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Cannon Club / Decompose | Reconstruct – CD-Review

Vor "Decompose | Reconstruct" stehen in der Discografie des aus Halle (Saale) stammenden Rock-Trios Cannon Club die EP "Cetacea And The Lazarus Effect" aus dem Gründungsjahr 2011 sowie Breeding Curses.
Gitarrist und Sänger Sebastian Bier, Rocco Seidel (Schlagzeug/Gesang) und BassmannTobias Kolasinski haben die insgesamt acht Nummern der vorliegenden Platte innerhalb von vier Tagen in den Off Road Studios in Leipzig aufgenommen und die Scheibe macht echt Laune, um schon zu Beginn der Rezension ein allgemein gehaltenes Urteil abzugeben.

Wenn die "Breeding Curses"-Besprechung mit den Worten: »[…] Die drei Jungs werden fraglos ihren Weg machen …« endete, dann belegt dies die in ihrer Gesamtspielzeit vielleicht etwas kurz geratene Platte.
Mit "Bored By The Ancient Obligations" startet Cannon Club die Scheibe so, als wolle der Dreier mit den alten Bindungen aufräumen. Erhöhtes Tempo, Nachhaltigkeit und eine gewisse Vehemenz prägen den Opener. Das Trio macht Druck und der Tieftonzupfer Tobias Kolasinski liefert dazu noch ein knackig-trockenes Solo. Einstieg gelungen, kann man da nur schreiben.

Der Cannon Club kann allerdings auch anders klingen. Dynamisch abgerundet präsentieren die drei Musiker "Colesce". Wie mit mehreren Bällen jonglierend variieren das Tempo und die Intensität des Tracks. Beim Gesang findet man immer wieder – parallel zum Gitarrenarrangement – melodische Elemente des Gefallens. Mit Sechssaitersoli spart Sebastian Bier nicht. Er gibt eine Runde nach der anderen aus. Toll!
"Get Over It" schließt das Album mit einem infizierenden Groove ab. Der Hörer spürt, dass der Sänger hinter den Texten, die im Innenteil des Digipaks nachzulesen sind, steht und diese entsprechend emotional rüber bringt. Gekonnt eingestreute Breaks und Geschwindigkeitsvariationen werden während der Platte zu so etwas wie einem Markenzeichen der Combo.

"Lipyria" ist relativ großformatig angelegt. Heftig rockende Phasen mit fast punkigem Outfit wechseln mit herrlich melodiösen Bögen und Erholungszeiträumen. Sehr gelungen, diese Nummer!
Bei "Sharkswinger" schauen die drei Musiker ein wenig in Richtung Blues und Boogie. Fein, dass die Stimme des Sängers auch in höheren Lagen überzeugen kann. Auch hier ist Abwechslung die musikalische Trumpfkarte. Die Backing Vocals können ebenfalls überzeugen. Boogie on! Highlight!
In balladesken Bereichen war Cannon Club bisher  – abgesehen von Intermezzi innerhalb der Songs – noch nicht unterwegs. Jetzt aber! Dezente Paukenschläge als Einleitung von "Solid Acid" lassen aufhorchen und tatsächlich bleibt man in einem zurückhaltenden Ambiente. Die Gitarre setzt die Nummer mit rockigen Riffs fort und dann dreht das Trio geschickt an der Dynamik-Schraube nur um sich zum Ende hin abermals in etwas relaxten Gewässern zu tummeln.
"Totally Overrated" bewegt sich auf der fast schnurgeraden Straße des Alternative Rock und schließt mit einem besinnlichen Teil ab. Etwas über fünfeinhalb Minuten bringt "Wasted Friends" auf die Zeit-Waage und ist damit der längste Song der Scheibe. Hier schließen Intensität sowie Energie eine musikalische Ehe.

Rundum kann Cannon Club mit seiner dritten Veröffentlichung "Decompose | Reconstruct" überzeugen und bietet mit den acht Nummern geschmacklich abgerundetes Futter für die Fans des Alternative Rock.


Line-up Cannon Club:

Sebastian Bier (guitar, vocals)
Rocco Seidel (drums, vocals)
Tobias Kolasinski (bass)

Tracklist "Decompose | Reconstruct":

  1. Bored By The Ancient Obligations
  2. Lipyria
  3. Totally Overrated
  4. Coalesce
  5. Sharkswinger
  6. Solid Acid
  7. Wasted Friends
  8. Get Over It

Gesamtspielzeit: 34:43, Erscheinungsjahr: 2017

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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