»Agoniepositur erscheint am 24.10.2025 als wunderschöne CD, LP und digital über FDA Records (Cargo).«
Okay. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Diese Aussage trifft hier eindeutig zu. Anders ausgedrückt: Das Cover hat hier gewissen 'Sortierungscharakter', bzw. hilft beim Finden der passenden Zielgruppe, denn wer sich davon positiv angesprochen fühlt, dürfte dies ebenfalls von der Musik (Krach) auf dem Tonträger, der sich dahinter verbirgt, sein. Es passt außerdem zum Bandnamen Distaste und zum Titel "Agoniepositur".
Vermutlich wäre dieser 'Abschreckeffekt' gar nicht nötig gewesen, denn Distaste sind keine Unbekannten. Sie treiben ihr Unwesen in Österreich schon seit dem Jahr 2000 und haben neben mehreren EPs/Split-Singles auch folgende Scheiben veröffentlicht: "Of Abyss-Hearts And Falsity" (2008), "Black Age Of Nihil" (2013), "Deibel" (2018) und zuletzt "Der Ertraeger und das Fleisch" (2023).
Jetzt gibt es Nachschub in Form von "Agoniepositur". 14 Songs in 27 Minuten. Wer nun Grindcore vermutet, hat es richtig erkannt. Das Geknüppel von Distaste bewegt sich im Bereich von Grindcore / Brutal Death Metal.
Dieser kommt fies und erbarmungslos – aber nicht billig oder rumpelig, sondern mit einer passenden und druckvollen Produktion. Aufgenommen wurde das Album im DeepDeepPressure Studio, gemixt und gemastert von Lukas Haidinger, der auch gleichzeitig Vokalist und Lead Gitarrist von Distaste ist.
Wenn ich schon bei Namen bin: Das Artwork stammt von Armin Schweiger (Todt & Deibel Ink, Linz) – auch dieser ist im Line-up von Distaste zu finden. Das bedeutet, die optische und soundmäßige Umsetzung lag in den Händen der Band selbst – auf der anderen Seite sind die beiden also nicht nur Musiker, sondern zudem in weiteren Bereichen, die dazu passen, tätig.
Auch bezogen auf die Songs ist hörbar, dass hier welche am Werk sind, die wissen, was sie tun und was sie wollen. Meistens in erhöhter Geschwindigkeit durchgeprügelt, wirkt alles flüssig gespielt und versiert eingetrümmert – gnadenlos, jedoch nicht hirnlos. Es sind stellenweise sogar dezente Melodien erkennbar. Manchmal wird das Tempo kurzfristig etwas reduziert, meistens um dann gleich wieder voll loszulegen; bei "Netzbeschmutzer" dauert die Drosselung mal etwas länger. Der Titelsong und Rauswerfer "Agoniepositur" überrascht schließlich damit, schleppender zu sein, dennoch keineswegs harmloser – und den Schlussstrich setzt ein Sample.
Damit endet die Reise, die mit dem "Furunkelmann", der sich selbst den Krieg erklärt hat, begann, mit Knochenkrümmung (inhaltlich).
Zwischendurch wird es auch nicht netter. Die Lyrics sind in Deutsch und passend zur Musik voller Schmerz, Zorn und Gesellschaftskritik; geschickt und trotzdem hart formuliert, teilweise mit Wortspielen (die Zeile »Klub der dichten Töter treibt« erinnert sicherlich gewollt an den Film "Der Club der toten Dichter").
Das ist alles andere als stumpf, aber auch alles andere als freundlich – nun gut, empfindliche Feingeister sollte das Coverbild bereits abgestoßen haben. Distaste wissen, was sie wollen und "Agoniepositur" ist in sich stimmig ausgefallen. Gute Laune ist hier nicht gewünscht und gibt es auch nicht, sondern es wird ein brachiales brutales Brett geboten.
Ob dieses dem eigenen Gusto entspricht, sollten Grindcore-Hörer, die mit der Band bisher nicht vertraut waren, ausprobieren; Distaste-Fans haben sicher längst zugeschlagen (im Sinne von reingehört / gekauft).
Line-up Distaste:
Armin (vocals, rhythm guitar)
Lukas (vocals, lead guitar)
Murz (bass)
Yannick (drums)
Tracklist "Agoniepositur":
- Furunkelmann
- Apex Oppressor
- Last
- Rosstaeuscherei
- Kaligula 2.0
- Endzweck Geschroepf
- Hand guck in die Luft
- Nestbeschmutzer
- Der Thronraeuber
- Gottes Geschenk an die Menschheit
- Das Rudeltier
- Alpinist
- Wind von Asphalt
- Agoniepositur
Gesamtspielzeit: 27:06, Erscheinungsjahr: 2025



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