Alle Jahre wieder, und es muss ja nicht unbedingt "Last Christmas" von Wham sein, gibt es musikalische Kollektionen, und so auch wieder von Bear Family Records – das ist halt Tradition. Doch hier kann man sich sicher sein, nicht immer nur das abgedroschene Zeug zu hören. Und ausgerichtet ist es auch hier wieder grundsätzlich auf die US-amerikanische Musikszene und die Art, dort Weihnachten zu feiern; mit den etwas anderen Songs als traditionell hierzulande. Also – "Run Rudolph Run", "White Christmas", "Cool Yule", aber dann auch sehr viele gar nicht so bekannte Stücke, wie sie üblicherweise hier angeboten werden mit Kompilationen von Bear Family Records.
"Rockin' Santa Claus", "Rockin' On A Reindeer", "Rockin' Santa Claus", "Santa’s Got A Coupe De Ville" oder "Rock’n Rudolph" und viele mehr, die muss ich doch tatsächlich auch erst einmal kennen lernen. Das wiederum spricht für Bear Family Records, hier für Nico Feuerbach, der wieder tief in die Materie eingetaucht ist und verantwortlich ist für diese Kompilation. Und dabei sei zu bemerken, dass unter den fünfundzwanzig Interpreten recht viele sind, deren Namen mir so gar nicht geläufig sind, und das ist gut so, immer wieder gelungen, eine solche Wissensmehrung! Im wie zu erwartenden hervorragenden Booklet finden wir darum Angaben zu allen Künstlern*innen und zu den Songs, und wiederum ist Bill Dahl dafür verantwortlich.
Und gleich ist das ein hervorragend rhythmischer Auftakt, Tommy Lee & The Orbits zeigen mit "Jingle Rock", wie lebendig die Musik doch seinerzeit war, hier 1960. Ja, vom Rock’n’Roll infizierte Weihnachts-Songs mögen diesem Genre wohl etwas von deren Festlichkeit nehmen, aber auch deren Steifheit. Wer zum Beispiel auf "Stille Nacht, Heilige Nacht" steht, mag entrüstet sein, wie hier der weihnachtliche Gedanke möglicherweise mit diesen frivolen hüftschwingenden Songs in den Schmutz gezogen wird. Egal, wenn Weihnachten ein Fest der Freude sein soll, warum soll man sich nicht auch darüber freuen, wie das Fest thematisch mit diesen fünfundzwanzig Nummern mit dieser besonderen Art von Frohlocken angereichert wird.
Wenn dann der Platz im Zimmer reichen sollte, könnte man sich animiert fühlen zum Tanz um den Christbaum, das ist sicher keine Gotteslästerung, denke ich. Dieses Mal wird der musikalische Zeitraum von 1955 – 1966 abgedeckt. Und darunter befinden sich wahre Schätze, im Sound von Rock’n’Roll, Doo-Wop, Rockabilly und Rhythm & Blues, das ganze Spektrum mitreissender Musik. Merry Christmas everybody!
Tracklist "Santa Is Rockin' And Rollin':
- Tommy Lee & The Orbits – Jingle Rock
- The Outlaws – Run Rudolph Run
- The Martells with The Bella Tones – Rockin' Santa Claus
- Nathaniel Mayer & His Fabulous Twilights – Mr. Santa Claus
- Chuck Blevins – Sleighbell Rock
- Harry Lee – Rockin' On A Reindeer
- Bill Parker – Santa Is Rockin' and Rollin'
- Jerry Robinson – White Christmas
- Jack Scott – There’s Trouble Brewin'
- Del Reeves – Twisting Santa Claus
- Santo & Johnny – Twistin' Bells
- Big Bud – Snow-Man Rock
- Benny Lee & The Ken-Tones – Rock ’n' Rollin' Santa Claus
- Little 'Lambsie' Penn – I Wanna Spend Xmas With Elvis
- Jody Levins and His Boys – Jingle Bells Boogie
- Donny Burns – Cool Yule
- Patty Surbey & The Canadian V.I.P.’s – Christmas All Year 'Round
- Kathy and Jimmy Zee – Santa Claus Rock And Roll
- The Four Imperials – Santa’s Got A Coupe De Ville
- Little Bobby Rey – Rockin' J-Bells
- Marcel Martel – Rock ’n' Roll Du Pere Noel
- The Uniques – Rock’n Rudolph
- Charlie Stewart – Santa Claus Won’t Come This Year
- Sandy Center – Come On Baby It’s Christmas
- Bobby (Boris) Pickett & The Crypt-Kickers – Monster’s Holiday
Gesamtspielzeit: 58:14, Erscheinungsjahr: 2025 (1955-1966)


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