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Bismut/Rovar – Konzertbericht, 20.02.2026, Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth

Das Griether Hanselädchen. Eine neue Location für RockTimes.
Was hat sich die Griether Hanselädchen e.G. auf die Fahne geschrieben? Dazu heißt es auf der Website unter anderem:
»[…] Unser ehrenamtlich geführtes Projekt hat sich als Genossenschaft mit inzwischen etwa einhundert Mitgliedern (v.a. aus Grieth selbst) gegründet um die Wiederherstellung einer Nahversorgung und eines sozialen und kulturellen Treffpunkts unser schönes Städtchen lebenswert, attraktiv und somit zukunftsfähig zu halten. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit konnten wir im Juli 2016 unser Hanselädchen samt Café direkt am historischen Marktplatz in unmittelbarer Nähe zum Rhein eröffnen. […]«
Schon wenn man die Eingangstür öffnet, wird es gemütlich, denn es ertönt eine kleine Vintage Klingel. Das Griether Hanselädchen hat was zu bieten. Leistet nicht nur »[…] einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Grundverorgung […]«, sondern es finden in der Location auch Live-Konzerte statt.

Bismut im Februar 2026 im Griether Hanslädchen Kalkar-Grieth

Bismut im Februar 2026 im Griether Hanslädchen Kalkar-Grieth

Am 20. Februar 2026 gastierten Rovar und Bismut im Griether Hanselädchen.
Bei den beiden Gigs konnte man feststellen, wie groß und differenziert das Dach des Rock ist.
Der sehr gut besuchte Konzertabend startet mit Bismut, einer Band aus dem nahegelegenen, oder sollte man auch sagen, benachbarten Nijmegen (NL).

Das Trio spielte eine kleine Auswahl von Songs aus den bereits veröffentlichten Alben "Retrocausality" (2020) sowie "Ausdauer" (2023). Den Schwerpunkt bildeten Nummern aus einem Album mit dem Titel "Matsutake", das im Frühjahr 2026 auf den Markt kommen wird.
Mit Peter Dragt saß ein Musiker am Schlagzeuger, den RockTimes mit der Band ViiM als Support beim Konzert des Øresund Space Collective erleben durfte.
So zart das Glöckchen an der Eingangstür klingelte, so heavy war der Bismut-Rock.

Das Trio startete den einstündigen Gig mit dem Track "Euphoria" aus dem Album "Ausdauer".
Nach einem Beginn der Marke Hard&Heavy ging es mit spacig-verträumten Nik-Fretboard-Läufen ab in den luftleeren Raum. Bismut setzte ein farbenfrohes Kopfkino in Gang, nur um dann, durch heftiges Peter Dragt-Drumming, inszeniert wie ein unvorhersehbarer Vulkanausbruch, punktgenau wieder beim knüppelharten Stoner Rock zu landen. "Euphoria". Der Songtitel hatte was zu sagen. Bismut befand sich auf der Überholspur des Stoner Rock. Die Location brodelte schon nach den ersten Minuten. Extrem spannend, was da noch folgen sollte.

Dann "Assemblage". Sphärisch-relaxt schwebte das Trio über den Wolken und was folgte war ein herausragender Ausflug in die Weiten der Psychedelic. Dabei machte Bassist Huibert der Weduwen in besonderer Weise auf sich aufmerksam. Er drehte an den Knöpfen seiner Effektgeräte und erzeugte mit seinem Tieftöner psychedelische Sounds, an denen selbst ein Jimi Hendrix seine Freude gehabt hätte. Beide Daumen hoch für den Bass-Spezialisten. Einen anderen Klang-Kosmos kreierte Huibert der Weduwen, als er in "Neugier" das Wah Wah-Pedal aktivierte. Aus den Lautsprechern tönten Sounds mit Wow-Effekt. Nach einer verlangsamten Phase hieß es schnell, schneller, Bismut.

Peter Dragt fragte, ob das Publikum Lust auf Metal habe. Klar, her damit. Getanzt wurde schon von den ersten Konzert-Minuten an. "Predvídanie" übertraf mit seinem metallischen Outfit noch den Stoner Rock. Aber Bismut wäre nicht Bismut, denn auch hier hielt die Psychedelic Einzug. Und das gleich in doppelter Form, denn sowohl Gitarrist Nik als auch Bassist Huibert der Weduwen sorgten gemeinsam für psychedelische Feinkost im Griether Hanselädchen. Das Publikum applaudierte begeistert.

