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T-Bear & The Dukes / Time Is A Healer – CD-Review

Tatsächlich, es sind schon vier Jahre her, seit Ice Machine auf den Markt kam.
Da fragt man sich doch manchmal, ob es nach dieser Zeit die eine oder andere Band noch gibt? Nicht in der Eismaschine, aber auf den Bühnen – vornehmlich in Norwegen – haben Torbjörn Solberg aka 'T-Bear' und The Dukes überlebt. In Schweden, an der Grenze zu Norwegen beheimatet, hat man, wie zu lesen ist, wohl mehr Fans im hohen Norden als im eigenen Land.
Wie dem auch sei, nachdem der 'Eisproduzent' »[…] jedem Bluesfreund empfohlen […]« wurde, »[…] egal ob Purist oder Modernisierer […]« geht man schon mit bestimmten Erwartungen an Nachfolger "Time Is A Healer" heran.

Elf Songs füllen die vorliegende Platte und bis auf Lieder, deren Texte mit den Bandmitgliedern geschrieben wurden, hat Torbjörn Solberg die alleinige Verantwortung für die Musik der Nummern.
Mit dem Opener möchte uns die Combo aus dem kühlen Schweden wohl aufs Glatteis führen, denn dieses Instrumental "Taranto" hat weniger den Blues oder Blues Rock als zunächst vielmehr deutlich vernehmbares »[…] Spanish flavour […]« und ist dem amerikanischen Filmemacher Quentin Tarantino gewidmet. Im Laufe des Tracks findet die Band dann doch die musikalische Brücke zum Blues. Ohne Zweifel, zunächst ist der Hörer doch überrascht und fragt sich, wohin die "Time Is A Healer"-Reise gehen soll.

In der Zeit zwischen den beiden Scheiben hat sich im Line-up der Band etwas getan. Mit neuem Tasten- sowie Bass-Mann und beständigem Schlagzeuger geht die Band es quasi runderneuert an. Wenn die erste Buchstütze schon mit spanischem Flair daher kommt, wie ist es dann mit dem Schlussstrich "Spanish Barfly"? Schlägt hier eventuell die iberische Fliegenklatsche zu? Vier Männer brauchen etwas über vier Minuten, bis man das brummende Flugobjekt unter Kontrolle hat.
Zweimal spanische Rhythmen zwischen Tango und Flamenco, zweimal unterschiedlich interpretierte Stimmung des südlichen Urlaubslandes. Okay, irgendwie verbindet die Gruppe den 12-Takter mit spanischem Ambiente, aber gleich, zwar nicht deckungsgleicher Version, in doppelter Ausführung? Gut, da kann man durchaus geteilter Meinung sein.

Das Titelstück "Time Is A Healer" hat im Gitarrenklang und phasenweise der –tonfolge deutliche "Shine On You Crazy Diamond"-Anleihen. Da kommt 'T-Bears' angeraute Stimme natürlich besonders zur Geltung. Bei den so bekannten Pink Floyd-Riffs muss man sich schon auf das Wesentliche konzentrieren. Torbjörn Solberg legt dann schon ein tolles Solo hin und Keyboarder Emil Wachenfeldt lässt es ebenfalls krachen.
Die Scheibe ist reichlich gefüllt mit verschiedenen Rhythmen, unter anderem kommt ein wenig Boogie immer gut an und unüberhörbar hat Torbjörn Solberg wohl Stevie Ray Vaughan zu einem seiner Vorbilder erkoren. Daneben hört man den 'Iceman' Albert Collins beziehungsweise die Spielart eines Freddie King heraus.

Etwas dunklere Facetten des Zwölftakters präsentiert man dem ausdauernden Hörer mit "Tears On The Run". Von geschickt variierendem Gitarrenspiel lebt die Platte und daher wird das Genre von T-Bear & The Dukes durchaus nicht in eine Beliebigkeits-Ecke gepresst. Allerdings gibt es viele Phasen auf "Time Is A Healer", die die Eigenständigkeit, den unzweifelhaften Stempel der Band, vermissen lassen.
T-Bear & The Dukes beherrschen ohne Zweifel den Blues. Aber es fehlen – um es mit einem Songtitel des Albums auszudrücken – die "Magic Spells".


Line-up T-Bear & The Dukes:

Torbjörn 'T-Bear' Solberg (vocals, guitar)
Frederik Kaudern (bass)
Emil Wachenfeldt (Hammond B3, electric piano, Hohner clavinet)
Henrik Berg (drums, percussion)

Tracklist "Time Is A Healer":

  1. Taranto
  2. Cosmic Ride
  3. Time Is A Healer
  4. The Time Has Come
  5. Spirit And Soul
  6. Lifeline
  7. End Of Confusion
  8. Shiwer And Shake
  9. Magic Spells
  10. Tears On The Run
  11. Spanish Barfly

Gesamtspielzeit: 47:43, Erscheinungsjahr: 2017

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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