Am 27. März gastierte Innes Sibun im To Hoop, Rheinberg.
Aus der umfangreichen Konzertankündigung auf der Website der Location entnehmen wir unter anderem:
»[…] Innes Sibuns erstes Album "Blues Explosion" hat 1991 nicht nur durch die Zusammenarbeit mit Produzentenlegende Mike Vernon die Bluesszene aufhorchen lassen. Weltweit wurde er bekannt durch seine Auftritte in der Robert Plant Tour Fate Of Nations und die darauf folgende Arbeit mit dem Ex-Sänger von Led Zeppelin auf mehreren Alben. Es folgten gemeinsame Auftritte mit Peter Green, Chris Farlowe und Roger Chapman. 2008 tourte Innes Sibun mit Johnny Winter, Taj Mahal, Steve Cropper und Al Kooper. In den letzten Jahren tourte er mit Sari Schorr und trat dann mit Marcus Malone aus Detroit und der gemeinsamen Band Malone Sibun auf vielen großen Festivals auf. Ungefähr ein Dutzend Alben hat der britische Ausnahmegitarrist bislang veröffentlicht und 2024 erschien sein lang geplantes Instrumentalalbum The Preacher, das besonders in Europa schnell begeistert von Kritikern und Fans aufgenommen wurde. […]«
Dieser Bericht soll mit dem Ende des einhundertdreißigminütigen Auftritts beginnen.
Vor der Zugabe war das Publikum beim sehr gut besuchten Innes Sibun-Konzert im To Hoop, Rheinberg, aus dem Häuschen, vollkommen begeistert. Die überschwängliche Freude äußerte sich nicht nur durch lautstarken Beifall, sondern auch in Standing Ovations.
In der Pause des Gigs fragte eine Person Innes Sibun nach Rory Gallagher. Diese Frage fand seine beeindruckende Antwort in der Zugabe. Zunächst war der "Bullfrog Blues" angesagt. Einem Ray Drury-Tasten-Solo folgten Innes Sibuns großen Künste mit dem Bottleneck, das er hier wie bei einer Lap Steel-Gitarre über die Saiten führte. Bassist Kevin Jefferies servierte ein tolles Solo mit Wah Wah-Sounds und Kevin O’Rourke trommelte bei konstantem Bassdrum-Einsatz rhythmische Attraktionen. Nach dem Track kam Sami Durak auf die Bühne und meinte etwas scherzhaft: »[…] Ich wusste gar nicht, dass ich so gut im Verhandeln bin. […]« Als krönender Abschluss des Konzerts folgte noch ein Song zu Ehren von Rory Gallagher: "Laudromat".
Am Anfang des Gigs stand das Instrumental "Incantation", das auch das Album "The Preacher" eröffnet. Sphärisches Intro, Slide-Gitarre und Alleingänge vom Bandleader sowie Ray Drury, dem Zauberer auf den schwarzen und weißen Tasten. Sie garnierten das Stück und machten es zum ersten Highlight des Abends. Es sollten noch eine Vielzahl folgen.
- Innes Sibun (vocals, guitars, slide guitar)
- Ray Drury (keyboards)
- Kevin Jefferies (bass)
- Kevin O’Rourke (drums)
Innes Sibun, der Magier, der Extrovertierte, der Introvertierte, der Virtuose, der Emotionale auf seinen Gitarren, der Mandoline und am Gesangsmikrofon.
Hüpfend, tanzend, zwei Besuche beim Publikum, ständig in Bewegung. Seine Mimik und Gestik unterstrichen in doppelter Weise die auf den sechs Saiten und beim Gesang zum Ausdruck gebrachten Gefühlswelten.
Nach "Natural High", einem Lied mit tollen Wah Wah-Klängen und furiosem Sechssaiter-Solo, sollte der Titelsong des Albums "The Preacher" die Slow Blues-Tür weit öffnen. Schwebende Keyboards, melodische Sounds und zur Verstärkung der Einsatz des Tremolohebels seitens Innes Sibun ergaben eine vorzügliche Würzung des Tracks.
Der verlangsamte Blues und Balladen waren weitere Höhepunkte dieses beeindruckenden Gigs. Jimi Witherspoons "Ain’t Nobody’s Business" in XXL-Interpretation, einem großformatigen Ray Drury-Solo sowie Gitarren-Streicher-Sounds ließen die Emotionen in die Höhe schießen und beim Hören stellten sich die Härchen auf den Armen senkrecht. Highlight! "I Want You Back" war bei den verlangsamten Songs in bester Gesellschaft.
Innes Sibun, der Flinkefinger auf dem Griffbrett sowie Feedback-Klangkreator. "Tired Of Living" war ein verlangsamter Track, den man zwischen dem Zwölftakter und Classic Rock ansiedelte.
Hochoktaniges und relaxtes Ambiente. Innes Sibun mit Chuck Berry-Moves zum Rock’n’Roll von "Don’t U Lie 2 Me". Nach Kevin Jefferies' Bass-Intro stieg Ray Drury mit Honky Tonk-Läufen ebenfalls in den Rock’n’Roll-Zug ein und schon war das Abteil durch Kevin O’Rourkes Bassdrum-Groove sowie Innes Sibun mit vier Personen gefüllt. Ein weiteres Highlight.
Ray Drury, Innes Sibuns kongenialer Partner auf den schwarzen und weißen Tasten.
Oft stellte er sein Keyboard auf Hammond-Sound ein und in "Time Is Tight", ebenfalls von der "The Preacher"-Veröffentlichung, gab es einen genüsslichen Ausflug in den swingenden Jazz. Super!
"Going Home" wurde bestimmt von vielen Soli. Wah Wah-Action, ein funky Keyboard-Solo sowie abermalige Alleingänge von Bassist Kevin Jefferies sowie Schlagzeuger Kevin O’Rourke waren Beitrage, die den Puls erhöhten.
Chicken Talk auf der Gitarre. Innes Sibun war abermals im Saal unterwegs. Er kniete sich hin, setzte sich an einem Tisch auf einen Stuhl und "It Takes Time" entpuppte sich letztendlich als eine Wahnsinns-Nummer.
Beeindruckend, wie Ray Drury in "I’ll Be There" dem Publikum zeigte, was es hieß, perlende Sounds zu kreieren. Klasse!
Zu Klangeffekten auf der Gitarre schuf der Keyboarder in seinem Alleingang jazzige Phrasierungen und so wurde, bei einem toll gesetzten Rhythmuswechsel von Kevin O’Rourke, "Obsession" zu einem Stück in ruhigerer Auslage.
Bei "Southbound Train" war E-Piano angesagt und Innes Sibuns Mandolinen-Einsatz machte die Hillbilly-Stimmung perfekt.
Zu infizierenden Grooves brachte "Don’t Believe In Tears" Sonnenstrahlen in die Location.
An dieser Stelle einen großen Dank an Christian, dem Soundmann und zuständig für die Lightshow.
Ein Innes Sibun-Konzert voller Leidenschaft und Improvisation.
Innes Sibun kann sich glücklich schätzen, solch hochkarätige Mitmusiker in seiner Band zu haben.
Hat off für Innes, die beiden Kevins und Ray!
RockTimes bedankt sich bei Sami Durak für den Platz auf der Gästeliste.
Am 11. April wird North Sea Gas, ein schottisches Folk-Trio, im To Hoop, Rheinberg erwartet.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Innes Sibun:
Innes Sibun (vocals, guitars, slide guitar)
Ray Drury (keyboards)
Kevin Jefferies (bass)
Kevin O’Rourke (drums)


























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