«

»

Gong Wah/Support: Memory-Effect – Konzertbericht, 11.04.2026, Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth

Am 11. April 2026 gastierten die beiden Bands Gong Wah sowie Memory-Effekt im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth.
Gong Wah brachte bisher drei Alben auf den Markt. Den Start machte 2020 "Gong Wah" gefolgt von "A Second" (2022). 2024 veröffentlichte Gong Wah die Platte The Healing Volume. Zusammenfassend heißt es in der Rezension:
»[…] "The Healing Volume" von Gong Wah ist melancholische Einkehr, rockiges Aufbegehren und unter anderem auch eine sehr persönliche Verneigung an den New Wave.
"The Healing Volume" von Gong Wah geht unter die Haut und noch weiter.
"The Healing Volume" von Gong Wah ist eine besondere Empfehlung. […]«

Den Beginn des Konzertabends machte die aus Krefeld stammende Formation Memory-Effekt.
Zum Duo Memory-Effekt erfahren wir auf deren Website unter anderem:
»[…] Der Begriff 'Memory-Effekt' im eigentlichen Sinne umschreibt das tragische Schicksal eines Akkus, der durch zu frühzeitiges Aufladen an Energiekapazität verliert. […] Von dieser Misere ist die Krefelder 2-Kopfband Memory-Effekt weit entfernt. Sie steckt alle ihr zur Verfügung stehenden Energien in ihr Anfang 2022 entstandenes Projekt, macht sich die Wirkkraft der Speicher- und Wiederholungsschleifen zunutze, dessen Resultate dann mit voller Wucht auf sämtliche Speichertasten im Gehirn niederprallen. […]«

Memory-Effekt im April 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

Memory-Effekt im April 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

17:45 Uhr ab Goch. Mit einem öffentlichen Verkehrsmittel wäre man bis Grieth zirka 1:25 Stunden unterwegs.
Mit dem Auto braucht man für die zweiundzwanzig Kilometer vierundzwanzig Minuten. Da bewältigt man die Kurzstrecke dann doch lieber mit dem privaten Fahrzeug, besonders wenn man ja auch noch zurück nach Hause möchte.

Acht Eigenkompositionen repräsentierten die musikalische Weite des Duos Memory-Effekt.
Die Formation kreierte ein tolles Spannungsfeld zwischen treibend-rockigen Nummern, Balladen und bemerkenswerten Variationen des Elektro Pop.
Der Berichterstatter hatte zum ersten Mal das Vergnügen den feinen Klängen einer Theremin live zu lauschen. Eva aktivierte das Gerät entweder durch die Annäherung mit dem Bass-Griffbrett oder der Hand.

Eva entwickelte viele herrlich-sphärische Sounds, konnte mit dem Cello wunderschöne Melancholie verbreiten und im Song "Roboter", von einer mechanisch klingenden Grundstruktur, verfremdet sie ihre Stimme extrem. Gänsehaut beim Elektro Pop.
Micha servierte dazu akzentuiertes Drumming. »[…] Roboter lächeln nicht. […]« heißt es unter anderem in dem Lied. In den Gesichtern des Publikums konnte man sehr wohl ein Freudenlächeln erkennen.

Der Track "Menschenleben" war eines der Konzert-Highlights von Memory-Effekt. Ein Anti-Kriegs-Lied im nachdenklich-balladesken Gewand. Mit der Loop-Machine aktivierte Eva E-Piano-, Cello- sowie Synthesizer-Sounds voller Hingabe. Micha unterstrich die Stimmung des aussagekräftigen Songs durch den Einsatz von Paukenschlägeln.

Von den Lyrics her hatte "Der Mond und ich" für Eva zwar eine sehr persönliche Bedeutung, aber man musste aus der Aktualität heraus fast automatisch an die Artemis 2-Mission denken, die in der Nacht dieses Konzertabends erfolgreich landete. Nicht nur bei diesem Stück intensivierte Eva die Textzeilen in der Form von Spoken Words und schmückte dieses Lied mit den Klängen des gestrichenen Cellos aus.

Licht am Ende des Tunnels. In "Ohne zu sehn" solierte Eva auch in den höchsten Tönen auf ihrem Bass und das E-Piano stimmt einen nachdenklich.
Im rockigen "Risikogebiet" machten tolle Synthesizer-Sounds die Runde in der Location. Ab und an aktivierte Micha den Drum-Synthesizer. Klasse Klangvariationen.

In den fünfzig Minuten spielte Memory-Effekt einen Gig, mit dem sie bestimmt viele neue Fans erreichten.
Daumen hoch für das Duo aus Krefeld.
RockTimes schließt sich dem Danke von Eva an Udo für die Tontechnik an.


Line-up Memory Effect:

Micha (drums, drum-synthesizer)
Eva (vocals, bass, e-piano, cello, synthesizer, theremin, loop-machine)

Gong Wah im April 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

Gong Wah im April 2026 im Griether Hanselädchen Kalkar-Grieth

Die Genre-Eckpfeiler des fünfundachtzigminütigen Gong Wah-Auftritts waren Alternative- und Indie Rock, versehen mit einem Schuss spacige Psychedelic von Gitarrist Thorsten Dohle. Er machte auch durch Syntheszier-Einsätze und klasse Backing Vocals von sich reden.
Das Quartett um die Frontfrau Inga Nelke spielte bis auf "Savage" alle Songs des Albums "The Healing Volume", das zusammen mit "Gong Wah" sowie "A Second" alle als Vinyl-Ausgabe nach dem Gig am Merchandise-Stand erhältlich war.

