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Ravage / Ravage – CD-Review

Ravage, ein ungewöhnliches Trio.
Weil die Violinisten Bastien Pelenc und Mathieu Werchowski zwei Drittel der Band bilden.
Der dritte Musiker im Bund ist Schlagzeuger Anthony Laguerre.

In der englischsprachigen Pressemitteilung zur Gruppe steht unter anderem etwas von ruheloser Band, elektrischen Wirbeln, Wildheit, unermüdlichen Pionieren, Eigensinn und mit einer Musik, die viele musikalische Landschaften abdeckt.
Drums und acht Saiten. Unbarmherzig im Weben ihres musikalischen Materials, fieberhafte Musik.

Außerdem ist von »[…] doom-electroacustic, sometimes libertarian litanies […]« die Rede.
Diese Auflistung lässt eine vor der zu erwartenden Musik hoffen und zugleich bangen.

Vier Songs umfasst "Ravage".
Okay, eine EP.
Was? Der Player zeigt über siebenundvierzig Minuten an. Folglich ein komplettes Album, das mit "Nex" eine Song beinhaltet, der es alleine auf sechsundzwanzig Minuten bringt.
"Hyeronimus Dream" und "Nihilist Folk" laufen in die acht Minuten hinein und "Demon Lover" bringt es auf 4:39 Minuten.

Okay, dann starten wir mit dem Opener "Demon Lover".
Drummer Anthony Laguerre beginnt und dann hört man auch disharmonisch-verquere Gitarren-Töne zu einer Violinenbegleitung. Mit Effekten kann man eine Violine auch wie eine Gitarre klingen lassen. Das Stück ist eine höllische Mischung aus fast schon eingängiger Musik, Noise, die Herzrhythmusstörungen verursachen kann und einer dramatischen Dynamik.
Der Stressfaktor bei den Leuten vor den Lautsprechern äußert sich, spezielle zum Ende der Nummer, in erhöhtem Blutdruck sowie anschwellenden Adern.
Diese winzige Pause zwischen "Demon Lover" und "Hyeronimus Dream" nimmt den Druck von den Ohren, ist wie eine Art Erlösung.

Ach, komm. Nerven hat man noch genug.
Also mit doch einigem aufgebauten Respekt hinein in "Hyeronimus Dream".
Oh, wie schön. Die Violinen meinen es mit ihren hypnotischen Streicheleinheiten gut mit einem. Dieses Einlullen ist aber wahrscheinlich nur die Ruhe vor einem weiteren Stress-Sturm der Emotionen. Man lehnt sich zurück und kommt ins Genießen dieser Violinen-Klänge ganz ohne Schlagzeugbegleitung. Die Augen zu schließen käme einem Wagnis gleich. Leichte Veränderungen in der Stimmung werden wahrgenommen. Klasse! Die Hälfe des Tracks ist schon um. Fehler in der Hoffnung. Anthony Laguerre hat Bock mitzumischen und schon steigt der Level an nervlicher Beanspruchung. Wie bekommen das die beiden Violinisten bloß hin? Wie in einem Rausch der kastrophalen Art. Der Zeigefinger kommt der Stopptaste immer näher. Nach einem Wangenstreichler ist "Hyeronimus Dream", eher ein musikalischer Alptraum, vorbei und abermals ist die Ruhe danach Entspannung pur.

"Nihilist Folk" hat nur in Ansätzen mit dem Folk zu tun.
Zumindest beruhigen sich die Gemüter, wenn die Nummer losgeht und auch im weiteren Verlauf darf man hier das Wort Wellnessoase in den Mund nehmen.
Jetzt noch sechsundzwanzig Minuten "Nex"? Das Kernstück des Albums soll nicht außer Acht gelassen werden. Die ersten Minuten streichelt uns Ravage die Wangen. Sphärisch-schwebend sowie psychedelisch sind die Stichworte. Bis auf das zirka sechsminütige Ende, allen Emotionen in extrovertierter Form freien Lauf lassend, ist der Tracks gut anzuhören.

Es mag Leute geben, die die Ravage-Musik gut finden.
Andere Personen wiederum mögen von der Ravage-Musik irritiert sein.
Folglich gibt es aus meiner Sicht weder eine Empfehlung in die eine oder andere Richtung.


Line-up Ravage:

Anthony Laguerre (drums)
Bastien Pelenc (violin)
Mathieu Werchowski (violin)

Tracklist "Ravage":

  1. Demon Lover
  2. Hyeronimus Dream
  3. Nihilist Folk
  4. Nex

Gesamtspielzeit: 47:18, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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