"Contamination" und "Alienatien" waren zwei weitere Lieder des zu erwartenden neuen Bismut-Albums. Hypnotisches Gitarren-Riffing seitens Nik prägte die erstgenannte Nummer und welch eine spezielle Überraschung, als er durch den Tonabnehmer seines Sechssaiters schrie. Nik und Huibert der Weduwen hatten schon lange ihre Haarbänder gelöst und headbangten was das Zeug hielt. "Alienatien" verfügte über ruhige Parts, einem wunderschön-melodischen Gitarren-Solo sowie balladesker Psychedelic.
Bismut, ein Synonym für Stoner Rock furioso, Psychedelic und einem gelungenen Teil Improvisation.
Beste Werbung für das neue Album.
Hats off, Huibert, Nik und Peter!


Line-up Bismut:

Nik (guitar)
Huibert der Weduwen (bass)
Peter Dragt (drums)


Rovar im Februar 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

Rovar im Februar 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

21:30 Uhr. Showtime für Rovar.
Tanzten bei Bismut schon viele Leute, gesellten sich beim Rovar-Gig noch mehr Personen dazu. Auch aus dieser Sicht kam der Hard Rock des Trios sehr gut an.
Bei der Songauswahl lag der Schwerpunkt (sechs Kompositionen) auf dem Album Smoke. Hinzu kamen "Gaia" von der Platte "Miles" (2022), "Spotlight" von der gleichnamigen EP oder "On My Track" von der Veröffentlichung "Rovar".

Nach einem instrumentalen "Intro" schraubte sich Rovar kontinuierlich in eine tolle Rock-Spirale. Hammer, welch eine Bass-Einleitung von Paul Ulrich für "Come On". Knarzig-genussvoll knallten einem die tiefen Töne um die Ohren und als Gitarrist Luca Mewes sowie Bennet Fuchs (Schlagzeug) mit einsetzten, schoss der Track wie ein Pfeil durch die Location als gäbe es keinen Morgen mehr. Eine ruhige Phase stellte erstmals Luca Mewes' Gesang in den Vordergrund. Ohne Zweifel, er war nicht nur ein versierter Gitarrist, sondern konnte auch mit seiner Stimme punkten.

Im Vergleich zu den langen Bismut-Nummern, lag in der Rovar-Song-Kürze die Würze ihres heftigen Hard Rocks.
"Hell". Drum-Einleitung von Bennet Fuchs. Im Mid-Tempo kommt dieses Stück daher und der Frontmann sowie die Backing Vocals von Bassist Paul Ulrich konnten voll überzeugen. Nicht nur in diesem Track begeisterte Luca Mewes durch fantasievolle Sechssaiter-Soli. Super!
Dann folgte "Smoke". Eine Nummer mit dem Tempo eines Inter City Express. Vor der Bühne spürte man förmlich den Druck der Rovar-Musik.

Soweit es der Platz zuließ, gab es auch einige Action von Luca Mewes und Paul Ulrich.
In "Afraid" floss dann eine gehörige Portion Psychedelic in die Nummer ein und bei diesem Lied beeindruckte das Trio das Publikum durch ein sehr gut in Szene gesetztes Auf und Ab der Dynamik.
Bei dem sechzigminütigen Auftritt stach "Wall" mit seinen melodischen Parts hervor und die Eröffnung von "Spotlight" garnierte Luca Mewes mit fernöstlichen Klängen. Hier und da grenzte sein höchst emotionaler Gesang ans Growlen. Paul Ulrich zupfte die dicken Saiten im Stakkato-Modus und abermals ließ Luca Mewes in einem Hammer von Solo seinen Fantasien frei Lauf. Highlight!

Bennet Fuchs' Schlagzeug-Groove bei "Mensch" motivierte noch mehr Anwesende zum Tanzen und "Hund" entpuppte sich als ein Hard Rock-Riff-Festival.
"Material". Frisch aus der Quelle floss das kühle Wasser dieser Ballade immer schneller durch das steinige Gelände und "Who I Am", eine von zwei Zugaben, war wieder ein klasse Rovar-Statement in Sachen Hard Rock.
Nach den letzten Tönen war der lautstarke Beifall nur ein Indiz für die Klasse von Rovar.
Danke, Bennet, Luca und Paul für einen begeisternden Hard Rock-Auftritt.
Zum Gelingen dieses Doppelkonzerts trug auch Soundmann Oliver Schupp bei.

Wir bedanken uns bei Ingmar Kerkhoff für den Platz auf der Gästeliste.
Am 07. März werden Malta Mina sowie Oscillator, zwei Indie Rock-Vertreter, im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Rovar:

Luca Mewes (vocals, guitar)
Paul Ulrich (bass, backing vocals)
Bennet Fuchs (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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