-B-side – bonus track)

Gesamtspielzeit: 39:40 (CD 1), 46:51 (CD 2), Erscheinungsjahr: 2026 (1972, 1973)

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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