Die Prog-Rocker Magenta aus Wales / Großbritannien lernte ich kennen mit ihrer 2004er Veröffentlichung Seven.
Damals war ich begeistert darüber, persönliches 'Neuland' zu entdecken, so konnte mich die hochwertige und sehr melodiöse Rockmusik begeistern! Die Band um den Multiinstrumentalisten Robert Reed und ihr 'Aushängeschild', Sängerin Christina Booth, hat seitdem weitere Veröffentlichungen vorgelegt, und nun gibt es aktuell mit "Tarot" das neuen Album. Inwieweit es geplant war, einen Zusammenhang zu diesem Satz von achtundsiebzig Spielkarten herzustellen, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls stehen diese Karten als Symbole für Wahrsagerei, Meditation und psychologische Selbstreflexion. Nun, der Magier auf dem Cover scheint wohl involviert zu sein.
Die Magie der Musik ist noch hauptsächlich in den Händen der drei Hauptakteure, Christina Booth mit ihrem ausdrucksstarken Gesang, 'Mastermind' Robert Reed, der als Dreh- und Angelpunkt der Arrangements die wesentlichen Spuren zeichnet, und da kann dann auch schon einmal etwas von seinem Soloschaffen einbezogen werden, Sanctuary IV war sein letztes Werk. Ja, und auch Gitarrist Chris Fry ist noch dabei mit seinen ausfüllenden Beiträgen. Auf einzelnen Songs bieten die jeweiligen Gastmusiker*innen noch das jeweilige Tüpfelchen auf dem i, so das Flötenspiel von Katie Axelsen auf "The World".
Sehr orchestral ist die Musik gestaltet, die String Arrangements tragen wesentlich dazu bei und dadurch werden gerade jene romantisch angehauchten und ruhigen Songs ansprechend ausgekleidet. Gern möchte ich mit "Seven" vergleichen, dem Album, das bisher für mich noch immer die persönliche Referenz darstellt. Strahlt dort zum Beispiel ein Song wie "Gluttony" eine Stimmung in Richtung der Band Yes aus, so kann ich dieses bei "Tarot" nicht mehr in diesem Umfang feststellen. Zwar gibt es sicher noch die eine oder andere Assoziation, die man knüpfen könnte, zum Beispiel der gelegentliche Geist Mike Oldfields, der durch die Gitarrenarbeit spukt, oder diese mitunter vertrackten Parts, wie man sie einst von Renaissance kennenlernte.
Und so empfinde ich die Musik auf "Tarot" viel verspielter, die Stücke werden oft unterbrochen in ihrer Gestaltung, sind demnach sehr abwechslungsreich und verlangen mehr Aufmerksamkeit, die man der kunstvollen Musik gern gewährt. So strahlen die Songs recht viel Schönheit aus, und der Sound des Prog Rocks der Siebziger bleibt auch stets präsent und dient wohl nicht nur als Grundlage, sondern wurde auch auf hoher musikalischer Stufe individuell weiterentwickelt, mithin wieder ein großer Unterhaltungswert, der von der Musik ausgeht, diese kunstvolle Darbietung ist recht niveauvoll!
Das CD/DVD-Set enthält die "Tarot"-CD sowie eine DVD mit 5.1 DTS und Dolby Digital. Außerdem gibt es auf der DVD Promo-Videos, Live-Akustikvideos und Interviews mit Robert Reed und Steve Reed. 'Proggy', was willst Du mehr? Drückt die Musik auf "Tarot" nun gerade das aus, die Symbole für Wahrsagerei, Meditation und psychologische Selbstreflexion? Man könnte darüber philosophieren…
Line-up Magenta:
Christina Booth (lead vocal)
Robert Reed (keyboards, bass guitar, piano, rhythm guitars, recorders)
Chris Fry (lead and Nylon guitars)
Special guests:
Nick D’Virgilio (drums)
Katie Axelson (flute)
Sam Baxter (oboe)
Steve Balsamo & Peter Jones (backing vocals – #10)
Tracklist "Tarot":
- The Lovers (9:02)
- Etude 1 (0:24)
- The Magician (8:20)
- Etude 2 (0:21)
- The World (9:27)
- Etude 3 (0:24)
- Strength (10:02)
- Etude 4 (0:22)
- The Empress (10:08)
- Tarot (4:40)
- The complete album
- Promo Video:
The White Witch
Too Many Voices
Because - Acoustic Live:
Tarot
Send In The Clowns - Interview:
Robert Reed
Steven Reed
Gesamtspielzeit CD: 53:14, DVD: 68:00 Erscheinungsjahr: 2026



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