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Ally Venable / Support: Luca Holkenborg Band – Konzertbericht, 21.03.2026, Joker Rock & Blues Club, Geldern

Am 21. März 2026 gastierte Ally Venable mit ihrer Band im Joker Rock & Blues Club, Geldern.
Als Support trat die Luca Holkenborg Band aus den Niederlanden auf. Hier der erste RockTimes-Konzertbericht der Luca Holkenborg Band.
Über Ally Venable schreibt der Culturkreis Gelderland e.V. in seiner Konzertankündigung unter anderem:
»[…] Ally Venable ist erst Mitte zwanzig, aber keineswegs eine Unerfahrene! Schon als Kind entdeckte sie ihre eigene Stimme in der Kirche. Sehr bald prägte die in Dallas geborene Gitarrenlegende Stevie Ray Vaughan und die ebenfalls in Texas geborene Countrysängerin Miranda Lambert ihre weitere Laufbahn. […] Ihr Plattendebut gab sie bei Ruf Records 2019: das Album wurde im texanischen Nederland eingespielt, wo Produzent Mike Zito die junge Musikerin zu einer tollen Bestleistung anstachelte. Zu ihren vielen Auszeichnungen zählen besonders die bei den East Texas Musik Awards, wo sie u.a. in den Kategorien für die beste Gitarristin, die beste Bluesband und mit dem Album des Jahres ausgezeichnet wurde! […]«
Im Frühjahr 2023 veröffentlichte Ally Venable Real Gone und 2025 erschien Money & Power.

Die Luca Holkenborg Band im März 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Die Luca Holkenborg Band im März 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Zwei Trios. Zweimal Blues im Blut.
Dieser ausverkaufte Konzertabend hatten Sogwirkung.
Das einstündige Konzert eröffnete die Luca Holkenborg Band mit der Nummer "Scuttle Buttin'".
Dieses Instrumental war der perfekte Einstieg in einen Gig, der deutlich zeigte, dass Luca Holkenborg ein Teenager ist, der den Blues hat.
Nicht nur dieses Stevie Reay Vaughan-Stück brachte ordentlich Stimmung in den Joker Rock & Blues Club.

"Lenny" war ein weiterer Stevie Ray Vaughan-Song, in dem Luca Holkenborg verdeutlichte, wie sehr er den Blues des Texaners verinnerlicht hatte. Theo Jacobs zupfte herrlich melodische Bass-Läufe und Schlagzeuger Johan van Lanen untermauerte die Songs mit einer Vielzahl an Rhythmus-Variationen.
"Commit A Crime" versah der Drummer mit einer wunderschön swingenden Textur und in seinem Solo überraschte der Gitarrist das begeisterte Publikum mit teilweise jazzigem Spiel sowie Einsatz des Tremolohebels.

Lieder des Texas-Bluesers Stevie Ray Vaughan zogen sich wie ein roter Faden durch den Gig der Luca Holkenborg Band, denn in einer in den Funk getunkten Version war "The Sky Is Crying" ein weiterer Beleg für die Klasse des Frontmannes.
Auch im Slow Blues zeigte Luca Holkenborg durch verschiedene Spielarten der emotionalen Langsamkeit seine schon immense Größe, was die bedeutenden Töne des Slow Blues anging.
Beleg dafür war John Mayers "Out Of My Mind", das neben den balladesken Momenten zu flottem Tempo der Rhythmus-Fraktion aber auch von einer wilden Fretboard-Fahrt geprägt war. Da herrschte im Joker Rock & Blues Club Blues-Alarm.

Bei toller Bass & Drums-Begleitung zeigte der heranwachende Musiker in einem Überflieger-Alleingang seine Klasse, wenn es um den "Wish You Would"-Volldampf-Blues ging.
Für den "Boogie Funk" schulterte Luca Holkenborg einen feuerroten halbakustischen Sechssaiter, der symbolisch Pate stand für die tollen Boogie-Variationen. Highlight!
Das Publikum war begeistert und forderte eine Zugabe. In einem relaxten Teil von "Catfish" zauberte Luca Holkenborg abermals jazzige Licks. Der Song-Stempel bestand allerdings aus einem furiosen Solo mit Rückkopplungen am Verstärker.
Beim Ally Venable-Gig wurde Luca Holkenborg auf die Bühne gebeten und man spielt dann für eine Nummer im Quartett. Dazu aber später mehr.
Bassist Theo Jacobs sowie Schlagzeuger Johan van Lanen waren die tollen musikalischen Begleiter für den noch so jungen Gitarristen.
Gemessen am jetzigen Können eines Luca Holkenborg werden die Talent-Schuhe langsam zu klein. Bekanntlich lernt man ja nie aus und wenn seine Entwicklung so weitergeht, dann darf man noch Großes von ihm erwarten.


