Gemäß der Bahnhof Motte-Bandcamp-Seite veröffnetlichte die Band aus Dresden den Reigen ihrer Alben 2019 mit "Demo". Zwei der sieben Titel sind Live-Songs.
2021 folgte "Du kannst eh nix cooles denken wenn du so viel Zeit hast" und nach zwei Singles ("Alles tut so weh" (August 2022)/"Schau mich an" [Oktober 2022]) brachte das Quartett 2023 "AAAAA" mit drei Liedern auf den Markt.
Die drei "AAAAA"-Nummern ("Schatten", "AAAAA", "Gephard") befinden sich auch auf "Zeite Fressen".
Das Label Tonzonen Records schreibt unter anderem:
»[…] Art-Punk Geheimtipp Bahnhof Motte liefern den Soundtrack zum Zeitfressen: vom ständigen Höher, Schneller, Weiter der heutigen Zeit – vom immer größeren Hunger nach mehr ist die Band vor allem eins: satt. Den daraus resultierenden Frust nehmen Bahnhof Motte mit in ihr neues Album. […]Als Einflüsse sind hier wahrscheinlich Einstürzende Neubauten und Ton Steine Scherben zu nennen. Aber auch Bands wie Black Midi und King Gizzard and the Lizard Wizard (um nur einige zu nennen) hinterlassen ihre musikalischen Spuren. […]«
"Zeit Fressen" von Bahnhof Motte trifft voll ins Schwarze, ist ein Album voller Überraschungen und so aussagekräftig und so abwechslungsreich. Diese Scheibe trifft voll den Nerv der Fans für Alternative Rock, Experimental Musik beziehungsweise Art Punk.
Bahnhof Motte kennt kaum musikalische Grenzen. Selbst innerhalb der Nummern nimmt man unterschiedliche Stilrichtungen wahr. Was zum Beispiel als Art Punk beginnt, geht im Verlauf eines Liedes in verschiedene Richtungen und alles macht Sinn. Jeder Song ist kein Stückwerk, sondern bildet eine unvorhersehbare Einheit, ist ein Kunstwerk.
Da schaut man schon mal auf die Spielzeiten und stellt fest, dass sich, mit zwei Ausnahmen, die Kompositionen bei über fünf, mehr als sechs beziehungsweise in die sieben Minuten einpendeln.
Es gilt, den Bahnhof Motte-Kosmos zu erforschen.
Es gilt, in den Bahnhof Motte-Kosmos einzutauchen und sich von der Musik einvernehmen zu lassen.
Aufbegehrende Gitarren-Riffs, ein Intermezzo aus Drum-Rhythmik und Synthesizer-Wolken, Sprechgesang verbreitet Dramatik, die sich in der Musik widerspiegelt. Die Unruhe steigert sich, steigert sich und steigert sich. Es entsteht eine herzzerreißende Spannung, die sich dann in einer relaxten Phase äußert. Georg Fleischfresser singt jetzt zu akzentuierten Gitarren-Riffs. Am Ende volle Pulle harter Rock, der dann noch in einen groovenden Teil übergeht. Das alles ist "Zentimeter".
Was ist denn hier los?
Mit einer herrlichen E-Gitarren-Melodie beginnt "Zeit Fressen". Zurücklehnen ist nicht, denn schon geht in Höchstgeschwindigkeit der überschwängliche Punk mit einem Seitenblick auf die NDW ab. Jetzt geben großformatige Synthesizer-Sounds dem Track Weite und unvermittelt bestimmt ein völlig losgelöstes, vollkommen aufgedrehtes Georg Fleischfresser-Saxofon das Geschehen. Da sind die letzten Töne des Holzblasinstruments verhallt und zum Schluss streichelt Bahnhof Motte den Leuten vor den Lautsprechern sanft über die Wangen.
Ruhige, manchmal schon verträumte Phasen treffen auf wuchtige Statements.
So zum Beispiel auch in "Schatten", eine Nummer, die wie alle anderen von Georg Fleischfresser mit aussagekräftigen deutschen Texten dargeboten, die Emotionalität im Gesang mit dynamischen Höhenflügen kombiniert. Ein Genuss der anderen Art, garniert mit einem raumgreifenden Saxofon-Solo, das immer wieder durch leidenschaftlich-heftige Improvisationen glänzt. Highlight!
Bassist Leonhard Endruweit und Tim Gerwien (Schlagzeug) sind die Wegbereiter für treibende Energie sowie dezente Begleitung. Gitarrist Christoph Margraf ist der Macher der Höhenflüge, rockiger Strömungen und einer unglaublichen Palette an Färbungen. Beide Daumen hoch!
"AAAAA" schlägt auch fernöstliche Wege ein und wird teilweise von einer heftigen Power gespeist. Hier ist Bahnhof Motte auch bei der Fusion überzeugend.
Drum-Solo als Eröffnung. Flirrende Stimmung. Hohes Tempo. Gitarren-Riffs wandern von links nach rechts. Gehetzte Atmosphäre in Reinform. Das ist "Strafmilch", eines der beiden kürzeren Stück.
"Zeit Fressen" von Bahnhof Motte ist eine Wucht.
"Zeit Fressen" von Bahnhof Motte macht richtig Laune, ist ein bockstarkes Album für aufgeschlossene Fans, die sich für mehrere Genres interessieren.
Line-up Bahnhof Motte:
Georg Fleischfresser (vocals, synthesizer, saxophone)
Christoph Margraf (guitar)
Leonhard Endruweit (bass)
Tim Gerwien (drums, modular synthesizer)
Tracklist "Zeit Fressen":
- Zentimeter
- Zeit Fressen
- Wohin
- Schatten
- AAAAA
- Gepard
- Strafmich
- Wenn mich
Gesamtspielzeit: 44:51, Erscheinungsjahr: 2025


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