Diese Rezension beginnt mit einer persönlichen Randbemerkung.
Am 09. April 2006 gastierte Joe Bonamassa zum dritten Mal im Schwarzen Adler, Rheinberg.
Weil er sich auch nach einer geraumen Zeit nach dem Gig nicht bei seinen wartenden Fans zeigen ließ, er saß im Tourbus, habe ich mich vom Thema Joe Bonamassa verabschiedet.
Nach neunzehn Jahren muss es nun aber auch genug sein mit der Abstinenz.
"Breaktrough" heißt das Album, das im Juli 2025 auf den Markt kam. Breaktrough? Den hatte Joe Bonamassa schon vor langer, langer Zeit.
"You & Me", "Slow Gin" und The Ballad Of John Henry waren seinerzeit wohl Platten, die den Durchbruch markierten.
Der Albumtitel "Breakthrough" ist dann vielleicht in einem anderen Zusammenhang zu sehen.
Mehr eine Rückbesinnung auf das Fundament seiner Anfänge. Blues, im weiteren Sinn.
Aufgenommen in Santorini, Griechenland, Hollywood, Kalifornien sowie Nashville, Tennessee, verdeutlichen in gewisser Weise das Spektrum, das die insgesamt zehn Songs reflektieren.
Mit einem etwas veränderten Line-up ist "Broken Record" die einzige Nummer, die in Nashville aufgenommen wurde. Eine Ballade zum Niederknien. Eine Ballade, die auch den hervorragenden Gesang des Protagonisten in den Vordergrund stellt. Nein, nicht nur seine Stimme ist hier herausragend, auch seine Gitarren-Künste sind an dieser Stelle stellvertretend für das meisterliche Können eines Joe Bonamassa. Fast sieben Minuten Aufbegehren in der Langsamkeit, mit einer Intensität, die Gänsehaut verursacht. Highlight!
Bei allen anderen Songs spielt Josh Smith an der Seite von Joe Bonamassa Gitarre und mittlerweile darf ein stimmkräftiger Chor nicht fehlen. Den bilden Jade MacRae sowie Dannielle DeAndrea.
Blues/Blues Rock auf hohem Niveau, aus dem obersten Regal, wie man ihn von Joe Bonamassa kennt, geht es in "Pain’s On Me" im wunderschön rockend-groovenden Modus zu. Produziert von Kevin Shirley ist man bei allen Liedern mittendrin. Man nimmt jede Nuance wahr. Den vielseitigen Gesang von Jade MacRae und Dannielle DeAndrea kann man nicht oft genug loben. Die Soli des Frontmannes sind in ihrem Tiefgang, ihrer Hingabe sowie Emotionen Extraklasse.
Bassist Calvin Turner und Schlagzeuger Lemar Carter zupfen und trommeln variantenreich und lassen den Groove hochleben.
In das Loblied schließt man Keyboarder Reese Wynans gleich mit ein.
Das Titelstück "Breathrough" steht am Beginn der Tracklist und die Eröffnung im Gospel-Format geht ohne Umwege über in einen prächtigen Blues Rock, bei dem man schon zu Beginn des Albums mit der Zunge schnalzt. Klasse!
In "Shake This Ground" ist der Klang der akustischen Gitarre angesagt. Bei diesem Songwriting von Joe Bonamassa sowie James House winkt aus der Ferne ein wenig Country-Feeling und der "Trigger Finger" ist fieberhafter Hard Rock auf Blues-Basis. Wie ein roter Faden ziehen sich geschickt eingestreute Breaks durch die Kompositionen, die Joe Bonamassa unter anderem mit Tom Hambridge, Gary Nicholson und Kevin Shirley geschrieben hat.
Der allseits bekannte Shuffle von Lemar Carter in "I’ll Take The Blame" lässt die große Hörfreude um ganz wenige Grad sinken. Die Piano-Klänge von Reese Wynans und natürlich die Gitarren-Soli machen diesen Track dann doch noch zu einem Hinhörer.
Applaus, Applaus!
Verführerischer Blues Rock ist angesagt, wenn der Musiker mit seiner Band abermals den Blues Rock in seiner individuellen Joe Bonamassa-Weise aufruft. Jetzt sind es die Slide-Sounds sowie die hier besonderes in den Vordergrund gestellten weiblichen Stimmen, die Begeisterung auslösen.
Bei "Still Walking With Me" schimmert phasenweise der Soul, der sich am Ende eines flotten Treibens fokussiert.
"Breakthrough" von Joe Bonamassa ist ein Album mit Songs aus der Oberstufe des Blues und seinen Verästelungen.
"Breakthrough" von Joe Bonamassa lässt beide Daumen nach oben zeigen.
Line-up Joe Bonamassa:
Joe Bonamassa (lead vocals, guitar, slide guitar)
Reese Wynans (keyboards)
Josh Smith (guitar – #1-4,7-10)
Calvin Turner (bass – #1-4,7-10)
Stephen Mackey (bass – #5)
Lemar Carter (drums – #1-4, 7-10, percussion – #1-4,7-10)
Greg Morrow (drums – #5)
Jade MacRae (backing vocals)
Dannielle DeAndrea (backing vocals)
Tracklist "Breakthrough":
- Breakthrough
- Trigger Finger
- I’ll Take The Blame
- Drive By The Exit Sign
- Broken Record
- Shake This Ground
- Still Walking With Me
- Life After Dark
- You Don’t Own Me
- Pain’s On Me
Gesamtspielzeit: 45:42, Erscheinungsjahr: 2025



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