Line-up Luca Holkenborg Band:

Luca Holkenborg (vocals, guitars)
Theo Jacobs (bass)
Johan van Lanen (drums)


Ally Venable im März 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Ally Venable im März 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Als das Ally Venable-Trio nach der Ansage von Stefan Deckers die Bühne betrat, waren wohl nicht wenige Blicke auf den Bassisten EJ Bedford gerichtet, denn er hatte eine verkleideten Tieftöner geschultert. Der fünfsaitige Plüsch-Bass war ein Hingucker.
Mit "Brown Liquor" prostete die Bandleader dem Publikum musikalisch zu. Gleich zu Beginn war bei Ally Vanable Wah Wah-Action angesagt.

Bei flottem Tempo machte der Blues Rock der Texanerin richtig Laune und mit einem Blick in die Runde sah man viele Leute tanzen oder rhythmisch mit dem Fuß wippen. Schon zu Beginn sorgte Ally Venable für tolle Stimmung beim Publikum und die sollte anhalten, als das Trio den ersten Slow Blues präsentierte. Der Zauber von "Maybe Someday" verteilte sich in alle Ecken der Location. Ihr großes Können auf den sechs Saiten ihrer E-Gitarre zeigte sie in einem XXL-Solo und ihre tolle Stimme stand im Vordergrund, als sie dieses Stück in einem emotionalen a cappella-Teil enden ließ.

Ein weiterer, mit großer Hingabe gespielter Blues aus der verkehrsberuhigten Zone, war "Do You Cry". Gefühlvoller Wah Wah-Pedal-Einsatz, feinstes Fingerpicking sowie eine großformatige Solo-Fahrt waren die Freude bereitenden Zutaten dieser Nummer.

Mit Stolz in ihrer Stimme erzählte Ally Venable über ihre Tour gemeinsam mit Buddy Guy.
Für "Texas Louisiana" bat die Musikerin dann Luca Holkenborg auf die Bühne. Sein Verstärker und seine Gitarren waren beim flotten Umbau nicht weggeräumt worden. Im ersten Solo dieses Tracks präsentierte sich der Jungstar des Blues immer noch in bester Spiellaune und er dürfte sich wohl mächtig geehrt gefühlt haben, gemeinsam mit der Amerikanerin zu spielen. Nach dem Ally Venable-Alleingang gab es für eine improvisierte Session, bestehend aus einem Frage-Antwort-Part, viel Szenenapplaus. Klasse!

Verschärft durch EJ Bedfords gesplappten Bass gab es mit "Stopper Back Papa" eine heiße Wah Wah-Pedal-Funk-Nummer auf die Ohren. Nach einem infizierenden Boogie à la Canned Heat inklusive psychedelischem Ausflug seitens der Bandleaderin, setzte EJ Bedford nach seinem Plüsch-Bass noch einen oben rauf, denn für eine Power-Ballade schulterte er einen sechssaitigen Tieftöner.

Dieses Song-Bündel wurde garniert mit einer wilden Interpretation des Jimi Hendrix-Klassikers "Fire".
Über einen instrumentalen Slow Blues als Tribute an Stevie Ray Vaughan, in dem Isaac Pulido für feinste Rhythmuswechsel sorgte, kam es im Folgenden zur Bandvorstellung. Bass-Meister EJ Bedford sowie Schlagzeuger Isaac Pulido konnten sich in kurzen Solo-Einlagen profilieren und es kam – wegen EJ Bedfords sechssaitigem Bass – noch zu einer zwölfsaitigen Session mit einem gekonnten Showteil. Ally Venable und EJ Bedford gingen mitten auf der Bühne auf die Knie und improvisierten prächtig miteinander.

Klar, lautstark wurde eine Zugabe gefordert und man bekam einen Hammer von Riff-Rock-Blues geboten. Ein krönender Abschluss eines eineinhalbstündigen Ally Venable-Gigs, der beim Publikum wohl keine Wünsche offen ließ.

Zweieinhalb Stunden Blues in einer tollen Variationsbreite brachten strahlenden Sonnenschein in den Joker Rock & Blues Club in Geldern.
Die Gigs der Luca Holkenburg Band und von Ally Venable waren ein Blues-Gipfeltreffen der jungen Generation.
Beide Daumen hoch und Hut ab für beide Trios.
Zu einem tollen Konzert gehört auch ein klasse Sound. Dafür geht ein großer Dank an Stefan und Patrick von Rockline.

RockTimes bedankt sich bei Stefan Deckers für den Platz auf der Gästeliste.
Am 12.09. wird Bring Your Own Beer im Joker Rock & Blues Club erwartet. Support: Sonic Whip. Hinter Sonic Whip, einem Trio mit Rock-Ausrichtung, steckt die Meryn Bevelander Band.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Ally Venable:

Ally Venable (vocals, guitar)
EJ Bedford (bass, backing vocals)
Isaac Pulido (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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