In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht das Label Continental Record Services in Form eines Samplers einen Überblick über die Musik der Bands/Musiker/Musikerinnen, die das Label unter Vertrag hat.
Mitte Juli 2026 wurde die Compilation "CRS’s Summer Of ’26 Digital Mixtape" auf den Markt gebracht.
Die Zusammenstellung liefert insgesamt vierzehn Songs, die es auf eine Gesamtspielzeit von 53:56 Minuten bringen.
Solche Sampler sind aus meiner Sicht immer sehr interessant. Geben sie doch nicht nur eine Übersicht über das Schaffen eines Labels, sondern eine solche Veröffentlichung kann auch als eine Fundgrube für Musik sein, die man noch gar nicht kennt.
Neben RockTimes durchaus bekannten Bands/Leuten wie Michael Weston King, BJ’s Wild Verbant, Bywater Call, Chris Bergson, Jim Keller oder Studebaker John And The Maxwell Street Kings, darf man gespannt sein auf Tracks von zum Beispiel Mike Guiney, Suzanne Jarvie, Theo Sieben, De Wachtkamer oder dem Haytham Safia Qu4rtet.
Haytham Safia ist ein Ud-Spieler, der neben der hier vertretenden Band Qu4rtet, auch noch dem U’duet vorsteht. Darüber hinaus wirkt er in Gruppen wie zum Beispiel Amsterdams Andalusisch Orkest, Sisha Group oder Salaase mit. Mit "Seven Arches" ist er auf dem Sampler vertreten. Dieses Lied ist stark von einem fernöstlichen Flair geprägt und neben den gezupften Saiteninstrumenten vernehmen wir auch Streicher-Klänge. Das flotte Stück ist von einer sehnsüchtig anmutenden Melodie gekennzeichnet. Auf dieser Veröffentlichung die musikalische Ausnahme, aber höchst interessant.
Kaum die letzten Worte geschrieben, kommt Jim Kellers "Easy Rider" aus den Startlöchern.
Es groovt und der Protagonist versorgt uns mit einem sehr persönlich gefärbten Blues, der mit Jim Kellers dunkel-rauen Stimme ganz relaxt vorgetragen wird. Im Hinterstübchen öffnet sich die J.J. Cale-Schublade.
Vom Bandnamen her ist De Wachtkamer eindeutig eine niederländische Formation. Die Gruppe hat unter anderem Tom Waits auf dem Schirm. "Kleine Man" wurde abgeleitet von "Little Man" aus dem Tom Waits-Fundus. De Wachtkamer gab dem Lied einen niederländischen Text und musikalisch bewegt man sich in balladesker Alternative Music. Eine bemerkenswert andächtige Nummer, deren Anziehungskraft nicht von der Hand zu weisen ist. Neben Piano-Läufen klingt ein Blasinstrument wie eine Klarinette. Das langsame Lied stammt von dem Longplayer "Vannacht Zoop Ik De Maas leeg", was ins Deutsche übersetzt soviel heißt wie 'Heute Nacht saufe ich die Maas leer'. Die Maas ist ein Fluß, der durch Frankreich, Belgien und die Niederlande fließt.
Die kanadische Gruppe Bywater Call haut einen tollen Rocksong raus.
Eine hoch emotionale Meghan Parnell mit Soul auf den Stimmbändern singt über einem fetzig-flotten Rhythmus und die Brass-Section sorgt bei dieser Nummer für das Salz in der verwegenen R&B-Suppe. Highlight!
Dem gegenüber lässt es die Singer/Songwriterin Suzanne Jarvie ganz ruhig angehen. Das Piano steht im Vordergrund und dazu singt die Musikerin mit einer individuell geprägten Stimme. "Caterpillar" walzt nicht alles nieder, sondern ist eher sinnbildlich auf die Lyrics bezogen. Ein schönes Lied.
BJ’s Wild Verbant gehört ebenfalls zum illustren Kreis der Bands, Musiker und Musikerinnen. Vom Album Tegenbewegen stammt das temporeich-rockende "Smeerpijp", von BJ Baartmans in niederländischer Sprache gesungen. Beste Werbung für die Veröffentlichung, die »[…] abwechslungsreiche Kompositionen mit hohen Künstler-Quatitäten […]« präsentiert.
Mike Guiney sowie Theo Sieben sind weitere Vertreter der Singer/Songwriter-Gilde.
Mike Guineys "Gone Dry" ist eine Nummer, die die Kraft in der Ruhe reflektiert. Der Musiker singt mit einer angerauten Stimme und neben E-Gitarren-Klängen sind die Orgel-Sounds Anziehungspunkte dieser Komposition.
In "Pallet On Your Floor" zeigt Theo Sieben, wie gekonntes Fingerpicking die Stimmung des Songs durchzieht. Sein klarer Gesang wird ausschließlich durch eine akustische Gitarre begleitet. Anmutiger Track!
Dean Owens And His Sinners verbreiten mit der Ballade "Spirit Of Us" Nachdenklichkeit mit einen Tick Melancholie. Klasse Gesang!
Ab geht die Boogie-Blues-Post. Studebaker John And The Maxwell Street Kings' "Shake That Thing" wirbelt den Staub einer unbefestigten Straße auf und diese rustikale Nummer ist echtes Fußwippen-Futter. Fuzz-Gitarre sowie Slide-Action treffen sich zu einem Stelldichein. Highlight!
Michael Weston King nimmt sich Zeit für ein vom Country infiziertes "La Bamba In The Rain". Schön melodisch, dieser Track.
Die Pferde sind gesattelt und mit Grey DeLisle And Les Greenes "You’re The One That I Want", einem sehr bekannten Song aus dem Film "Grease" mit Olivia Newton-John und John Travolta, reiten wir virtuell durch die Prärie.
Die vierzehn Songs auf "CRS’s Summer Of ’26 Digital Mixtape" sind eine echte Fundgrube für Musik-Fans aller Couleur.
Tracklist "CRS’s Summer Of ’26 Digital Mixtape":
- Jack Browning – Factory Reset
- Michael Weston King – La Bamba In The Rain
- BJ’s Wild Verbant – Smeerpijp
- Bywater Call – No One Else
- Dean Owens And His Sinners – Spirit Of Us
- Haytham Safia Qu4rtet – Seven Arches
- Jim Keller – Easy Rider
- Chris Bergson – Mean Disposition
- Studebaker John And The Maxwell Street Kings – Shake That Thing
- Mike Guiney – Gone Dry
- Suzanne Jarvie – Caterpillar
- Theo Sieben – Pallet On Your Floor
- De Wachtkamer – Kleine Man
- Grey DeLisle And Les Greene – You’re The One That I Want
Gesamtspielzeit: 53:56, Erscheinungsjahr: 2026



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