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Mick Clarke Band / Shake That Boogie – Live In Bremen 1989 – 2CD-Review

Mick Clarke Band - "Shake That Boogie - Live In Bremen 1989" - 2CD-Review

Der englische Gitarrist und Sänger Mick Clarke war für den Rezensenten schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zum einen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich den Engländer und seine Band spätestens in den neunziger Jahren – wahrscheinlich im Paket mit Chicken Shack – live gesehen habe, was ich nach Durchsicht meiner ärgerlicherweise nur noch bruchstückhaft vorhandenen Sammlung an Konzert-Tickets allerdings nicht mehr belegen kann. Aber da war ja auch noch die fantastische Band Killing Floor, die vor vielen Jahrzehnten mit ihrem gleichnamigen Debüt von 1969 sowie Out Of Uranus (1971) leider nur zwei Alben vorlegte, bevor sie wieder auseinander brach. Es folgten viele weitere, meist kurzlebige Projekte, bevor der Brite Anfang der Achtziger seine eigene Mick Clarke Band ins Leben rief. Das Debüt "Looking For Trouble" erschien 1984 und nach drei weiteren Scheiben war die Band am 17. Mai 1989 im Römer in Bremen zu Gast. Das mitgeschnittene Konzert liegt nun auf einer Doppel-CD mit dem Titel "Shake That Boogie – Live In Bremen 1989" vor.

Dass Mick Clarke kein Schlechter war und ist, dürfte alleine schon aufgrund seiner Vorgeschichte klar sein. Klar stellte er das an diesem Abend dann auch von der ersten Nummer an. Ebenfalls klar ist aber bereits ab dem Opener, eben jenem Blues-Klassiker "I’m Tore Down", dass wir es mit klassischem englischen Blues Rock der Marke Chicken Shack oder den ganz frühen Fleetwood Mac, noch mit Peter Green, zu tun haben. Clarke gibt sowohl an der Gitarre, als auch vor dem Mikro eine gute Figur ab, während ansonsten Mick Phillips am Bass sowie Mike Hirsh an den Drums ein grundsolides Fundament legen. Für die neben der Gitarre zusätzlichen bunten Musiksprengsel sorgen der Tastenmann Kerry Canfield, aber auch Chris Lloyd-Baron an der Blues Harp. Die Setlist ist ein Potpourri aus eigenkomponierten Stücken und Coversongs, während zehn der 18 performten Tracks aus der Feder Clarkes stammen.

Bei den Vorlagen kommen alte Bekannte wie John Lee Hookers "I’m In The Mood", Willie Dixons "You Need Love", Elmore James' "Madison Blues" oder "She’s Nineteen Years Old" (Muddy Waters) zum Einsatz, wobei man lobend erwähnen muss, dass die ausgewählten Covers nicht immer die sind, die eh schon tausendfach runter genudelt wurden. Klar, da ist auch das ewige "Walking By Myself" am Start, das Clarke jedoch umgehend mit der sehr starken Eigenkomposition "Closing Time" kontert. Der klasse Harp-Spieler Chris Lloyd-Baron bekommt beim "Madison Blues" eine längere Einsatz-Zeit und eben jene Harp, die Gitarre wie auch die Tasten spielen sich die Bälle immer wieder gegenseitig zu, sodass überhaupt erst gar keine langweilige Sekunde aufkommen kann. Nur ein weiterer Höhepunkt ist der "Full Moon Boogie", bei dessen solistischen Einlagen regelrechte Funken sprühen. Nicht zu vergessen "Kansas City", das hier ebenfalls in einer sehr starken Version zelebriert wird.

Letzten Endes bleibt es dabei, dass die Mick Clarke Band eine klasse Blues Rock-Band der alten (englischen) Schule ist und wer auf diesen Stil steht, kann mit "Shake That Boogie …" überhaupt nichts falsch machen. Der Rezensent bevorzugt in diesem Genre zwar nach wie vor Stan Webb’s Chicken Shack, was aber reine Geschmackssache ist. Auf jeden Fall bekommt man hier fast neunzig Minuten feinstes Material im Live-Format auf die Ohren, das sich durchaus lohnt. Aufgemacht in einem schönen DigiPak inklusive Booklet und zusätzlichen Fotos auf den Innenseiten des Covers. Gutes Material!


Line-up Mick Clarke Band:

Mick Clarke (guitars, lead vocals)
Kerry Canfield (keyboards)
Chris Lloyd-Baron (harp)
Mick Phillips (bass, background vocals)
Mike Hirsh (drums)

Tracklist "Shake That Boogie …":

CD 1:

  1. I’m Tore Down
  2. Midnight Cruise
  3. I’m In The Mood
  4. Cold Comfort
  5. Walking By Myself
  6. Closing Time
  7. You Need Love

CD 2:

  1. Intro: TV-Blues
  2. TV-Blues
  3. Madison Blues
  4. All These Blues
  5. Nothin' But A Fool
  6. Full Moon Boogie
  7. She’s Nineteen Years Old
  8. Shake That Boogie
  9. Kansas City
  10. Walkin' Blues
  11. Gone Too Long

Gesamtspielzeit: 36:44 (CD 1), 51:22 (CD 2), Erscheinungsjahr: 2026 (1989)

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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