Ursprünglich kommt The Matt Project aus Italien. In New York hat man quasi eine zweite Heimat gefunden.
Auf der Facebook-Website wird als Genre »Soul, R&B, Funk, Rock, Reggae, Pop« angegeben. Vielfalt ist also angesagt.
2013 brachte das Trio "It Makes …" auf den Markt. 2014 folgte "Please Don’t Let Me Down" und 2015 veröffentlichte man "Tripping Out". Diese Platte wurde von Steve Greenwell (auch Joss Stone) co-produziert. Auf dem Merchandise-Tisch gab es vom The Matt Project noch eine CD mit dem Titel "Live".
Das 2017 erschienene vierte Album trägt den Titel "Silver Linings".
The Matt Project gastiert nach 2016 zum zweiten Mal im blues, Rhede.
Der Bandname The Matt Project resultiert aus dem Vornamen des Schlagzeugers Matteo Breoni.
Die Spanne von Veranstaltungsorten ist groß. Das Trio spielt in persönlicher Umgebung Hauskonzerte und im November 2018 geht es für Konzerte nach England.
Im Dezember ist man in Italien gemeinsam mit der Pink Flamingo Rhythm Revue unterwegs.
Der Sekundenzeiger tickte und tickte.
Da die Combo direkt aus Italien angereist war und zirka tausendeinhundert Kilometer abgerissen hatte, war es verständlich, dass man den drei Musikern eine kleine Verschnaufpause gönnte. Um 21:15 Uhr war dann aber Showtime. André Knoch kündigte die Band an und meinte, es gäbe an diesem Abend mal etwas andere Musik als den Blues im blues. Wie richtig er doch liegen sollte, schließlich trat The Matt Project nach Januar 2016 zum zweiten Mal in der angesagten Rheder Location auf.
Mit einigen Coversongs gespickt, unternahm The Matt Project quasi einen Streifzug durch ihre bisherigen Veröffentlichungen.
Sehr melodisch, mit einem tollen Chorgesang schien die "Barefoot"-Konzerteröffnung so etwas wie ein Wachmacher, bei dem man sich die Müdigkeit aus dem Körper spielte, zu sein.
Dann befand sich das Trio auf dem Pfad des Funk. "Lonely Nights", eine erste Kostprobe aus dem Album "Silver Linings" brachte die Zuschauer schon mächtig in Schwung und erst recht in "I Can’t Stand The Love Songs", das mit herrlichen Reggae-Versatzstücken geformt wurde. Toll!
Die Lead Vocals wechselten von Carlo Poddighe zu Jury Magliolo und der Schlagzeuger Matteo Breoni bot ebenfalls eine überzeugende Leistung als Vorsänger. Der Funk steigerte sich bei "Never Get Down" zur genussvollen Heavy-Ausgabe, begleitet von einem super Groove und Gitarrist Carlo Poddighe kniete nicht nur einmal auf den Bühnenbrettern, um seine Soli zu zelebrieren. Härte war angesagt. Jury Magliolo zupfte die dicken Saiten seines Tieftöners mit dem Plektrum.
Ausgehend von einem langsamen Beginn steigerte sich "It’s Over Now" zu einer verdammt flotten Nummer, in dem es viele klasse Breaks, Funk und dann auch noch Blitzlichter des swinging Jazz gab.
Ein wenig Retro-Soul-Funk servierte das bestens gelaunte Trio in "So Long". Der Bassmann glänzte auch durch höhere Tonlagen. Eine bemerkenswert gute, soulige Falsett-Stimme. Hier wechselten die Lead Vocals innerhalb eines Songs. Perfekt! "The Heat" entpuppte sich als ein balladeskes Zwischenspiel und in "I Want To Take You Higher" von Sly & The Family Stone baute man einen bestechend arrangierten sphärisch-hypnotischen Teil ein. Klasse!
Nach einer kurzen Pause ging es mit stetig steigender Stimmung auf und besonders vor der Bühne weiter. Hey, was war das denn? Carlo Poddighe und Jury Magliolo tauschten ihre Plätze und auch Instrumente. Zwischen Lullaby-Atmosphäre, Jimi Hendrix-Klängen, einem waschechten Reggae, Dynamik mit furiosen Wendungen und einem "Dance To The Music"-Abstecher hatte The Matt Project verdammt viele überzeugende Möglichkeiten, das Publikum zu unterhalten.
Wie immer war die freundliche Bedienung sehr aufmerksam beim Getränkeservice und bildlich ausgedrückt wurden die Schaumkronen vom Gerstensaft durch die good Vibes der Band ständig auf der Höhe gehalten.
"Slowing Down" prägte ein abermals sehr gut eingeflochtenes Jazz-Intermezzo und der Titelsong des Albums "Silver Linings" war einfach nur großartig. Das balladeske "Tired To Be Alone" trieb einem förmlich die Tränenflüssigkeit in die Augen.
Das enthusiastische Publikum feierte The Matt Project mit frenetischem Applaus. Die Band stand für eine Zugabe wieder auf der Bühne. Es kam nur auf den Blickwinkel auf einen sehr bekannten Song an. Das Trio machte mit seiner ganz speziellen Rezeptur aus "Foxy Lady" eine Nummer, die man wohl nicht so schnell vergessen wird. Auch ein Pink Floyd-"Breathe"-Part passte hier perfekt in das Szenario. Matteo Breoni, gefolgt von Bassist und Gitarrist, verließen die Bühne. Mit seinen Drumsticks erzeugte er Rhythmen auf allen möglichen Gegenständen wie Biergläsern oder Mobiliar. Der Tieftonzupfer thronte für sein Spiel auf zwei Barhockern und wo war Carlo Poddighe? Ihn fand man kniend auf dem Boden. Die Saiten-Männer eilten in Hochgeschwindigkeit – wohl gemerkt, immer weiter spielend – hinter der Saaltheke bis in die Kneipe und die Jimi Hendrix-Nummer endete standesgemäß in einem Gitarren-Feedback.
Eine Zugabe? Durch ihre Begeisterung kitzelten die Zuschauer noch zwei weitere Zugaben heraus. Das Trio formte Michael Jacksons "The Way You Make Me Feel" in eine Hard Rock-Version um. In der dritten Zugabe wurde es durch von Jazzbesen gestrichenen Fellen und einem Gitarren-Solo, das sich unter den Wolken befand, besinnlich.
The Matt Project war ein Genre-Tausendsassa. Dynamik und infizierende Energie prägten das Konzert zwischen Eigenkompositionen sowie Coversongs. Grazie, Carlo, Jury und Matteo!
Wir bedanken uns bei André Knoch für die problemlose Akkreditierung.
Am 16. November 2018 wird Zed Mitchell im blues, Rhede spielen.
Am 18. November 2018 folgt Ben Pool, der anlässlich seines Tour-Abschlusses im blues, Rhede auftreten wird. Als Special Guest kündigt sich Guy Smeets an.
Line-up The Matt Project:
Carlo Poddighe (guitar, bass, vocals)
Jury Magliolo (bass, guitar, vocals)
Matteo Breoni (drums, vocals)
- Jury Magliolo (bass, guitar, vocals)
- Matteo Breoni (drums, vocals)
- Carlo Poddighe beim Solo
- Jury Magliolo
- Sechs statt vier Saiten
- Vier statt sechs Saiten
- Wahnsinn
- furios
- Groove
- Bierglas-Rhythmus
- tiefe Töne auf hohen Barhockern
- Grazie

















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