Am 14. März 2026 gastierte die niederländische Guido Wilbers Group im Buena Ressa Music Club.
Aus der Konzertankündigung des angesagten Clubs erfahren wir unter anderem:
Die »[…] Guido Wilbers Group ist ein energiegeladenes Fusion-Trio um Gitarrist Guido Wilbers, in dem eigene Kompositionen im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit Bassist Luciën Matheeuwsen und Schlagzeuger Matthias Knorr bildet er ein eingespieltes und abenteuerlustiges Kollektiv, welches eine ganz eigene Mischung aus Jazz, Rock und Blues kreiert. Das Trio sucht ständig die Grenzen zwischen Groove, Swing und intensivem Zusammenspiel. […] Die Kompositionen von Guido Wilbers verbinden eingängige Themen mit offenen Strukturen und verleihen jeder Aufführung eine frische, dynamische Energie. […]«
Die Zeit vor dem Konzert begann mit einer Überraschung, denn Guido Wilbers begrüßte mich damit, dass er mich kennt. Da tauchten Fragezeichen beim Berichterstatter auf. Der Musiker nannte die Stichworte Roepaen (Ottersum) sowie die Band StarkLinnemann. Im Zusammenhang mit der Modern Jazz-Combo spielte Guido Wilbers mit StarkLinnemann bei drei Gigs am 27.10.2013, 26.01.2014 und 24.02.2014 in der einstmals angesagten Location.
Wie Guido Wilbers während des Gigs kund tat, studierten er und Schlagzeuger Matthias Knorr gemeisam am Konservatorium in Arnhem (NL). »[…] 2010 beendete […]« der Drummer »[…] als jüngster Absolvent (im Alter von nur 20 Jahren) sein Studium und fing an, als professioneller Musiker und Schlagzeugdozent zu arbeiten. […]« Matthias Knorr bringt man in Zusammenhang mit z.B. der NDR-Bigband, Tini Thomsen Max Sax, Smoking Wolf, Groovation oder dem Philipp Sauer Quartett.
Beim Bassisten Luciën Matheeuwsen stehen so einige Bands auf seiner Visitenkarte. Er war Mitbegründer des Henning Wolter Trios und arbeitete unter anderem zusammen mit »[… ] Eric Vloeimans, Gerd Dudek, John Engels, Masha Bijlsma, Bobby Gantt, Michiel Braam, Frank Nielander, Jeroen Doomernik, Willem Kuhne, Pierre Courbois […]«.
- Guido Wilbers (guitars)
- Luciën Matheeuwsen (bass)
- Matthias Knorr (drums, percussion)
Ein kurzes Luciën Matheeuwsen-Bass-Intro eröffnete den ersten Song "Tidal Wave". Eine relativ ruhige Nummer, getragen von melodiöser Melancholie.
Dem klasse Konzertbeginn folgte das Stück "Telefunk". Dafür wechselte der großartige Gitarrist zu seiner Fender Telecaster und Guido Wilbers' Satz: »[…] For the next song I’m gonna change my guitar. […]« sollte zum Running Gag des Abends werden. Zu treibenden Drum-Beats mit Cowbell-Einsatz und einem energisch von Luciën Matheeuwsen geslappten Bass, feuerte Guido Wilbers – auch im Stakkato-Modus – harte Funk-Riffs in die Location. Die Finger des Gitarristen wanderten dabei über das gesamte Fretboard. Highlight!
Nach dem schweißtreibenden Funk konnte der Kontrast zum nächsten Instrumental nicht größer sein. Zur Intensivierung der balladesken Stimmung wechselte dieses Mal Matthias Knorr von den Drumsticks zu Paukenschlägeln und Jazzbesen. "Alright" war allerdings nicht gang durchgängig eine Ballade, denn im Verlauf der Nummer begab sich die Group auf einen steilen Anstieg hin zum Gipfel des Jazz Rock, nur um dann beim Abstieg wieder in die Ruhe des Basislagers zurückzukehren.
Das kurze und knackige "Locked Up" wurde während des Lockdowns geschrieben und das Fusion-Stück mit seinen magnetisierenden Gitarren-Läufen spielte das Trio bei diesem Einhundertfünfminütigen Gig zum ersten Mal live. Bei "Shout Out" verdeutlichte Guido Wilbers seine Vorliebe für Sound-Effekte, die er in diesem Track unter anderem durch Wah Wah-Klänge zum Ausdruck brachte. Matthias Knorrs Solo war Drum-Faszination pur. Beide Daumen hoch für den Schlagzeuger, der später in einem weiteren Alleingang bei "Strat" abermals sein außerordentliches Können unterstrich.
Auch Luciën Matheeuwsen konnte durch seine Soli glänzen. Der swingende Groove von "Kick Blues" gab einem das Gefühl, in einem Club in Chicago zu sein. Für seine fantasievoll-elektrisierenden Alleingänge erhielt der Bassmann – auch bei der "Steps"-Mischung aus Ballade und Fusion – reichlich Szenenapplaus.
Neben dem Jazz/Jazz Rock hatte der Blues der Guido Wilbers Group ebenfalls ein Wörtchen mitzureden. Da war man nicht nur mit dem "Kick Blues", sondern auch beim Slow Blues "Blue Thing" in der individuellen Prägung des Zwölftakters ganz weiter vorne dabei. Blues mit Gänsehaut-Effekt. Bei reduzierter Bass- und Drum-Begleitung jonglierte die Band mit der Dynamik, denn im Verlauf der Nummer begeisterte man das Publikum mit einem dann äußerst dynamischen Blues Rock. Super!
Nach dem Blues wechselte die Band nochmals zum Funk. Der Songtitel "James B" war ein Fingerzeig auf James Brown und das Stück wurde natürlich mit viel Power aufgeladen.
Ganz anders geprägt war "KA", einer in Harmonie schwebenden Ballade arabischer Prägung. Diese Klänge waren etwas ganz besonderes. Der Bandleader sprach vorher von »[…] egyptian mythology. […]« "BA" verfeinerte Matthias Knorr in seiner rhythmischen Begleitung auch durch den Einsatz der Drumsticks auf den Trommelkanten.
Am Ende von "Steps", einer älteren Komposition aus dem Jahr 2008, verließen die Musiker die Bühne und nach lautstarkem Applaus sowie Zugabe-Rufen kam das Trio wieder zurück. Luciën Matheeuwsen meinte, dass man am liebsten bei Matthias Knorr probt, denn die Mutter des Schlagzeugers serviert dann auch Pfannkuchen. "Pancakes". Eine Ballade mit dynamischen Spitzen, Groove und einer Prise Funk gewürzt.
Die Guido Wilbers Group in concert. Ein instrumentaler Jazz-Genuss, ein Leckerbissen aus Fusion, Jazz Rock, Rock, Groove und Swing.
Auch die Ausflüge in den Blues waren deutliche Statements in Sachen musikalisches Spektrum.
Die Guido Wilbers Group ist ein Synonym für Kreativität und Leidenschaft.
Ihre Musik ist eine wahre Fundgrube an Details.
Zu einem gelungenen Konzert gehört auch ein guter Sound. RockTimes schließt sich dem Dank von Guido Wilbers an den Soundmann Knut an.
RockTimes bedankt sich bei Ralf Praest für den Platz auf der Gästeliste.
Am 28. März werden Thompson Springs im Buena Ressa Music Club erwartet.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Guido Wilbers Group:
Guido Wilbers (guitars)
Luciën Matheeuwsen (bass)
Matthias Knorr (drums, percussion)




















Neueste Kommentare