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Bernard Allison / Loving You – Digital-Review

Zu Bernard Allison und seinem Album "Loving You" schreibt das Label Ruf Records unter anderem:
»[…] Auf seinem neuesten Album "Loving You" würdigt er die vielen Freundschaften, die ihn auf diesem Weg begleitet haben, und feiert zugleich den lebendigen Geist der Blues-Community. Zu den hochkarätigen Gästen im Studio zählen die Gitarristen Larry McCray, Devon Allman und Matthew Curry, die Geigerin Heather Hardy sowie der Klaviervirtuose Victor Wainwright sowie Bernards Neffe Jasper Allison und seine Nichte Lyndsey Allison, die mit ihrem gefühlvollen Backgroundgesang für zusätzliche Wärme und Soul sorgen. Gleichzeitig begrüßt Allison mit dem aus Jackson, Mississippi stammenden Rhythmusgitarristen Stephen Johnson (alias Stevie J Blues) einen wichtigen Neuzugang in seiner Band. Johnson, der fünf der sieben Originalsongs des Albums mitgeschrieben hat und zuvor Mitglied der Band von Bobby Rush war, bringt gemeinsam mit der eingespielten Rhythmusgruppe –Schlagzeuger Sam Butts Jr. III, Keyboarder Eric Roberts und Langzeit-Bassist George Moye –frischen Schwung in den Sound der Band. […]«

Ein Bernard Allison wie man ihn kennt und auch heute noch, »[…] nach mehr als drei Jahrzehnten auf den Bühnen der Welt […]« wertschätzen gelernt hat.

Typisch Bernard Allison. Das Album beginnt mit der bereits bekannten Single "Let Me With My Guitar". Den Songtitel kann man wörtlich nehmen. Die Nummer hat den Funk im Tank und der Bandleader singt mit bewährt toller Stimme. Neben dem Gitarrenspiel ein Markenzeichen des Protagonisten. Durch Bassist George Moye sowie Sam Butts Jr. III (Schlagzeug) treibend in Szene gesetzt, lässt Bernard Allison in seinem Solo ein erstes Mal aufhorchen.

Langsamer geht es in "Busted & Disgusted" zu. Hier kann man dann die klasse Tasten-Beiträge von Eric Roberts genießen. Auch weil er mit einem Piano-Solo glänzt und der Nummer so einen besonderen Pfiff verleiht. Auf der E-Gitarre ist Bernard Allison ständig unterwegs. Dieser Track hat – trotz des angezogenen Tempos –  einen tollen Groove. Klassisch endet das Stück mit einem Fadeout. Highlight!

Raffinierten Blues Rock gefällig? "Should I Wait" setzt sich mit einem tollen Refrain, klasse Backing Vocals und einem infizierenden Shuffle-Rhythmus in Szene. Bernard Allison glänzt mit seinem beeindruckenden Ideenreichtum. Nicht nur bei diesem Lied ist die Repeattaste angesagt.
"Blues Thang" ist eine Fortsetzung des variantenreichen Blues Rock mit Funk-Ausrichtung und Wah Wah-Pedal-Action. Beim Refrain ist man beim zweiten Mal summend dabei. Eric Roberts' Beiträge sind eine Klasse für sich.

In vielen der zehn Songs, die es auf eine Gesamtspielzeit von 40:53 Minuten bringen, sind Gäste mit von der Partie.
Los geht die Parade der eingeladenen Musiker mit Victor Wainwright und "4 O’Clock In The Morning (Waiting On You)". Mit Duett nicht nur im Refrain geht dieser Track ordentlich ab und natürlich beherrscht der Pianist im Alleingang einen großen Teil der Nummer. Ein super Lied, das eine herrliche Live-Stimmung widerspiegelt.
Dann "Time Traveler" mit den beiden Gitarristen Larry McCray sowie Matthew Mwangi, als Drummer kein Unbekannter in früheren Formationen von Bernard Allison. Hier wird ein vorzügliches Gitarren-Festival abgezogen. Da weiß man gar nicht, wo man zuerst hinhören soll. Die Fretboard-Fahrten sind echte Hinhörer bei diesem funky Stück.

Blues und Soul machen bei "Slide On Over" die Runde und nochmals darf auf die tollen Chorstimmen von Lynsey sowie Jasper Allison hingewiesen werden. Deren Gesang trifft voll ins Soul-Herz. Beide Daumen hoch, auch für Gitarrist Stevie J Blues.
Heftiger brennt die Blues Rock-Lunte bei "Rock & Roll Hoochie Koo". Neben hinlangenden, auch furiosen, Sechssaiter-Klängen ist dieses Lied garniert durch ein weiteres Duett, jetzt mit Matthew Curry, der seine Finger auch über die Saiten seiner E-Gitarre fliegen lässt. Eric Roberts mit Stakkato-Tastenanschlägen.
Schon beim Songwriting floss viel Funk ein. Dieser Stil kommt bei "Loving You" mit Devon Allman und Larry 'Doc' Watkins in besonders ausgeprägter Weise zum Tragen. Alle Gäste haben in den Songs, in denen sie mitwirken, ihre Solo-Freiräume. So kommt es vielen ganz unterschiedlichen emotionalen Aussagen. Bestes Entertainment.

Saiten-Zauber anderer Art gibt es in "Pay What You Owe Me".
Wunderschön, wie sich die Violinistin Heather Hardy einbringt. Mit feinster Sound-Verfremdung ist sie in ihrem Alleingang unterwegs und auch diese Nummer macht aus dem gesamten Album eine herausragende Veröffentlichung, in der sich so einige Gäste künstlerisch hochklassig einbringen.


Line-up Bernard Allison:

Bernard Allison (vocals, guitar)
Stevie J Blues (guitar, backing vocals)
Eric Roberts (keyboards)
George Moye (bass)
Sam Butts Jr. III (drums)

Guests:
Victor Wainwright (vocals – #2, piano – #2)
Larry McCray (guitar – #3)
Matthew Mwangi (guitar – #3)
Matthew Curry (vocals – #5, guitar – #5)
Devon Allman (guitar – #7)
Larry 'Doc' Watkins (guitar – #7)
Heather Hardy (violin – #9)
Jasper Allison (backing vocals – #4,9)
Lynsey Allison (backing vocals – #4,9)

Tracklist "Loving You":

  1. Let Me With My Guitar (3:31)
  2. 4 O’Clock In The Morning [Waiting On You] (4:20)
  3. Time Traveler (4:26)
  4. Slide On Over (3:21)
  5. Rock & Roll Hoochie Koo (3:48)
  6. Busted & Disgusted (6:13)
  7. Loving You (3:53)
  8. Should I Wait (3:17)
  9. Pay What You Owe Me (4:01)
  10. Blues Thang (4:03)

Gesamtspielzeit: 40:53, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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