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Klaus Michel / Songs Of Love And Hope/Summer (- & Spring) – EP-Review

Klaus Michel / Songs Of Love And Hope/Summer /- & Spring) – EP-Review

"Songs Of Love And Hope/Summer": Man könnte eigentlich fast ahnen, dass dem Wort Sommer im Titel der EP eine besondere Beachtung beizumessen ist. Und genau so ist es auch, wie man weiter unten in dieser Rezension sehen kann, denn dort kommt der Frühling.

Eigentlich ist es in Klaus Michels EP-, bzw. Song-Zyklus wie im richtigen Leben, dass der Frühling nämlich vor dem Sommer kommt und Herbst und Winter folgen. Daher kann ich es vorwegnehmen und ja, nach vorliegender EP, die den Zusatz Summer trägt und "Songs Of Love And Hope/Spring" folgt wird es auch die EPs  "Songs Of Love And Hope/Autumn" sowie "Songs Of Love And Hope/Winter" geben.

Der Hunsrücker, aber überwiegend in Italien lebende Musiker Klaus Michel geht, was Veröffentlichungen angeht, mit dieser EP-Reihe einen neuen Weg. Zu jeder der vier Jahreszeiten gibt es eine EP mit drei Liedern, aus denen sich der Hörer am Ende des Jahres das komplette Album zusammenstellen kann. Daher sind die EPs nur digital zu erhalten, aber Dank, wie in meinem Fall, Wav-Format in bester Qualität.

"Rut Of Life" ist ein melancholischer Opener mit dieser so bekannten Stimmfärbung, die auf den ersten Ton erkennen lässt, wer da am Mikro steht. Ich glaube, ich habe es in all meinen Rezensionen über die Alben des Protagonisten geschrieben, dass das absolut die perfekte Stimme ist, mit der man den Hunsrück beschreiben möchte, so man die Aufgabe gestellt bekäme, dieses Mittelgebirge musikalisch vorzustellen. Die Lyrics passen zur musikalischen Richtung und alle Texte sind im Übrigen auf der Website des Musikers eingestellt.

Dass Klaus nicht nur diese markante Stimme auf der Habenseite stehen hat, sondern die Saiten auch adäquat bespielen kann, liegt sicher nicht nur daran, dass er auch als Gitarrenlehrer unterwegs ist. Ebenfalls auf der Habenseite kann man nämlich verbuchen, dass er den Sechssaiter so einsetzt, dass dem Hörer wohlige Schauer den Rücken runter laufen. "Rut Of Life" mag da als ein wunderbares Beispiel dienen. "All The Pretty Ones" kommt leicht flotter und weniger melancholisch daher, wobei die Komposition auch hier Dank gekonnter Wechsel der Tongeschlechter dieses gewisse Etwas hat. Independent Rock-Attitüden vom Allerfeinsten sind das und absolut genial auch die backings von Basser Kay Zingler und Drummer Oliver Kölsch. Kay Ziegler spielte übrigens bereits schon vor dreizehn Jahren mit Klaus Michel; und zwar in der Band Red Hill, deren Album FuNeral nicht nur mich bis heute schwer begeistert. Daher auch folgende kleine Anekdote zu vorliegender EP, denn gleich nach den ersten Tönen meinte meine Frau »das ist doch diese starke Band aus dem Hunsrück«. Ein 1A Markenzeichen also!

"Coda dell´estate" beendet – Nomen est Omen – den Sommer und ist ein Instrumentalstück und was der Hunsrück kann, kann Italien auch: Melancholie verbreiten nämlich. Mit erkennbar südlichem Flair und schön dezentem Drumming sowie einer Gitarre, die man sofort mit einem italienischen Sonnenuntergang am Meer verbindet. Einem, den man allein mit seinem Wein verbringt, da alle Donne gegangen sind.

Klaus Michel / Songs Of Love And Hope/Spring

Klaus Michel / Songs Of Love And Hope/Spring

Zurück zum Frühling. Auch "I Leave" verbreitet eine fühlbare und leicht düstere Stimmung und da ist auch wieder dieses geile Gitarrenspiel, das so angenehm in den Ohren kratzt. Textlich könnte man an"Coda dell´estate" andocken, allerdings hier geht ER vor der Donna und auch der Sonnenuntergang wird dabei erwähnt: »I leave before you leave – And it feels good while the sun is going down …«.

"One Tuesday" ist ein großer Melting Pot aus Singer/Songwriter-Story mit fast progressiv angehauchten Momenten in einer Indie Rock-Umgebung, die ihresgleichen sucht. Nur wenig Fantasie ist nötig, um sich vorzustellen, was das für eine Nummer gewesen wäre, hätte sie ein junger Jagger zusammen mit einem jungen Lennon gesungen, geschrieben von einem Waits. Ein Hammerstück.

Der Frühlingsausklang "Always" ist fast instrumental zu nennen, da es außer »Always, always, always, …« keine Worte enthält, Für mich ist es musikalisch auch die schwächste Nummer, so man sie den anderen fünf Stücken gegenüberstellt. Meine beiden Favs sind "One Tuesday" und "Rut Of Life".

Man darf sich schon mal auf den Herbst freuen, wenngleich der Sommer gottlob noch eine Weile dauert.
Ab August 2026 kann man Klaus Michel live sehen und hören.


Tracklist "Songs Of Love And Hope":

Spring:

  1. I Leave (4:33)
  2. One Tuesday (3:33)
  3. Always (2:32)

Summer:

  1. Rut Of Life (3:48)
  2. All The Pretty Ones (3:08)
  3. Coda dell´estate (3:14)

Gesamtspielzeit Spring: 10:38, Summer: 10:10, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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