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V.A. / Destination Hawaii – CD-Review

Destination Hawaii / CD-Review

Untertitel "33 Musical Travel Companions To The Aloha State", und ich werde hier mit dreiunddreißig Tracks von Bear Family Records eingeladen zu einer musikalischen Reise in das Inselparadies Hawaii. Musikalisch breitet sich vor mir ein bunter Teppich aus verschiedenen Genres aus, Country, Rhythm & Blues, Rock ’n' Roll, Blues, Pop.

Insofern dürfen wir erwarten, dass sich in fast achtzig Minuten Spielzeit nicht nur typisch hawaiianische Klänge ausbreiten. Viele bekannte Namen entdecke ich darunter, auch solche, die ich eigentlich mit Hawaii so gar nicht in Berührung bringe, wie Elmore James oder Chuck Berry, hier sind es halt nur die Songtitel, mit denen ich eine Verbindung herstellen kann. Dann erblicke ich solche skurrilen Künstlernamen wie Otto Brandenburg oder Little Gerhard, da bin ich gespannt, inwieweit ich hier jeweils tatsächlich auf Hawaii lande.

Und wieder ist es Bill Dahl, der in akribischer Kleinarbeit in diese Welt voller Fernweh und Abenteuerlust einführt mit seinen umfangreichen und detaillierten Angaben zu jedem Künstler/zu jeder Künstlerin. Allein die Lektüre bereitet bereits Freude und spannende Unterhaltung. Klar, The Drifters, Hank Snow, Bill Haley oder The Platters, sie sind bekannt, aber nun erfahre ich auch, dass Otto Brandenburg einst im Danish Symphony Youth Orchestra Geige spielte und später als Dänemarks erster Rock’n’Roll-Sänger agierte. Sein "Putti-Putti" stammt aus 1961.

Nun zu Little Gerhard, bekannt als der Rock’n’Roll-König Schwedens! (wieder einmal etwas dazu gelernt!) Ach – Paul Kuhn, klar, den heimlichen Jazzer kenne ich natürlich, auch sein "Es gibt kein Bier auf Hawaii", doch hier hat man 1966 eine englischsprachige Version aufgenommen.

Nun, nicht jeder Song mag zwar stimmungsmäßig das Ziel Hawaii im Sucher haben, doch dieses gewisse laszive Insel-Feeling ist gut verbreitet und gelegentlich hält dann auch die inoffizielle Nationalhymne "Aloha Oe" Einzug in so manch einen Song, indem das Thema Verwendung findet. Auch Anteile von Surf-Feeling mischen sich gelegentlich ein, zum Beispiel bei The Rivieras,The Playboys oder Phil Gandy und ganz stark bei Jon & The Nightriders.

Richtig schmachtend, man stellt sich so recht junge hüftschwingende einheimische Damen vor, in langsamem Takt, wird es bei Songs wie "Blue Hawaii" von Bing Crosby, oder Don Woody, der sich gar ein Hula-Girl in den Arm hat tätowieren lassen. Und schmalzig wird es auch mit Jimmy Blakley und ganz schmachtend mit Margaret Whiting and Jimmy Wakely. Ihren typischen Sound geben trotz des integrierten Inselzaubers solche Acts wie Bill Haley, Elmore James, Hank Locklin eher nicht auf.

Und der Exot in diesem exotischen Getümmel ist dann sicher Otto Brandenburg, der eingangs wohl in seiner Heimatsprache singt, und die englische Version von Paul Kuhn klingt irgendwie auch lustig. Nun, offensichtlich hatte sich eine Art Hawaii-Boom in die populäre Musik der 50s und 60s eingeschlichen, mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Kurzum, für mich hat Elmore James hier nichts zu suchen, besser wäre sicher der Song "Hawaii" der Beach Boys gewesen. So, Abschluss, und wie sollte es besser kommen als mit der Hymne, "Aloha Oe", meine Güte, da fließen die Emotionen, der Song wurde 1877 als Abschiedsgesang zweier Liebender komponiert und später für jedes abfahrende und ankommende Schiff in Hawaii gesungen, so will nun auch ich scheiden…. bis wir uns wiedersehen, vielleicht mit einem Volume Two?


Tracklist "Destination Hawaii":

  1. The Drifters – My Islands In The Sun
  2. Hank Snow and His Rainbow Ranch Boys – Hula Rock
  3. Jimmy C. Newman – Bop-A-Hula
  4. Marty Robbins – Moonland
  5. Buddy Knox with The Rhythm Orchids – Hula Love
  6. The Rivieras – Let’s Go To Hawaii
  7. The Platters – Hula Hop
  8. Bing Crosby with Lani McIntire and His Hawaiians – Blue Hawaii
  9. Tommy Sands – Hawaiian Rock
  10. Skeets McDonald – Hawaiian Sea Breeze
  11. Bill Haley and His Comets – Me Rock-A-Hula
  12. Smokey Joe Baugh – Hula Bop Smokey
  13. Elmore James – Hawaiian Boogie
  14. The Playboys – Hawaiian War Chant
  15. Don Woody – Hula Hula Girl
  16. Bill Browning – Hula Rock
  17. Jimmy Blakley – Island Paradise
  18. Hank Locklin – Blue Grass Skirt
  19. Phil Gandy – Hula Baby
  20. Gary Williams – Hawaii
  21. Carl Mann – Island Of Love
  22. Otto Brandenburg – Putti-Putti
  23. Dusty Rose – Hula Rock
  24. Randy Starr – Polynesian Paradise
  25. Jon & The Nightriders – Rumble At Waikiki
  26. Margaret Whiting and Jimmy Wakely – Beyond The Reef
  27. Little Gerhard and His G-Men- Honolulu Baby
  28. The Lancers – Rock Around The Island T
  29. Eartha Kitt – Honolulu Rock And Roll
  30. Chuck Berry – Blues For Hawaiians
  31. Jenks (Tex) Carman – Hillbilly Hula Jenks
  32. Paul Kuhn – There Is No Beer On Hawaii
  33. Webley Edwards with Al Kealoha Perry – Aloah Oe (Hawaiian Farewell Song)

Gesamtspielzeit: 78:27 Erscheinungsjahr: 2026 (1954-2024)

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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