Stante pede sorgte die Combo im Griether Hanselädchen für Begeisterung.
Kein Wunder, denn das mächtig rockende "Consolation" sowie "A Violent Room", beide von der Veröffentlichung "A Second", kamen beim Publikum sehr gut an. Es wurde getanzt und eine ausdrucksstark singende Inga Nelke hüpfte ein ums andere Mal zu den treibenden Beats des Schlagzeugers Wolly Düse. Nach einem Power-Gitarren-Alleingang seitens Thorsten Dohle bei "Supersized Kid" weitete er sein "A Violent Room"-Solo zu einer psychedelischen Fretboard-Fahrt aus. Toll!

Zu "Smile (Can’t Wait To Live Another Day)" tanzte Inga Nelke gemeinsam mit dem Publikum zum Rhythmus des Indie Rock sowie der herrlichen Refrain-Melodie. Ein Highlight des Gigs.
Ein weiterer Höhepunkt folgte auf dem Fuß, denn auch auf balladeskem Terrain konnte Gong Wah voll überzeugen. In "Emily" sorgte Schlagzeuger Wolly Düse für wohlige Paukenschlägel-Rhythmik und Inga Nelke sang den Text mit verführerisch-luftiger Stimme gemeinsam im Chor mit Thorsten Dohle.

A cappella leitete die Frontfrau "Ashes" ein. Welch eine tolle Stimme. So von Gefühlen betont, so authentisch. Gänsehaut. So sensibel der Gesang war auch die Bandbegleitung und dann, wie aus dem Nichts, für Sekunden eine Explosion der Emotionen, die sich im weiteren Verlauf der Nummer für ein Intermezzo nochmals wiederholen sollte.
Beste Freunde zu haben, oder zumindest eine Person, die für einen da ist. "We Are Friends" – Intensive Synthesizer-Sounds prägten diesen Track und zum Groove war wieder Tanzen und jetzt auch Singen beim Publikum angesagt. Gong Wah, deren Trumpfkarte auch die Melodie war.

Die Combo kehrte mit "Inside" den Blick nach innen, in eine Gefühlswelt, deren Emotionen durch wunderschöne Synthesizer-Klänge, eine toll inszenierte Thorsten Dohle-Fuzz-Gitarre und deutlich zu vernehmende Schellenring-Rhythmik geprägt wurden. Zum schwebenden Ende standen die herrlichen Vocals von Inga Nelke im Vordergrund. Super Lied!

Es gab auch einen neuen Song zu bewundern, "Unconditionally". Ausdrucksstarker Indie Rock mit Drum Synthesizer von Inga Nelke, deren gesungene Emotionalität sich nicht nur hier in vielen Gesten widerspiegelte.

Der Power Rock von "Let’s Get Lost" war anziehend, bezaubernd, unwiderstehlich. Thorsten Dohles psychedelisch-spaciger Gitarren-Sound nahm nicht nur Kurs auf das zahlreich erschienene Publikum, sondern flog förmlich durch das Griether Hanselädchen. Seine Fretboard-Exkurse waren an sich schon Highlights und er reicherte den Rock von "Sugar & Lies" mit fetzigen Riffs an.
Ingo Ruttke brachte die dicken Saiten seines Tieftöners mit einem Plektrum zum Schwingen und sorgte so für voluminös-harte Klänge, die gemeinsam mit den getrommelten Rhythmus-Variationen von Drummer Wolly Düse zu einem Fundament gegossen wurden, das dem abwechslungsreichen Gong Wah-Rock ebenfalls Gestalt verlieh.

Kurz und knackig kam "Hallowed Ground" rüber und nach "This Life", einem weiteren dynamischen Indie-Rocker, beglückte das Quartett die vom Publikum lautstark geforderte Zugabe mit gleich zwei Liedern. "Heartache Jean" sowie "Innocent Smile" mit besagtem Ingo Ruttke-Bass und einem letzten Fuzz-Gitarren-Höhenflug von Thorsten Dohle waren finale Indie Rock-Hammer-Statements von Gong Wah.

Das Gong Wah-Konzert im Griether Hanselädchen war eine Show mit beeindruckendem Tiefgang, imposanten Emotionen und einer markanten Aussagekraft.
Chapeau, Inga, Ingo, Thorsten und Wolly!

Wir bedanken uns bei Ingmar Kerkhoff für den Platz auf der Gästeliste.
Am 25. April werden die Bands Kratzen und Shiny Leather im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Gong Wah:

Inga Nelke (lead vocals, synthesizer, harmonica, percussion)
Thorsten Dohle (guitars, synthesizer, backing vocals)
Ingo Ruttke (bass)
Wolly Düse (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
Über mich
Meine Seite Im Archiv
Mail: joachim(at)rocktimes.de

1 Kommentar

  1. Eva

    Vielen Dank für diesen tollen Konzertbericht!
    Dies ist die 1. Rezession, die über uns Memory-Effekt, geschrieben wurde.
    Es freut mich zutiefst, dass wir solch einen Eindruck hinterlassen haben.
    Liebe Grüße Eva von Memory-Effekt

Antworte auf den Kommentar von Eva Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>