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Ben Reel / Spirit’s Not Broken – CD-Review

Ben Reel - "Spirit's Not Broken" - CD-Review

Der Name Ben Reel war dem Rezensenten tatsächlich noch kein Begriff. In seiner Heimat Irland gehört der Sänger und Songwriter mittlerweile zu den angesehensten Künstler des Landes. Der gute Ben startete seine Karriere 1993 im Alter von 17 Jahren mit der Band Promised Land, die sich später in Trim The Velvet umbenannte. Sein erstes Soloalbum mit dem Namen "This Is The Movie" veröffentlichte Reel 1999 und ließ in regelmäßigen Abständen weitere folgen. Mit "Spirits Not Broken" hat er im Januar 2026 seinen zwölften Alleingang vorgelegt, auf dem in knapp fünfzig Minuten ein ganzes Dutzend Tracks im (elektrischen) Singer/Songwriter- und Pop/Rock- bzw. Soft Rock-Gewand geboten werden.

Die Scheibe beginnt mit dem rockenden "Better The Better" eindrucksvoll, was sowohl die musikalische Darbietung, als auch den Gesang des Protagonisten betrifft und auch das folgende "Come What June" (eine witzige Verhohnepiepelung des Spruchs 'Come What May', was soviel wie 'Komme was wolle' bedeutet). Im weiteren Verlauf biegt der Ire jedoch immer tiefer in die etwas entspanntere Auslegung, mehr in Richtung R & B ab. Was, je nach Geschmack, ja auch nicht verwerflich ist. Zudem hat der Mann, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, jede Menge zur Weltlage und zur Menschheit an sich zu sagen. Die Texte lohnen sich.

Die Songs bzw. das Songwriting beweisen Qualität, dass Ass im Ärmel von Ben Reel ist allerdings seine Stimme bzw. sein Gesang, der nicht nur sehr gut ist, sondern auch aus der Masse heraus sticht. In früheren Reviews wurde der Musiker auch schon mal als der :»…irische Springsteen…« bezeichnet und mit Koryphäen wie Bob Dylan, The Band oder John Hiatt verglichen. Naja, so weit würde ich dann doch nicht gehen und wenn es nur aus dem einen Grund ist, dass "Spirit’s Not Broken" zwar durch die einzelnen Tracks, durch eine etwas zu offensichtliche Gleichförmigkeit jedoch nicht als Album vollkommen überzeugen kann. Klar kann man hier verschiedene Taktiken, etwa nur sechs der zwölf Nummern am Stück hören, anwenden. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich allerdings auch nicht.

"Down By The Stream" ist eine schöne Piano-Ballade, auf der der Ire seiner Stimme freien Lauf und sie fliegen lassen kann. Und auch "The Joker" besticht durchaus mit schönen Melodien und gutem Gesang. Diese Songs darf man zweifelsfrei als qualitativ hochwertiges Radio-Futter ansehen. Der Titeltrack ist ein schöner spiritueller Abschluss der Scheibe, der dann noch von den Bonus Tracks "Can’t Even Cry" sowie "Another Dream" gefolgt wird. Speziell das erste der beiden letztgenannten Stücke stellt dann einen der absoluten Höhepunkte der Platte dar. Im Westcoast-Stil der Sechziger und Siebziger gehalten, aber mit klasse Songwriting und Gesang gebracht.

Das Fazit zu Ben Reels "Spirit’s Not Broken" fällt dennoch etwas zwiespältig aus. Richtig starken Tracks wie den bereits erwähnten "Better The Better", "Come What June", dem Titeltrack sowie dem wirklich bärenstarken "Can’t Even Cry" stehen leider auch Songs gegenüber, die das Album im Ganzen gesehen etwas runterziehen bzw. zu gleichförmig und dann auch beliebig machen. Was – wie bereits erwähnt – nicht für die Lyrics gilt, denn die sind sehr gut. Vielleicht hätte man bei der Produktion einfach ein paar mehr Ecken und Kanten drin lassen sollen, was – wie wir alle wissen – aber auch ein zweischneidiges Schwert sein kann. Viele unterschiedliche Ansätze also, deshalb am besten selbst anchecken, ob das eigene Gusto getroffen wird.


Line-up Ben Reel:

Ben Reel (guitars, lead vocals)
Ronnie O’Flynn (bass)
Michael Black (drums)
Gerry Black Jr. (electric guitars)
John McCullough (piano, keyboards)

With:
Mick McCarney (guitar – #1,9)
Tommy Womack (guitars solo – #2)
Darren Murphy (guitar – #9)

Tracklist "Spirit’s Not Broken":

  1. Better The Better
  2. Come What June
  3. Bring It Back To Life
  4. Laid Out In Front Of You
  5. Candlelight
  6. I Will
  7. Down By The Stream
  8. The Joker
  9. Love And Only Love
  10. Spirit’s Not Broken
  11. Can’t Even Cry (bonus track)
  12. Another Dream (bonus track)

Gesamtspielzeit: 49:55, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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