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Present Paradox / A Vibrant Sea – CD-Review

Present Paradox ist ein Projekt des Dortmunder Musikers David Kleinekottmann.
In Zusammenarbeit mit Violinistin Jessica Townsend sowie Michael A. Grant (Saxofon, Querflöte) entstand das Album "A Vibrant Sea".
Aus der Pressemitteilung erfahren wir unter anderm: »[…] Mit "A Vibrant Sea" […] veröffentlicht Presnet Paradox ein neues Studioalbum, das inhaltlich und klanglich an das vorherige Werk A Trace To Keep Control […] anschließt und dessen Motive weiterführt. Ergänzt wird der Sound durch Streicherarrangements sowie komplexe Delay-Gitarren, die an Arbeiten von Robert Fripp oder Jonny Greenwood erinnern.
Das Album beschreibt einen Zustand permanenter Unruhe: nicht endeutig düster, aber mit vielen Schattierungen. Es kreist um moderne Entfremdung, digitaler Overload, Resignation und der Suche nach einem Landepunkt. […]«

David Kleinekottmann sagt auch:
»[…] 2024 und 2025 waren musikalisch sehr inspirierende Jahre. Alben von The Smile, Nick Cave, Squid oder Idles waren wichtige Bezugspunkte und bildeten so eine Art musikalische Schablone für das, was sich gesellschaftlich wie privat ereignet hat. […]«
Das Album "A Vibrant Sea" ist als CD, LP sowie auf allen gängigen Streaming-Plattformen erhältlich.
Die acht Songs bringen es auf eine Gesamtspielzeit von 42:31 Minuten.
In Gegensatz zu "A Trace To Keep Control" sind im stimmungsvollen Booklet alle aussagekräftigen Texte abgedruckt.

Die Spielzeiten der David Kleinekottmann-Kompositionen liegen zwischen vier und annähernd acht Minuten.
Bei der bemerkenswerten Fülle an diversen Sounds weiß man gar nicht so recht, wo man anfangen soll.

Widmen wir uns doch zunächst den Liedern mit Violinistin Jessica Townsend und Michael A. Grant (Saxofon, Querflöte).
Jessica Townsend ist gleich beim Opener "A Vibrant Sea" mit von der Partie. Wie auf dem Vorgänger erinnert die Stimme des Protagonisten an David Bowie. Die akustische Gitarre ist unser Begleiter durch den Track und die Streicherin gibt der Nummer einerseits eine wunderschöne Weite. Andererseits eine Stimmung, die von Melancholie bestimmt ist.
"The Edge" ist anders. Es geht mehr in die Tiefe, wo es atmosphärisch etwas düsterer wird. Abermals führt uns die akustische Gitarre, jetzt mehr im Fingerpicking-Style, durch das Stück. Im Hintergrund rhythmische Akzente setzend, verleiht Jessica Townsend mit ihrer Violine sphärische Klangmuster. "A Vibrant Sea" und "The Edge" sind Highlights.
"Faust Barre" ist mit 7:40 Minuten das längste Lied auf der vorliegenden Platte. Zu Beginn schwebt die Nummer zunächst dahin wie auf Flügeln. Dann ein Rhythmuswechsel, eine Stufe mehr Energie kommt zum Zug. Die E-Gitarre rifft energischer und auch David Kleinekottmann steigert seine gesanglichen Emotionen. Dann geht auch die Dramatik bergauf und der Tune endet schließlich in einem herrlichen Outro. Wieder ein Highlight!

In "Apologies" ist Michael A. Grant am Saxofon dabei.
Present Paradox geht auf die Reise. Es zieht in Richtung psychedelischen Orient, was besonders zu Beginn deutlich wird. Mit dem Einsetzen von Michael A. Grant wird es furios, extrovertiert. Die Gemüter beruhigen sich dann etwas. Das Saxofon tritt leicht in den Hintergrund, ohne an Heftigkeit zurückzustecken. Toll!
Synthesizer-Sounds vermitteln in "Stand Still" balladeskes Flair. Feine Bass-Läufe und Michael A. Grants verträumte Querflöte versüßen die Gemütslage. Ein ganz fein arrangiertes Lied.

Bei "Blinded By The Light Of The Screen" hat die an Robert Fripp angelehnte E-Gitarre ihren Auftritt. Ein Track zwischen hypnotischen Klängen und schwebender Stimmung. Ein Wechselspiel, dass höchst anziehend auf die Leute vor den Lautsprechern wirkt und im Folgenden von einem Present Paradox-Groove angetrieben wird. David Kleinekottmann versteht es meisterlich, in ganz unterschiedlicher Weise ein dynamisches Auf und Ab in Szene zu setzen. Super!
"Office Words" ist eine flotte Nummer. Trocken sowie melodisch dominiert der Tieftöner das Geschehen und gemeinsam mit dem Drum-Rhythmus geht es zu wie beim New Wave.
"White Papaer" (Schreibweise wie in der Tracklist) beendet das Album mit einer beeindruckenden Ballade, die ihre Faszination aus ihrer sparsamen Instrumentierung mit Piano zieht. Im Booklet steht »[…] White Paper […]«. Im Text wird auf das erste Lied Bezug genommen: »[…] At the other end of the vibrant sea deep in the sand a white paper […]«.  4:17 Minuten Andacht.

"A Vibrant Sea" von Present Paradox ist ein Album gefüllt mit großen, ganz unterschiedlich strukturierten Emotionen.
"A Vibrant Sea" von Present Paradox ist klangvolle Kunst für die besonderen Momente des Tages, zu denen man sich Zeit für gute Musik nimmt.


Line-up Present Paradox:

David Kleinekottmann (vocals, guitar, keyboards, synthesizer, piano, bass, drum-sampling)
Jessica Townsend (violin – #1,6,7)
Michael A. Grant (saxophone – #3, flute – #5)

Tracklist "A Vibrant Sea":

  1. A Vibrant Sea
  2. Office Words
  3. Apologies
  4. Blinded By The Light Of The Screen
  5. Stand Still
  6. The Edge
  7. Faust Barre
  8. White Papaer

Gesamtspielzeit: 42:31, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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