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Morphine Ridges / Bodies And Distance – Digital-Review

In der Pressemitteilung zur Band Morphine Ridges und dem Album "Bodies And Distance" von Noisolution lesen wir unter anderem: »[…] Morphine Ridges tauchen mit ihrem Debütalbum in eine düstere und bedrohlich wirkende Klanglandschaft ein, die an nächtliche Autofahrten durch vergessene, neonbeleuchtete Städte erinnert. Die schwebenden Klangflächen von Shoegaze und Dreampop erzeugen verträumte Momente, während minimalistische Anklänge klassischer Western-Scores durchschimmern.[…]
In einer Mischung aus melancholischer Psychedelia und düsterem Western-Sombre erschaffen Morphine Ridges ein filmisches Hörerlebnis – vielleicht der oft zitierte Soundtrack zu einem verlorenen Lynch-Film. Das Berliner Quintett nimmt uns mit auf eine Reise durch gespenstische, weitläufige Landschaften, durchzogen von dissonanten Echos und träumerischen Gitarrenklängen. […]«

Die Band aus Berlin startet ihr Debütalbum mit dem Titel "Ember".
Schon zu Beginn hält uns das Quintett mit ihren verwegen-melancholischen Sounds und ihrem im Duett von Andreas Miranda sowie Verita Egert dargebotenen Gesang gefangen. Zunächst mit einem herrlichen Kontrabass verziert und eher zurückhaltend instrumentiert, schwingt sich eine E-Gitarre in luftig-rockende Höhen und im Hintergrund sinniert die Lap Steel von Luis De Cicco, der es vorzüglich versteht, den Horizont eines Liedes zu erweitern. Das Stück mit ansteigender Dynamik und Dramatik ist ein Highlight in Sachen Sehnsuchts-Melodie. Die Leute vor den Lautsprechern wollen mehr davon.

Was hat das folgende "Morphine Town" zu bieten?
Weiter geht es mit der Nachdenklichkeit, der sinnierenden Romantik mit einer ganz anderen Auslage als beim Opener. Mit energetischer Rhythmik, auch von Schlagzeuger Frederik Sunesen in Szene gesetzt, wandeln wir auf den Pfaden einer couragiert-beherzten Musik, die hier am Ende mit psychedelischen-Sechssaiter-Klängen daherkommt.
Die sphärischen Klänge ziehen sich wie ein roter Faden durch "Masquerade". Mittlerweile werden Morphine Ridges zu einer meisterlichen Band, die es hervorragend versteht, Melancholie, Sehnsucht, Nachdenklichkeit, Schwermut, Wehmut und Schmerz in Klang-Landschaften zu betten, die man in dieser Intensität nicht erwartet hätte.

"Dead Paradise" ist ein weiterer Hinhörer und mit einem stetigen Rhythmus, nur durch fein gesetzte Breaks ausgeschmückt, kommt abermals der perfekt zur Musik passende Gesang in den Vordergrund. Alleine für diese beiden makellos passenden Puzzleteile gehen beide Daumen hoch. Auch diese Nummer ist einwandfrei arrangierte Musik in Moll. Der geradezu spielerische Umgang mit Drangphasen und der Dynamik ist faszinierend.
Vor unserem geistigen Auge erstreckt sich eine Traumlandschaft ohne Erhebungen und findet sozusagen ihr Ende erst am Horizont. Dream Pop im Alternative-Outfit. Ja, trotz ihrer Melancholie veranlasst uns die variantenreiche Musik von Morphine Ridges zum Träumen.
Ganz besonders ist das der Fall, wenn wir den Track "Night In Linden" aufrufen. In dieser instrumentalen Nummer vereinen sich weitgefächerte Sounds von Gitarre und Lap Steel zu einer Allianz der Leichtigkeit des seins. Highlight!
Auch "Infinite Lure" ist eine beeindruckende Mischung aus am Beginn stehenden balladesken Momenten und einem unglaublich rockenden, fast schon alternativlosem Druck der Unbarmherzigkeit. Man steht am Strand und staunt über die Gischt der Meeres-Fluten. Ja, auch so kann die Formation überzeugen.

Wow! In "Ridges Feed Me Now" geht es zur Sache. Im Unterschied zu den anderen Songs ist diese Komposition eine Art Morphine Ridges-Vulkan, ein Energiebündel der besonderen Emotionen. Drama und eigentümliche Psychedelic elektrisieren die Luft kurz aber heftig.
Am Ende der fast zweiundvierzig Minuten steht der mahnende Titel "Lay Down Weapon". Von Verita Egert gesungen, rundet dieses Lied den so positiven Gesamteindruck endgültig ab.

"Bodies And Distance" von Morphine Ridges ist erst das Debütalbum der Band aus Berlin.
"Bodies And Distance" von Morphine Ridges ist eine tiefgründige Traumwelt mit ganz unterschiedlichen Facetten.
"Bodies And Distance" von Morphine Ridges ist von differenzierten Emotionen geprägt.


Line-up Morphine Ridges:

Andreas Miranda (guitar, vocals)
Verita Egert (vocals, percussion)
Luis De Cicco (lap steel)
Juliette Wallace (bass)
Frederik Sunesen (drums)

Tracklist "Bodies And Distance":

  1. Ember
  2. Morphine Town
  3. Leave Me Here
  4. Masquerade
  5. Dead Paradise
  6. Night In Linden
  7. Ridges Feed Me Now
  8. Infinite Lure
  9. Ride Forever
  10. Lay Down Weapon

Gesamtspielzeit: 41:57, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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