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Giant Haze / Cosmic Mother – CD-Review

Kiel ist die Heimatstadt von Giant Haze.
Ab und an hat die Ostsee was zu sagen, zumindest, was den Wellengang und einen steifen auflandigen Wind angeht.
Da schmeckt man die salzhaltige Luft auf den Lippen und für schlechtes Wetter, dunkle Wolkenberge, die Regen erahnen lassen, sollte man nicht nur in Küstenregionen nicht falsch angezogen sein.

Giant Haze hat eine Geschichte, die man bei Noisolution nachlesen kann.
»[…] Giant Haze sind 4 Musiker aus der Kieler Stoner Rock / Hardcore Szene, die gemeinsam für Kyuss-Tribute Shows auf der Bühne standen. Schnell kristallisierten sich kreative Synergien innerhalb der Band heraus und es entstanden eigene Songs – Giant Haze war geboren. […] Durch ihren vielseitigen Gesang gelingt es Giant Haze, ihren Songs emotionale Tiefe zu verleihen – eine Stimme, die die die Zuhörer:innen auf ihrer Reise ins Licht oder das Dunkel begleitet. Feed your head … and body! – Denkt einfach an ein geliebtes Findelkind aus der Kommune von Fu Manchu, Kyuss und den Misfits und ihr habt einen ungefähren Eindruck davon, wohin die Reise geht. […]«

Alles an Emotionen muss raus, muss sich einen Weg ins Freie bahnen.
Beim Stoner Rock von Giant Haze ist Sturm angesagt.
Die Tränen fließen waagerecht aus den Augenwinkeln.
Es wird einem vielleicht auch frostig.
Elektrisierende Gefühle auf beiden Seiten. Bei den Leuten vor den Lautsprechern und bei dem Quartett.
Hemmungs- und gnadenlos spielt Giant Haze seinen Stoner Rock. So als gäbe es keinen Morgen.

Überbordend intonierte Instrumente schlagen auf den Boden. Knallhart werden die Boxen an ihre Grenzen geführt und zeitweise gibt sich Sänger Christoph Wollmann als Growler oder Shouter. Folglich verschärft seine variantenreiche Stimme den sehr harten Stoner Rock.

Atempausen durch ruhigere Phasen?
Fehanzeige. Fast. Der Rausschmeißer "A Smile For The Dead" schraubt die Power von Starkstrom runter auf Haushaltsstrom. Dieser Vergleich gilt nur für die soeben genannte Nummer, die sich auf ganz geschickte Art dem Blues Rock annähert. Zu klasse Background Vocals mit Halleffekt singt Christoph Wollmann.
Breaks tauchen auf. "Panic To Ride" enthält ein vom Bass angetrieben, ruhigeres Blitzlicht.

Was passiert, wenn ein Giant Haze-Song fast an die fünfeinhalb Minuten Marke stößt?
In "From Another World" kreiert das Quartett eine fast wohlige Stoner Rock-Atmosphäre. Der Wechsel hin zum groovenden Fußwippen-Rhythmus von Timo Ahlers ist dann die Überraschung in dem Track.
Gitarrist Peter 'Pete' Stoeckicht besticht durch tolles Riffing und hinlangende Soli.
Man sollte meinen, dass "1000 Tons Of Stone" an Heftigkeit oder Vehemenz nicht mehr zu überbieten ist. Der Beginn lässt einen anderen Eindruck entstehen. Ruhig, ja geradezu sinnlich geht man die Nummer an. Dann explodieren die musikalischen Elemente hin zu einem weiteren kompromisslosen Stoner Rock.
Die Zutaten von "Pull The Plug" sind fuzzig-riffende Sechssaiter-Sounds, einem auch singenden Frontmann und einem herrlichen Christian 'Andi' Andersen-Bass-Intermezzo, ebenfalls vom Fuzz aufgeladen. Nein, man mag, um beim Songtitel zu bleiben, nicht den Stecker ziehen.

"Cosmic Mother" von Giant Haze ist ein Album mit einer zusätzlich angeschraubten Rakete, als es für den üblichen Stoner Rock angesagt ist.
"Cosmic Mother" von Giant Haze ist ein Album, in dem dieses Extra an Schubkraft nicht über Grenzen hinausschießt.
"Cosmic Mother" von Giant Haze ist ein Album, das positive Hoffnungen auf weitere Veröffentlichung macht.
Daumen hoch für Giant Haze.


Line-up Giant Haze:

Christian 'Andi' Andersen (bass, background vocals)
Peter 'Pete' Stoeckicht (guitars, background vocals)
Timo Ahlers (drums, background vocals)
Christoph Wollmann (vocals, background vocals)

Tracklist "Cosmic Mother":

  1. Geographic Gardens Suck
  2. King Of Tomorrow
  3. Yard Of Oblivion
  4. Sunrise
  5. Sundance
  6. From Another World
  7. Panic To Ride
  8. Crank In Public
  9. Pull The Plug
  10. 1000 Tons Of Stone
  11. Shrink Age
  12. A Smile For The Dead

Gesamtspielzeit: 44:10, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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