»Turn off the conversation / Take that phone and throw it into the sea«
… dieser Start des Albums klingt, als würde es live auf der Bühne losgehen. Und genau so echt und lebendig, so roh und wild, mitreißend und explosiv legt auch der Opener "Higher Than High" los. Ein cooler Groove, heavy Puls und lässigst vorgetragene technische Spielereien müssen von jedem Tyketto-Jünger als Liebeserklärung angenommen werden – immerhin ist hier ja außer Sänger und Frontmann Danny Vaughn im Vergleich zu früher eine komplett 'ausgewechselte' Mannschaft am Start (wobei man Chris Childs von Thunder und Johnny Dee als Doro-Drummer kennen kann). Tja und dann diese Identifikationsfigur für zeitlosen AOR, Danny Vaughn. Die Haare hat er vor ein paar Jahren mal grau sein dürfen lassen. Aber diese an immer-jungen Tonhöhen kratzende Melodie und dieser frisch wie immer geshoutete Gesang haben einfach nichts und nochmal nichts von ihrer Pracht verloren. Zwischendurch gibt’s dann auch noch ein Mundharmonika-Solo. Châpeau!
Dass sie Lust haben und dass da echt vieles zusammenpasst, haben Vaughn und Tyketto längst live bewiesen. Aber ein Album wie dieses ist nun der ultimative Beweis dafür, dass es lebt und brodelt in dieser Band. Vielleicht ist "Closer To The Sun" sogar einen Ticken unverzichtbarer als das letzte Album, "Reach" von 2016, damals noch inklusive Mit-Gründungsmitglied Michael Clayton Arbeeny – vielleicht aber auch nur 'fast' so lückenlos grandios wie Dig In Deep, das 2012er-Comeback-Album in Originalbesetzung, das der bescheidenen Meinung des Rezensenten nach so etwas wie DAS Album der Band ist, das im neuen Jahrtausend dem legendären Debütalbum "Don’t Come Easy" in nichts nachsteht. Aber auch die ganz wenigen Tracks, die so 'mitlaufen' – "Starts With A Feeling" als eine Art routinierte Halbballade im Journey-Stil (vielleicht als Song Nummer zwei auch etwas zu weit vorn auf der Tracklist) oder das Springsteen'eske "The Brave" – sind eigentlich … richtig gut.
Der Rest ist halt phänomenal. Vom hymnischen "We Rise" über die Heavy-Country-Nummer "Harleys & Indians (Riders In The Sky)" bis zu diesen Melodiewundern mit Gänsehaut-Höhen, dem Titeltrack "Closer To The Sun" und der Powerballade "The Picture" … und vom Hard Rocker "Hit Me Where It Hurts" über das rock’n’rollige Bar-Feeling von "Donnowhuddidis" bis zum seelenreinigenden "Far And Away", das mit seinen mehrstimmigen Passagen ganz bestimmt ein toller Teil eines Akustik-Sets bei Konzerten werden wird. Und warum fühlt man das sofort? Weil das ganze Album sich anhört und anfühlt wie 'live im Studio' – so authentisch und ungeschliffen und doch so rund und eingängig. So produziert mal Melodic Rock, ohne ihn überzuproduzieren!
Hiermit ergeht eine absolute Kaufempfehlung – und als heftiger Hörtipp wird noch das mächtig coole "Bad For Good" genannt!
»I’m changing my methods / I’m changing designs
My mind’s over matters / And my matters don’t mind
I’m sitting pretty and I’m feeling no pain / Burning daylight on this runaway train
My Blood is up and it’s understood / I’m feeling pretty bad for good«
Line-up Tyketto:
Danny Vaughn (lead & backing vocals, acoustic & electric guitars, harmonica, keyboards, percussion)
Chris Childs (bass Guitar, percussion, keyboards, backing vocals)
Johnny Dee (drums, percussion, backing vocals)
Harry Scott Elliott (lead & rhythm electric guitars, percussion, backing vocals)
Ged Rylands (keyboards, percussion, backing vocals)
Tracklist "Closer To The Sun":
- Higher Than High (4:20)
- Starts With A Feeling (4:45)
- Bad For Good (3:53)
- We Rise (3:59)
- Donnowhuddidis (3:28)
- Closer To The Sun (4:59)
- Harleys & Indians (Riders In the Sky) (3:53)
- Hit Me Where It Hurts (4:01)
- The Picture (5:13)
- Far And Away (4:14)
- The Brave (5:34)
Gesamtspielzeit: 48:21, Erscheinungsjahr: 2026



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